| wortdurchgangszimmer mar. Unsere mar. |

04.12.2006, 14:07
|
 |
TT-Schreck
|
|
Registriert seit: 24.03.2006
Ort: BERLIN
Beiträge: 11.877
Thanks: 1.669
Thanked 2.991 Times in 1.953 Posts
|
|
|
Verse im Dezember
kaleici
Nichts ist vorhanden in meinem Gepäck ; nicht ein Bild von KaleiVi ,
nur der mannshohe Grashalm , der sich im Mauervorsprung wiegte
findet Erinnerung , wie dieser Vers ,. Erinnerung
die wie einer verborgenen Liebe Unsagbares abringt...
Kaum zu atmen wagte ich,
um nicht das Leben mit meinem Hiersein aus diesen Mauern zu trinken...
...wie eine unbezahlte Rechnung
wäre jeder Atemzug für mich...
...nicht einen Blick sollte ich
stehlend durch einen Fokus auf diese Häuser werfen
um es später dem Papier anzuvertrauen als
Ablichtung vielgelebter Zeit...
...zu berühren wage ich kaum die Steine
und die hölzernen Splitter jener Türen die einst dahinter
Gäste zum Tee luden und nun dem wilden
Feigenbaum Halt für seine Wurzeln geben
Die Unberührbarkeit möchte ich nicht vergessen
...so wie auch das Gesicht des Alten , der so gedankenverloren mit einer
Mauer aus unsichtbarer Zeit umgeben
mir gebietet leise davonzugehen
Und nicht ein Staubkorn wollte ich
mitnehmen , an meinen Schuhen und mit den bedeutungslosen Schritten
... nicht diesem betagtem Dasein die
schöne ewige Würde nehmen...
MAR
November 2006
Geändert von mar (21.05.2007 um 04:09 Uhr).
|

04.12.2006, 16:11
|
 |
TT-Besetzer
|
|
Registriert seit: 08.12.2005
Ort: Berlin
Alter: 20
Beiträge: 3.855
Thanks: 23
Thanked 722 Times in 663 Posts
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
Hallo Mar!
Ich finde dein Gedicht regt zum nachdenken an. Mir kommt es fast expressionistisch vor, weil ich an einigen Stellen das Gefühl habe, du hättest Chiffren benutz, die man gar nicht entschlüsseln soll. Aber nach mehrmaligem Lesen erschließt sich für mich doch der Zusammenhang. Ich hatte erst die Assoziation zu einem Friedhof, vor allem in der zweiten Strophe hatte ich dieses Gefühl, aber irgendwie hat das dann doch nicht gepasst und aus dem Friedhof in meinem Kopf wurde eine zerfallene Stadt.
Mich würde aber wirklich interessieren ist Kaleici wirklich ein Ort an dem früher das Leben geblüht hat und heute der Zerfall herrscht oder gibt es diesen Ort gar nicht?
Standest du wirklich in Kaleici und hast nicht fotografieren können oder hast du wirklich eine so blühende Fantasie?
Na ja ich finde das Gedicht beschreibt sehr schön diese Stadt und jetzt nach mehrmaligem Lesen habe ich ein idyllisches Bild von ihr im Kopf. Ein Bild von einem Ort, dessen Frieden man nicht stören will.
Ich glaube, wenn es Kaleici so gibt, hätte man sie nicht besser beschreiben können, als du es in deinem Gedicht getan hast.
Hut ab vor soviel Fantasie.
Liebe Grüße MissBambi
|

