Christlicher Salafismus

blackcyclist

Gesperrt
Rolf Bergmeier ist ein Bundeswehroffizier im Ruhestand, der von 2004-2008 an der Gutenberg-Universität Mainz Alte Geschichte und Philosophie studierte. Er erregte vor zwei Jahren mit einem Buch über die Legenden um Kaiser Konstantin Aufsehen. Nun hat er das Nachfolgewerk Schatten über Europa veröffentlicht, in dem er postuliert, dass das lateinische Christentum den Verfall der römischen Zivilisation maßgeblich beschleunigte.

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36880/1.html


Durchaus interessante Thesen, die der Mann vertritt.
 
L

Laledevri

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AW: Christlicher Salafismus

Nicht umsonst nennt man das Mittelalter auf Englisch auch "Dark Ages".
Hatte gerade die letzten Monate sehr viel mit dem Mittelalter zu tun und musste zuweilen bei der Arbeit auch extremst den Kopf schütteln, was da alles abging von Seiten der Kirche. Man muss es erst einmal fertig bringen, das Volk über Jahrhunderte hinweg dumm zu halten.
Bin gerade etwas in Eile, schreibe später aber mehr dazu....
 

Majnomon

Well-Known Member
AW: Christlicher Salafismus

Mit der Ernennung zur Staatskirche im Jahre 380 (Cunctos Populos) durch Kaiser Theodosius erhält das katholische Christentum die Macht, seine radikalen Vorstellungen in der Gesellschaft durchzusetzen. Ab diesem Zeitpunkt, so denke ich, kann man nicht zu Unrecht von einem christlichen Salafismus sprechen. Die folgenden Jahrhunderte belegen diese These.


Wenn sich Religion mit Politik verbindet, wird's meistens schwierig.

Ich finde aber entscheidend, dass die frühen, unpolitischen christlichen Gemeinden wahrscheinlich noch von einem anderem Geist beflügelt waren, der näher an der Botschaft Jesu von der Nächstenliebe gewesen sein dürfte.

Wobei mit Paulus leider schon ziemlich früh eine eifernde Nervensäge auf den Plan tritt...
 
E

Elena

Guest
AW: Christlicher Salafismus

Hatte gerade die letzten Monate sehr viel mit dem Mittelalter zu tun und musste zuweilen bei der Arbeit auch extremst den Kopf schütteln, was da alles abging von Seiten der Kirche. Man muss es erst einmal fertig bringen, das Volk über Jahrhunderte hinweg dumm zu halten.

Ist aber heute auch nicht soviel besser . Es wird immer noch versucht, Vorschriften zu machen , und irgendwie ist manches , was ich da so mitbekomme oft noch mittalterlich...
 
E

Elena

Guest
AW: Christlicher Salafismus

Hattest du nicht letztens noch gesagt, es wird alles nicht so heiß gegessen, wie Rom kocht??

Ansonsten bleibt wirklich nur der Abschied, kenne auch Leute, die die SED von innen ändern wollten. Entweder wurden sie Parteisoldaten oder Alkoholiker oder beides.

Ich sage es ist schwierig, aber nicht aussichtslos.....wir haben zum Glück einen sehr pfiffigen und modernen Pfarrer.
 
P

Pit 63

Guest
AW: Christlicher Salafismus

Gläubigkeit/Spiritualität ist eine Frage persönlicher Überzeugungen und Erfahrungen. Grundsätzlich ist das gänzlich unabhängig von einer bestimmten Religionszugehörigkeit, geschweige denn von der Mitgliedschaft in einer Kirche.

In den aufgeklärten pluralistischen Gesellschaften mit Informationsfreiheit, verlieren die traditionellen Authoritäten zunehmend ihren seelisch-geistigen Einfluss auf die Menschen. Dementsprechend leben diese ihre spirituellen Neigungen frei und ungebunden aus.

Selbst wenn sie einer bestimmten Religion bzw. Kirche angehören, fühlen sich solche nicht authoritär erzogenen Angehörigen einer Glaubensgemeinschaft gleichwohl als freie, selbstbestimmte Individuen. Sie sehen sich als Menschen mit einem bestimmten spirituell-religösen u/o sittlich philosphischen background.

Aufgrund dieses Selbstverständnisses wird das Verhältnis zu ihren Authoritäten und Einrichtungen auch nicht als Zwang, Abhängigkeit oder Verpflichtung empfunden. Man bestimmt vielmehr selbst den Umfang, in dem man sich auf Religion einlässt oder nicht. Gegenüber Andersdenkenden hält man es grundsätzlich mit dem Prinzip der Toleranz.

Den Hundertprozentigen, Überzeugungstätern und Fundamentalisten aller couleur ist das natürlich ein Dorn im Auge. Diese Ideologen stellen zwar nur eine Minderheit, aufgrund ihres "Ehrgeizes" und "Machttriebs" geben sie aber in den Institutionen, vor allem in den höheren Hierarchiebenen traditionell den Ton an. Repräsentativ für die Einstellung der grossen Mehrheit der Gläubigen sind sie aber nicht.

Viel schlimmer finde ich, dass es in der Welt der Wirtschaft nicht anders zugeht- aber dass hier von der tonangebenden Führungsriege tatsächlich umfassende Macht ausgeübt wird, mit weitreichenden negativen Auswirkungen für die Menschen und ihre Umwelt.

 
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