Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

EnRetard

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19 Februar 2017
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Seit wann hast Du Probleme mit Fakten? Entschuldige, aber Fakt ist: Über eine Impfpflicht und deren Ausschluss wurde weit vor Omikron diskutiert.
Natürlich kann man die öffentliche Wahrnehmung darüber stellen, nur ändert es nichts an der Chronologie.


Ich glaube, das wüsste das RKI auch gern. Delta ist nämlich keineswegs futsch, die Omikron-Verteilung ist je nach Bundesland höchst unterschiedlich.
Dies ist der letzte abrufbare Wochenbericht vom 6.1.22, wenn Du Dich da mal durchpfriemeln möchtest:

Die Grafik No. 8 aus der zuletzt aufbereiteten KW, nein: Meldewoche 52 gehört dazu. Der nächste Wochenbericht müsste in Kürze erscheinen.

Den Anhang 17629 betrachten
Tjaaa, die Fakten. In ZA, GB, N, NL, DK, F, I, E etc. pp. hat Omikron Delta vollständig ersetzt. In Deutschland kommt alles anders? Die Chronologie? Freiheitseinschränkungen wegen historischer Fakten? Die Wirklichkeit hat die Zustände, unter denen die Impfpflicht angeleiert wurde, überholt. Die öffentliche Wahrnehmung ist von Bedeutung für die Akzeptanz von Maßnahmen. Wenn die in großen Teilen der Bevölkerung als überflüssig angesehen werden, sind sie nicht durchsetzbar. Schon der Bundestag ist uneins, was die Impfpflicht angeht. Was soll da noch Gutes bei rauskommen?
 
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Mendelssohn

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17 Januar 2016
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Die Polizei hat ja massiven Arbeitskräftemangel, die können einfach nicht mehr alle Aufgaben wahrnehmen die sie so hätten. Auch wenn ich über sie lästere, verstehe ich wieso bei der derzeitigen Lage wenige Menschen Polizist werden wollen.
Ob Mangel oder nicht ... in diesem Dorf passiert nicht viel. Also wenn keine zwei Dienstfahrzeuge zu Absicherung einer unangemeldeten Demonstration vorhanden sind, dann kann man die Wache auch ganz schließen. Die Frage ist ja auch, ob sich überhaupt ein Haufen Mittfünfziger zum Laternenumzug treffen würde, wenn sie von der Polizei flankiert und fotografiert würden zwecks Anzeigenerstattung.
 

Alubehütet

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29 Januar 2017
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Fakt ist: Über eine Impfpflicht und deren Ausschluss wurde weit vor Omikron diskutiert.
Genauer: Omikron war gerade am Anrollen. War in Südafrika, galt als sehr infektiös, aber man wußte noch nicht recht, was das werden würde.

Ich weiß das darum noch so genau, weil ich mich wieder grandios geärgert hatte: Können die nicht wenigstens drei Wochen noch warten mit ihrer dussligen Impfpflicht-Diskussion, vielleicht setzt sich ja dieses neue Omnidingsbums durch, und dann könnte man sich wenigstens herausreden auf irgendwie neue Variante neuer Sachstand konntejakeinerahnen!!!1! So war klar, es liegt wieder mal am Versagen der Politik.
 
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Alubehütet

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29 Januar 2017
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Das Zauberwort zu Beginn des vergangenen Jahres war ja: Impfangebot. Die Ansage und der Deal war: Wenn jedem Bürger ein Impfangebot gemacht worden sein würde, dann wäre der Staat, die Gesellschaft raus aus der Nummer. Bis dahin hat der Staat die Fürsorgepflicht vor allem gegenüber den Alten und Vulnerablen, sie mit nichtpharmazeutischen Maßnahmen zu beschützen. Als da wären Abstandsregelungen, Maskenpflicht, Schulschliessungen, Verbot von Großveranstaltungen, Schließen von Kneipen und so weiter. Ab dann aber, wenn jeder sich hätte impfen lassen können, wäre Corona kein politisch-gesellschaftliches Problem mehr, sondern ein privates, persönliches. Wer dann nicht will, der hat schon. Wer sich nicht impfen lassen will, der muß sich halt selbst quarantänisieren, oder der geht eben voll auf Risiko. Impfen kann man so wenig verpflichtend machen wie Nichtrauchen, gesunde Ernährung, Nichtausüben von Risikosportarten. Der Raucher darf zwar andere nicht gefährden, aber der Impfverweigerer gefährdet überwiegend nur sich selber. Der Staat hat nun nicht nur nicht mehr die Pflicht, irgendwelche Freiheitsbeschränkungen zum Schutz der Ungeimpften zu erlassen, er hat nicht einmal mehr das Recht dazu. Die radikalste Version, weil ja mal so zugesagt: Nicht einmal für die Ungeimpften selber. Corona ist dann kein Problem mehr für Politik, Gesellschaft, Öffentlichkeit. Sondern nur noch für einen selber.

Dann ging das nicht vorwärts. Dann war zu wenig Impfstoff bestellt. Dann wurde AstraZenika madig gemacht. Dann waren die Hotlines dauerbesetzt. Aaaber dann! Dann ging das so richtig ab! Dann wurden Impfzentren aus dem Boden gestampft! Dann waren sie überfüllt! Dann ging das aber los mit dem Impfen! Dann ging das aber so richtig los!