04.12.2006, 16:30
|
 |
TT-Schreck
|
|
Themenstarter  
Registriert seit: 24.03.2006
Ort: BERLIN
Beiträge: 11.877
Thanks: 1.669
Thanked 2.991 Times in 1.953 Posts
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
liebe missbambi, kaleici gibt es wirklich, es ist der alte stadtkern um den hafen von antalya herum. dort sind so viele wunderschöne alte häuser, die zerfallen oder von ihren vorbesitzern nicht weiter bewohnbar gemacht werden. ich vermute, das die stadtverwaltung sehr interessiert ist, diesen ort zu erhalten und zwischen den ruinen hört man ab und zu baugeräusche... es gibt kleine alternative hotels und pensionen dort und wunderschöne versteckte restaurants mit gärten. ich hatte den eindruck, das gerade dieses zerfallende und das liebevoll restaurierte den charme von kaleici ausmachen...in diesem stadtteil herrscht eine stille, die fast an melancholie grenzt. diese häuser atmen so viel geschichte , das es mir fast ein frevel war, dort zu fotografieren. diese wunderschönen alten steingebäude , mit fachwerk und einen großem hölzernen balkon und mit mosaiken ausgelegte innenflure haben etwas wehmütiges an sich...hier traf eigentlich das zu, was man von häusern sagt: sie sind etwas organisches, dort müssen menschen drin leben, ein haus ohne menschen zerfällt... ich hatte da so ein gefühl . als würde ich mit einem foto den charme und die würde dieser alten häuser "abwischen", fast so, als würde man einen alten menschen heimlich fotografieren müssen, um ihn nicht zu verletzen , nicht respektlos zu sein...... es fühlte sich so an , das ich es nicht tun sollte.... ich wollte alles so belassen oder besser zurücklassen, wie ich es entdeckt hatte.... jedes foto zu hause hätte vielleicht doch den blick verfremdet. man kann solche atmosphäre nicht einfach in einem foto verstauen oder auch einfach mitnehmen. mein staunen über diese verhaltene betriebsamkeit innerhalb der mauern der altstadt war einfach so groß...irgendwie blieb etwas von mir dort zurück.... vielleicht die neugier, was hinter all den alten mauern jemals geschehen ist, liebe, hass, hochzeiten, geburten, tod,alles ist dort über mehrere generationen geschehen und es scheint fast als würden die steine über all das plaudern wollen.... das war mein eindruck.... so als ob beim leisen laufen in der kaleici die mauern flüstern...
mar
Zitat:
Zitat von missbambi70
Hallo Mar!
Ich finde dein Gedicht regt zum nachdenken an. Mir kommt es fast expressionistisch vor, weil ich an einigen Stellen das Gefühl habe, du hättest Chiffren benutz, die man gar nicht entschlüsseln soll. Aber nach mehrmaligem Lesen erschließt sich für mich doch der Zusammenhang. Ich hatte erst die Assoziation zu einem Friedhof, vor allem in der zweiten Strophe hatte ich dieses Gefühl, aber irgendwie hat das dann doch nicht gepasst und aus dem Friedhof in meinem Kopf wurde eine zerfallene Stadt.
Mich würde aber wirklich interessieren ist Kaleici wirklich ein Ort an dem früher das Leben geblüht hat und heute der Zerfall herrscht oder gibt es diesen Ort gar nicht?
Standest du wirklich in Kaleici und hast nicht fotografieren können oder hast du wirklich eine so blühende Fantasie?
Na ja ich finde das Gedicht beschreibt sehr schön diese Stadt und jetzt nach mehrmaligem Lesen habe ich ein idyllisches Bild von ihr im Kopf. Ein Bild von einem Ort, dessen Frieden man nicht stören will.
Ich glaube, wenn es Kaleici so gibt, hätte man sie nicht besser beschreiben können, als du es in deinem Gedicht getan hast.
Hut ab vor soviel Fantasie.
Liebe Grüße MissBambi
|
Geändert von mar (04.12.2006 um 16:34 Uhr).
|

