Es ist einfach nicht zu glauben, aber mein allerliebster Laden ist das Bauhaus! Nicht erst, seit ich in der neuen Wohnung zu werkeln habe, nein, schon lange vorher habe ich mir dort immer mehr Zeit genommen, als im normalen Supermarkt um die Ecke. Wie toll es dort nach Holz riecht und welche wunderbaren Dinge man dort entdecken kann! Endlose Gänge mit vielerlei Schrauben. Schrauben nach Gewicht, nach Stückzahl und nach Größe und Länge... Beschläge, Eisenschienen, Möbelbeine, Badewannen...
Es ist schier ungalublich.... ich betrete das Bauhaus und wenn ich wieder gehe, habe ich tausend Ideen im Kopf, was ich alles selber machen möchte. Da ich mich in der glücklichen lage befinde,Werkbank, Akkuschrauber und Säge und Bohrmaschinen zu besitzen, fällt es mir gar nicht schwer, im Geiste zu zimmern und zu schrauben. Wenn ich mal was im normalen Supermarkt vergessen haben und ich muß noch mal raus aus der Wohnung, mache ich das oft widerwillig. Dort ist es so langweilig. Anders als wenn ich ins Bauhaus muss. Gestern bin ich sage und schreibe 4 x gewesen. Kein Weg war zu weit, keine Last zu schwer. 18 Eisenschienen für eine Küchenzeile wiegen schwer. Aber witzigerweise wiegen sie nicht so schwer wie das gleiche Gewicht vergessener Milchtüten oder Mineralwasserflaschen

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Was kann man schon aus Milchtüten machen ? Nix. oder? Aber Eisenschienen.... da erinnere ich mich an einen Stabilo- Baukasten, den ich als Kind hatte, der hatte winzige kleine Teile, die man zusammenbauen konnte mit winzigen Schraubenschlüsseln. Brücken und Maschinen konnte man daraus bauen und ein Motor, aus der Batterie gespeist, schnurrte und ließ den Kran aus Tischkantenhöhe den Teddybär Nikita auf den Esstisch hieven.
Ich habe im Bauhaus Solarlampen entdeckt. Kleine Lichtquellen für den Balkon, oder für die nächtliche Beleuchtung. Ich erinnere mich , daß Solarsysteme mal unglaublich teuer waren. Jetzt kostet so eine Lampe, die man einfach in die Sonne stellt, grade mal 9 Euro.
Und auch solche merkwürdigen Gebilde, die aus Röhren bestehen und bunte Flüssigkeit mittels der Lampenwäre rauf-und runterschweben. Das waren doch Lampen, die in den 70-gern Mode waren ? Ich sehe, ein Bauhaus ist fast wie ein Klamottenladen. Alles kommt mal wieder in Mode.
Und noch was habe ich herausgefunden! Im Bauhaus gibts die Schrauben für Ikea-Schränke zu kaufen... und ganz tolle kleine Akkuschrauber mit allen Bits und kleinen Bohrern, für grade mal 10 Euro. Wahnsinn.
Und schraubenfreie Badevorrichtungen , und Mülltüten und Farbe und nachdem man alles bezahlt hat, findet man in der Holzrestekiste immer noch was, woraus man etwas basteln kann!
Manchmal sehe ich die Kinder der Kunden die Kiste dort nach Holz absuchen und sehe , wie sie am Holz riechen und sich ihr Gesicht fröhlich entspannt! Das sind die Heimwerker von morgen!
Und das allerschönste, was man an Erfahrung mit nach Hause nehmen kann: es sind eine Menge Frauen im Bauhaus unterwegs, sowohl hinter dem Verkaufstisch und hinter der Riesensäge, als auch als Kundinnen. Manch eine der Frauen, sehe ich in dieser Zeit des öfteren. Manchmal stehen wir an der Warteschlange zusammen an und schwatzen. Im Supermarkt um die Ecke komme ich selten dazu, der Frau, die mir den Einkaufswagen mit Mehl, Butter, Flaschen und Fleisch in die Kniekehlen rammt. einen freundlichen Plausch zu halten.
Leider neigt sich die Zeit der vielen Einkäufe im Bauhaus dem Ende zu. Irgendwie schade, das man nicht öfters dort ist. Man bekommt den Blick fürs Handwerk... man wird verstehen, das gutes Werkzeug von Nöten ist , um gutes Möbel zu bauen. Man begreift, warum man eigentlich nicht pfuschen muss- für alles gibt es eine gute Lösung, die richtige Schraube, den richtigen Leim, den richtigen Kitt.
Vielleicht sollte man ins Bauhaus gehen, wenn überhaupt mal "ein Schräubchen locker" ist , oder es etwas "zu kitten" gibt . Wenn man mal wieder was "einen neuen Anstrich" braucht. Ich meine das wäre doch eine recht gute Alternative, mit dem "zurechtzimmern" eigener Möbel " Dampf abzulassen", oder wenn mal jemand "zuviel bohrt" ... So ein Erlebnis wie in einem Bauhaus hat man nicht jeden Tag. Menschen , die sich noch nie etwas selbst gebaut haben, sollten daraus ein Event machen, das "erhellt". Niemand muss sich schämen, wenn mal was nicht gleich gelingt. wenn man das "richtige Maß" nimmt und wieder lernt, das "Millimeterarbeit" wirklich den Millimeter meint, gelingt das eine oder andere selbst Gebautes.
Das Bauhaus , der Handwerkermarkt, der Selbstbastlerladen- alle haben ein Ziel: das man etwas SELBST macht. Sich selbst beweisen kann, das man es KANN......nicht nur ein "Haus zu bauen" sondern auch seine Phantasie anzuschubsen und mit seiner Hände Arbeit etwas zu schaffen.
Versucht es mal.
( für lalezar, die auch fast alles alleine bauen kann...)