Dann nicht mehr. Irgendwie waren dann Sommerferien, und danach war der Schwung irgendwie raus. Und dann kamen irgendwann schon die Hausärzte: Ööööy, die Apotheken haben sich dumm und dusselig verdient für nix mit den Masken, dann kamen die Testzentren, die sich ihren Umsatz selber erfunden haben, jetzt hätten wir endlich auch gerne was vom großen Batzen Geld. Zumal die Ärzte ja aber wirklich auch was tun würden für ihr Geld zur Abwechslung, und sie sind ja aber auch näher dran an den Patienten, haben deren jahrelang erworbenes Vertrauen, können also nach der groben Massenabfertigung in den Impfzentren nun also an den Feinschliff. Zumal die Zentren ja auch die Kommunen kosten; Miete, Malteser, Security.

Und so tröpfelte die große Impfe allmählich aus. Dann hat man durchgezählt: hm, tja, bißchen wenig vielleicht doch, vielleicht reißen die Hausärzte ja noch was, aber, naja, Impfangebot gemacht. Hauptsache. Mission accomplished. Das ist ja ein Punkt, den die Spaziergänger tatsächlich haben, und da gab ihnen die Politik ja auch Recht: So, Ihr habt jetzt euren Impfstoff, und jetzt laßt uns endlich in Ruhe. Und außerdem war für die Politik jetzt Wichtigeres, wir müssen Wahlkampf verhindern, damit wir ungestört diskutieren lassen können über Uniabschlüsse und Plagiate. Ach, die verdammte Flut war auch noch.

Und aber irgendwie war doch Unbehagen. Irgendwie, ich komm nicht drauf, aber das sind zu wenig Geimpfte, ich wußte das mal, keine Ahnung, aber das wird sich irgendwie nicht ausgehen. Und dann kamen die Tiefpunkte. 3G. Wat'n Schwachsinn! 2G oder 1G. Entweder Geimpfte/Genesene unter sich, um sich ihre Booster-Immunisierung durch Infektion abzuholen, so lange der Impfschutz noch anhält, und da dürfen Ungeimpfte dann natürlich nicht mitspielen, oder alle werden getestet, keiner wird infiziert. Aber 3G? Geimpft, genesen oder getestet? Weil die Geimpften und Genesenen Angst haben, sich bei den Ungeimpften anzustecken? Ergibt das irgendwie Sinn, ist da ein Funken Rationalität drin? Ja, natürlich. Wenn man die Ungeimpften rumschubsen will, mobben, schikanieren – Aber nur so'n bißchen. Weil wir wollten ja keine Impfpflicht, und auch nicht durch die Hintertüre. Das war natürlich der Punkt, mit dem man die noch Erreichbarsten von denen endgültig auch verprellt hatte.

Und irgendwo, in einer stillen Stunde, irgendwer grübelt vor sich hin, verdammt noch mal, da war doch was, ganz im Anfang, wie war das denn … Argh! Verdammt! FLATTEN THE CURVE! Wir dürfen die Intensivstationen nicht überlasten, DAS war's! Ja – Aber wenn da jetzt nur noch die Ungeimpften hinkommen, selber Schuld? Obwohl – Moment – Intensivstationen gab es doch schon vor Corona, wozu braucht man die noch mal normalerweise?

Und dann fiel der Groschen. Ungeimpfte gefährden nicht nur selbstverschuldet nur sich selbst. Mit ihrem Fimmel, Weihnachten selbstbestimmt auf einem Selbstverwirklichungstrip an der ECMO hängen zu wollen, gefährden sie weiterhin Geimpfte, die als Unfallopfer, mit einem Herzinfarkt, nach einer Krebsoperation intensivmedizinischer Behandlung bedürfen … :(
 
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Bintje

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5 Mai 2018
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Genauer: Omikron war gerade am Anrollen. War in Südafrika, galt als sehr infektiös, aber man wußte noch nicht recht, was das werden würde.
Im Mai 2021? Oder im Juli? Da war die Debatte um eine Impflicht schon im Gange. Weit vor Omikron.
Einfach mal so herausgegriffen ...






Und wie Du siehst, ging es kontrovers zu; die Mehrheit der Entscheider:innen war dagegen. Deswegen schrieb ich, das Aufploppen von Omidings habe die Debatte lediglich befeuert, was sich auf die Grundsatzfrage bezog.
Aber ist auch egal, Tatsache ist halt, dass die Frage schon vorher im Raum stand und mehrheitlich negativ beantwortet wurde. Jetzt eher umgekehrt.
 
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Alubehütet

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29 Januar 2017
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Im Mai 2021? Oder im Juli? Da war die Debatte um eine Impflicht schon im Gange. Weit vor Omikron.
Wo siehst Du in deinen Quellen eine politische Debatte? Es gibt keine Denatte. Es gibt einen Konsens. Es wird keine Impfpflicht geben Punkt. Der Einzige, der das für bestimmte Berufe nicht ausgeschlossen sehen will, ist Montgomery. Und der ist kein Politiker. Im Gegenteil, der ist Wissenschaftler, die zählen schon mal gar nicht.
 

Alubehütet

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29 Januar 2017
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Das Problem ist: Wir wollen impfen gegen eine Virusvariante, die vielleicht kommt zwischen November 2022 und April 2023. Wir können vermuten, daß sie noch infektiöser ist und/oder ein Immun-Escape, und sich darum durchsetzt. Wir wissen aber noch nicht, ob sie noch harmloser wird wie Omikron, oder so aggressiv bleibt wie Delta. Impfschutz aber haben wir frühestens zwei Wochen nach der Zweit-, also acht Wochen nach der Erstimpfung.

Kann sein, Du impfst Millionen Menschen gegen ihren Willen gegen einen Schnupfen. Kann sein, Karlsruhe blockiert das wegen nicht gegebener konkreter Gefahr, und es sterben noch mal hunderttausend binnen Wochen. Weiß kein Mensch, und wenn wir es wissen, wird es gelaufen sein.
 
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