04.12.2006, 16:39
|
 |
TT-Besetzer
|
|
Registriert seit: 08.12.2005
Ort: Berlin
Alter: 20
Beiträge: 3.855
Thanks: 23
Thanked 722 Times in 663 Posts
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
Zitat:
Zitat von mar
liebe missbambi, kaleici gibt es wirklich, es ist der alte stadtkern um den hafen von antalya herum. dort sind so viele wunderschöne alte häuser, die zerfallen oder von ihren vorbesitzern nicht weiter bewohnbar gemacht werden. ich vermute, das die stadtverwaltung sehr interessiert ist, diesen ort zu erhalten und zwischen den ruinen hört man ab und zu baugeräusche... es gibt kleine alternative hotels und pensionen dort und wunderschöne versteckte restaurants mit gärten. ich hatte den eindruck, das gerade dieses zerfallende und das liebevoll restaurierte den charme von kaleici ausmachen...in diesem stadtteil herrscht eine stille, die fast an melancholie grenzt. diese häuser atmen so viel geschichte , das es mir fast ein frevel war, dort zu fotografieren. diese wunderschönen alten steingebäude , mit fachwerk und einen großem hölzernen balkon und mit mosaiken ausgelegte innenflure haben etwas wehmütiges an sich...hier traf eigentlich das zu, was man von häusern sagt: sie sind etwas organisches, dort müssen menschen drin leben, ein haus ohne menschen zerfällt... ich hatte da so ein gefühl . als würde ich mit einem foto den charme und die würde dieser alten häuser "abwischen", fast so, als würde man einen alten menschen heimlich fotografieren müssen, um ihn nicht zu verletzen , nicht respektlos zu sein...... es fühlte sich so an , das ich es nicht tun sollte.... ich wollte alles so belassen oder besser zurücklassen, wie ich es entdeckt hatte.... jedes foto zu hause hätte vielleicht doch den blick verfremdet. man kann solche atmosphäre nicht einfach in einem foto verstauen oder auch einfach mitnehmen. mein staunen über diese verhaltene betriebsamkeit innerhalb der mauern der altstadt war einfach so groß...irgendwie blieb etwas von mir dort zurück.... vielleicht die neugier, was hinter all den alten mauern jemals geschehen ist, liebe, hass, hochzeiten, geburten, tod,alles ist dort über mehrere generationen geschehen und fast als würden die steine über all das plaudern wollen.... das war mein eindruck.... so als ob beim leisen laufen in der kaleici die mauern flüstern...
mar
|
Es muss wirklich schön da sein, so emotional wie du es beschreibst. Ich kenne von Antalya nur den Flughafen. Eigentlich sollte ich mich schämen, dass ich nicht wusste, dass es Kaleici gibt. Wo ich do so oft schon in Antalya gelandet bin.
Aber nach deinem Gedicht und der Schilderung, habe ich richtig Lust bekommen selber mir die Altstadt anzuschauen. Man hat zwar in reiseführer schonmal gelesen, dass es schön sein soll, aber dein Bericht ist 1000 Mal besser.
Im nächsten Türkei Urlaub werde ich meine Mama überreden, dass wir uns dochmal Antalya anschauen müssen!
Da werd ich dir erzählen welche Gefühle ich hatte.;)
Liebe Grüße MissBambi
|

05.12.2006, 07:39
|
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
Liebe Mar
Es hört sich schon platt an, aber wie so oft hast du genau den Punkt getroffen.
Auch wir waren oft in Kaleici, eigentlich immer wenn wir in Antalya waren.
Danke für die tollen Zeilen
LG Aylin
|

05.12.2006, 08:09
|
|
TT-Besetzer
|
|
Registriert seit: 12.05.2006
Ort: München
Beiträge: 3.968
Thanks: 352
Thanked 634 Times in 550 Posts
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
ja sehr schön in worte gefasst, mar(wie immer)...auch ich liebe kaleici...und wenn wir nicht dort wohnen, dann laufen wir zumindest öfter dort durch.... 
__________________
Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
|

05.12.2006, 20:06
|
 |
TT-Stammposter
|
|
Registriert seit: 31.10.2006
Ort: Hanau
Alter: 31
Beiträge: 1.385
Thanks: 158
Thanked 224 Times in 188 Posts
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
Liebe mar,
.... wahre Poesie kann nur von einem Freigeist kommen, und ein freier Geist läßt sich nicht in ein Poesiealbum zwängen....
... ebenso verhält es sich wohl mit der Schönheit, die Du betrachten durftest...
... sie auf ein Foto zu bannen...
... und es der ewigen Dunkelheit auf der Seite eines Fotoalbums auszusetzten...
... frevelhaft!
LG, Chayenne
__________________
Wer in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen.
Zwei Wege boten sich mir dar - ich nahm den der weniger beschritten war.
|

13.12.2006, 10:49
|
 |
TT-Gelegenheitsposter
|
|
Registriert seit: 13.10.2006
Beiträge: 299
Thanks: 105
Thanked 106 Times in 79 Posts
|
|
|
AW: Antalya Kaleici
Einfach klasse!!!!
Zumahl ich erst seit 3 Tagen aus Antalya zurück bin.
Mars Gedicht ist so schon.
-Kaleici- ist wirklich bezaubernd "Oben" tobt das Leben mit dem alltäglichen Chaos das einem schon schwindelig wird doch läuft man die engen,steilen Gassen zum Hafen entlang, in dem von Mar beschriebenen Ambiente ,bekommt man einen unbeschreiblichen Seelenfrieden.Alles scheint still zu stehen,sogar die Zeit.
Einfach bezaubernd.....Danke Mar!!!!!
|

