Das ist eine Diskussion zum Thema MAR verse © in der Kategorie wortdurchgangszimmer / Turkish-Talk-Community-Blogs In Kristallen eingeschlossen, die Endlosigkeit des Weltenalls... auf ihrem Weg nahmen sie alles mit, was in der Luft schon längst ...
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ege35 (16.02.2010)
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AW: MAR verse ©
Als mein Atem gefror,
an jenem Wintermorgen, war der Tag schon besiegelt, bevor er begann. Meine Worte, als weißer Hauch aufgestiegen, verloren sich im Niemandsland. Du warst schon weit, als sie Gestalt wurden… als Wolkensilhouette am Horizont. Als mein Atem gefror, an jenem Tag, stand der Frost, wie eine glasdünne Wand. . |
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AW: MAR verse ©
Irgendwo erfindet sich die Wirklichkeit
im angebrochenem Grau. Der Atem stößt den Himmel an Und legt sich auf die Wolken. Leicht wie Flockentau. Dort ruht er seine Ewigkeit im wintergläsernen Licht. In dieser Einsamkeit entdeckt man, einen alten Traum , die Illusion. Mehr ist es nicht. Verflüchtigt in dem Ungeordnetsein der kalten Welt sind alle Worte, auch die ungesagten. Und ihre Wahrheit ist die Wirklichkeit. Doch sie braucht andere Orte. . |
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AW: MAR verse ©
Unter dem Schnee,
der schon verharrscht , im versunkenen Vergessen, versuche ich die Spuren zu deuten... von Welten, die aus Leben gemacht. Von Schritten, die Zerbrechlickeit am einsamen Echo erklingen lassen, wie flüsternde letzte Worte. In der kalten Luftwand hängt die Erinnerung von längst Vergangenem. Angezurrt auch dein Schweigen von morgen, wenn die ertrunkene Liebe ihre Worte nicht mehr findet, weil sie in Erstarrung vom kalten Blick der Gleichgültigkeit nach Atem ringt. Erstorben ist es, dein DU. |
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Cindy07 (31.01.2010)
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AW: MAR verse ©
Ein Schimmer von
altem Gold - der Rahmen von barockener Würde viel zu schweres Geleit für ein heiteres Spiel unter den Zypressen auf brüchiger Leinwand. Der kleine Bogenschütze nimmt mit verschmitzem Gesicht Maß und zielt. Was wird sein, wenn er trifft? Maßlosigkeit ?Überschwang? Der schöne Jüngling zählt schon die Dukaten... für das Gold, welches den Rahmen ziert, mit dem Schimmer der Epoche , als alles wiedergeboren... Mit kecken Mützen und zartem Schleier angedeutet, das Eva's Apfel im Paradies am Baum der Erkenntnis hing. |
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AW: MAR verse ©
Als wir begannen,
Bilder zu malen aus Worten, und das Blau sich mit dem Weiß vermählte, die Farben ineinander flossen, sich mitreißen ließen vom Pinselstrich und blasswässern sich auflösten, im Papier versickerten… da war alles schon vorbei. Die Signatur war trügerisch leicht im Bild und verschmolzen mit dem Grashalm, der wie eine Feder leicht auf deinen Rücken auf und ab wippte und eine Linie hinterließ. Sie war ein aufgelöstes Wort, verloren in deinem Universum. Geändert von mar (11.02.2010 um 10:47 Uhr) |
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Soledad (11.02.2010)
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AW: MAR verse ©
Wie sie heraustreten, diese Menschen,
die bis dahin verschwunden waren im grauen Mauerwerk ihrer bröckelnden Fassaden. Sie lösen sich langsam wie ein Schatten aus dem Stein, und machen den Tag noch dunkler und kälter als sonst. Wie alte Haut schält sich der Mörtel und staubt den Schnee ein, der wie ein Blatt Papier, tausendmal radiert, grau eingekleidet wird. Ein schwacher Wind steigt auf, nur grad soviel, das er aufstieben lässt, was in der Luft liegt und auftreibt in den beginnenden Tag. Belegt sind sogar die Worte, und aufgerieben vom Sand, der über die Strassen weht und vor dem Sturz bewahren sollte. Nicht immer gleitet der Mensch auf eisigem Boden aus. Er kann stürzen und fallen und Staub werden durch seine Worte. |
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AW: MAR verse ©
Dort, wo du dein Gesicht abwandest,
blühten geheime Blumen aus Stein. Unsichtbar nun für dich, für andere der Garten Eden. Da, wo du standest, ging dein Blick über alles hinweg . Aus den Augen, aus dem Sinn. So erreicht dich selbst nicht der Duft der Zyklamen. |
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Cindy07 (16.02.2010)
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AW: MAR verse ©
Wenn die Uhr Atem holt,
zwölf Uhr mittags schlägt, die Sonne fast im Zenit, uns einen Frühling vorlügt; und anderswo schwebende Stille in einer Gasse ausruht; wenn der Auslöser meiner Kamera alles einfängt wie ein Häscher; jede Bewegung dieser Minute dem Blick meiner Augen entschwindet; wenn Lichtflecke auch Schatten zaubern; und der Staub nach Vertrautem riecht , wenn alles stehenbleibt- und die Uhr Atem holt... Das sind ewige Momente, die im Vorübergehen unvergessen werden. |
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Cindy07 (10.03.2010)
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AW: MAR verse ©
Wo ich her kam, blühten Rosen
Von Gad gewandert bis zu den Gärten Isfahans zu grünen Auenund goldenem Glück, sind die vom Stamme Jakob… ließen sich nieder in fruchtbaren Tälern und in den wilden Bergen der Osseten, und besangen damals schon den Wein Armeniens, bis Temüüdschin sie mitnahm durch das Sibirien alter Zeit, durch den Ural, hin zum Schwarzmeer durch das Reich der Turkmenen, durch die Berge Transsilvaniens, in die Puszta der Magyaren. Dort war die Steppe noch karg und Slowenien ganz nah, und auch dort wuchsen Trauben und man las DAS Buch… Kinder wurden geboren, Alte starben, ein ganzes Volk, aufgelöst und verstreut, wurde heimisch in der Welt. Doch immer bleiben sie Jakobs Kinder… persisch, armenisch, ossetisch, mongolisch, uigurisch, magyarisch, slowenisch, tschechisch,deutsch… bis man ihnen all die Namen wegnahm und nur den einen gab,der sie kennzeichnete und zu Fremden machte. Meine staatenlose Mutter, deren Vorfahren ausgelöscht wurden, fast jede Wurzel vertrocknete und verbrannte in heißen Feuern, gebar mich im Land derer, die ihr Arbeit gaben,und einen Pass. Wenn du mich heute fragst, wer ich sei, kann ich dir sagen, das in Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts man mir auf einen Zettel schrieb, das ich deutsch sein darf, für zehn Jahre. Danach die Sintflut. Seit tausenden von Jahren ziehen Jakobs Kinder durch die Steppe, durch Landschaften, durch die Sprachen dieser Welt. Nirgends ein Zelt, nirgends ein Garten… Aber immer noch Grünt ein Baum, dort in dem Land, wo Rosen duften. Geändert von mar (19.03.2010 um 12:51 Uhr) |
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Cindy07 (20.03.2010)
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