AW: Christlicher Salafismus
Gläubigkeit/Spiritualität ist eine Frage persönlicher Überzeugungen und Erfahrungen. Grundsätzlich ist das gänzlich unabhängig von einer bestimmten Religionszugehörigkeit, geschweige denn von der Mitgliedschaft in einer Kirche.
In den aufgeklärten pluralistischen Gesellschaften mit Informationsfreiheit, verlieren die traditionellen Authoritäten zunehmend ihren seelisch-geistigen Einfluss auf die Menschen. Dementsprechend leben diese ihre spirituellen Neigungen frei und ungebunden aus.
Selbst wenn sie einer bestimmten Religion bzw. Kirche angehören, fühlen sich solche nicht authoritär erzogenen Angehörigen einer Glaubensgemeinschaft gleichwohl als freie, selbstbestimmte Individuen. Sie sehen sich als Menschen mit einem bestimmten spirituell-religösen u/o sittlich philosphischen background.
Aufgrund dieses Selbstverständnisses wird das Verhältnis zu ihren Authoritäten und Einrichtungen auch nicht als Zwang, Abhängigkeit oder Verpflichtung empfunden. Man bestimmt vielmehr selbst den Umfang, in dem man sich auf Religion einlässt oder nicht. Gegenüber Andersdenkenden hält man es grundsätzlich mit dem Prinzip der Toleranz.
Den Hundertprozentigen, Überzeugungstätern und Fundamentalisten aller couleur ist das natürlich ein Dorn im Auge. Diese Ideologen stellen zwar nur eine Minderheit, aufgrund ihres "Ehrgeizes" und "Machttriebs" geben sie aber in den Institutionen, vor allem in den höheren Hierarchiebenen traditionell den Ton an. Repräsentativ für die Einstellung der grossen Mehrheit der Gläubigen sind sie aber nicht.
Viel schlimmer finde ich, dass es in der Welt der Wirtschaft nicht anders zugeht- aber dass hier von der tonangebenden Führungsriege tatsächlich umfassende Macht ausgeübt wird, mit weitreichenden negativen Auswirkungen für die Menschen und ihre Umwelt.