16.12.2006, 08:16
|
 |
TT-Schreck
|
|
Themenstarter  
Registriert seit: 24.03.2006
Ort: BERLIN
Beiträge: 11.877
Thanks: 1.669
Thanked 2.991 Times in 1.953 Posts
|
|
|
hinter geschlossenen türen
Wortdurchgangszimmer. Ja , wortwörtlich sind die Worte hindurchgehuscht. So schnell, das von ihnen nur noch ein Schweif übrigblieb, ein helle Spur, die wie in einem Nachthimmel die Kondensstreifen der Flugzeuge ins Dunkelblau abzeichnen... Langsam verblassen die Spuren ganz da oben, sie lösen sich auf, zerfransen und verlaufen und werden ein Teil von den Wolken, die man nie berühren kann.
Die Worte, die Phrasen, die ganzen Sätze oder die dahingeworfenen Abkürzungen, Links oder Smileys zerfransen ebenso in meinem Gedächtnis , denn sie laufen so schnell durchs Bild, sie sind so schnell widerrufbar und so schnell nicht mehr wahr- wie können sich da die Worte in mir verfangen, wie heimisch werden? Ich gebe zu, das mich manche Themen des Lebens irritieren, das sind so Situationen, die getrost an mir vorüber gehen könnten ...denn obwohl in wunderschöne Worte gefasst, können sie in ihrem Inhalt an mir wie die Flugzeuge vorbeifliegen, mit einem lauten Motorengebrumm, mit viel Staub, der von den Düsen aufgewirbelt wird und für einen Moment ganz sichtbar ist- aber zum anderen mir der Staub auch die Sicht vernebelt...Was kann ich da wohl am besten tun?
Prustend mir den Staub aus dem Gesicht wischen, mit den Händen um ich herumwirbeln, um die Nebelschwaden aus Staub besser zu verteilen?
Es ist gleichgültig, was ich mache, es ist egal, wie sehr ich mit den Händen durch die staubgeschwängerte Luft fahre - sie sind trotzdem da, diese Themen, diese Probleme, diese Flüchtigkeit von schnell Dahingesagten, was aber sich Wurzeln sucht, Luftwurzeln vielleicht , die sich festkrallen in mir und sei es nur für einen Moment...
Ich lese und schaue und sehe und höre , wie sich das Wort , das geschriebene, das gesprochene , so sehr verfremden lässt hinter Phrasen und Polemik, sogar hinter den Wiederholungen, das man hilflos und mit staunendem Blick sich selbst fragen muss: ist Schweigen tatsächlich Gold?
Da ich eher ein Mensch der Sprache bin, ein Mensch des Wortes , welches mir „versilbert“ ( Reden ist Silber) recht angenehm erscheint, ist es mir wichtig, das die Worte ein schönes Zuhause finden. Aber wo können solche Worte ein Zuhause finden, mit denen ich mich nicht behaglich fühle, die mich manchmal unvorbereitet treffen, das es mir vor Staunen den Mund offen stehen lässt...
Ich mag diese Worte nicht an mir, ich mag sie nicht mit mir in Verbindung gebracht wissen, und ich suche mir eine kleine Ecke im Zimmer meines Gedächtnisses, in der Hoffnung, das sie dort in Vergessenheit geraten.
Leider , leider ist das ein Trugschluss. Da fällt mir doch die Diskussion über die „Schubladen“ ein. Auch dort wurde verstaut und weggepackt.
Der Trugschluss ist der, das zwar im Moment alles aus den Augen und demzufolge aus dem Sinn ist- aber es ist eben ein Trugschluss. Bei der nächsten Gelegenheit guckt da so ein Zipfelchen ROT aus der Schublade und ich werde sie garantiert aufziehen ( menschliche Neugier) - und schon habe ich den Schlamassel... Alles ist wieder da! Ich sehe ROT und zwar überall!
Na ja, was will sie denn schon wieder sagen, diese Mar, das fragen sich sicher einige ...
Rot ist doch eine wundervolle Farbe zur Weihnachtszeit!
Jeder von uns hat Engelchen und Weihnachtsmänner, rot-grüne Gestecke und rote Bänder, Schleifen und Glaskugeln, rote Schlitten und rote, fellverbrämte Nikolausmäntel samt Nikolaus und Weihnachtselfen als Profilbild oder als kleine, durch Bild flitzende Überraschungen herzuzeigen.
Sogar Turgay scheint vom Rot angesteckt , hat er uns doch über viele Tage hinweg zwischen Rot und Blau wählen bzw., darüber diskutieren lassen. Esoterische Farbtheorien und psychologisch angehauchte Belehrungen über die wunderbare Kühle von Blau und die irritierende Wirkung von Lila wurden da gepostet...NEIN! Auf keinen Fall Rot bitte...! Fast jeder meinte die verheerende und subtile aufregende Wirkung von Rot auf das Gemüt...
Und nun?
Nun tanzt so mancher auf einem glühendroten Lavastrom aus Worten...
Auch Worte färben unser Leben. Auch die Asche, die übrigbleibt, hat eine Farbe.
So weit zum Rot. So weit zu den glühenden Wortdebatten .
Es ist morgen Advent . Ein rotes Kerzenlicht wird angezündet. Die Dämmerung verleitet uns zu flüstern. Die Worte werden leise und besinnlich.
Im flackernden Kerzenschein wird fast jeder zum Poet, das wissen wir ja ,
das man schöne Worte für besondere Situationen fast auf der Strasse findet...und man sie bewahren und hüten möchte und nur zu einem besonderen Anlass oder zu einer besonderen Person sagen mag.
Sie sind sie kleine Schätze, die golden-silber-rot verpackt einem geliebten Menschen überreicht werden. Geheimnisvoll und in aller Stille werden in den nächsten Tagen Weihnachtsgeschenke verpackt. Kinder lernen Gedichte über den Weihnachtsmann , es gibt erwartungsfrohe Gesichter und manche Ohren, die sich an geschlossenen Zimmertüren plattdrücken, weil man doch wenigstens etwas vom Geheimnis dahinter erhaschen möchte – wenigstens ein, zwei Bruchstücke von den Worten ,die da geflüstert werden...
Nur ein Tag im Jahr, an dem Vieles ganz bewusst und geheimnisvoll versteckt und gehütet wird.
Der Kondensstreifen des Flugzeuges am Himmel wird zum Schweif des Sternes von Betlehem und der Staub des Jahres, der sich auf dieses oder jenes Wort gelegt hat, flittert und glänzt plötzlich wie Goldstaub auf einer Weihnachtstanne...
Ich habe die Tür zum Wortzimmer geschlossen und das Schlüsselloch gut verklebt. Niemand kann durchs Schlüsselloch schauen, um herauszufinden , was sich dahinter verbirgt.
Wenn ich jetzt die Tür öffnen würde, dann würden die Worte aufwirbeln wie Staub. Diese Worte am Ende des Jahres würden sich eben genau diese erwähnten Luftwurzeln suchen, , und für flüchtige Momente den Anschein eines Haltes vorgaukeln.
Ich denke, ab und zu ist es gut, wenn die Türen mal verschlossen bleiben; wenn dahinter in aller Ruhe etwas anders als Staub „aufgewirbelt“ wird. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit.
Geändert von mar (16.12.2006 um 08:34 Uhr).
|
|
The Following User Says Thank You to mar For This Useful Post:
|
|

16.12.2006, 08:34
|
|
TT-Besetzer
|
|
Registriert seit: 12.05.2006
Ort: München
Beiträge: 3.968
Thanks: 352
Thanked 634 Times in 550 Posts
|
|
|
AW: hinter geschlossenen türen
danke mar, komisch, mir ist auch gestern das sprichwort "reden ist silber, schweigen ist gold" durch den kopf gehuscht!! aber es passt auch nicht so ganz zu mir...;)
__________________
Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
| Themen-Optionen |
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 14:25 Uhr.
Sie sind hier:
Verse im Dezember - wortdurchgangszimmer - Deutsch-Türkisches Forum
|