Das Bundespräsidentenamt

sommersonne

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19 März 2017
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Leipzig
Aber wer nach 30 Jahren sein Leben nicht auf die Reihe kriegt, wäre wahrscheinlich bei noch bestehender DDR auch dort nicht zurecht gekommen.
Damals gab es aber noch Geschäfte in den Dörfern, die Busse fuhren regelmäßig in die Stadt und wo das nicht der Fall war, hat die LPG dafür gesorgt das die Leute in die Stadt gefahren wurden. Mopeds waren auf den Dörfern viel vorhanden. Nein, da gibt es jetzt schon eine Verschlechterung und Verbesserung ist meistens nicht in Sicht.
Ich bin AfD Wähler und fühle mich in die rechte Ecke gestellt......nein du bist ein Nazi. SO!
Dann mußt du aber eine Menge Leute abschreiben und zu Nazis machen. So wirst du deren Meinung nicht ändern, sondern sie aus Trotz nur noch weiter den Rechten in die Arme treiben.
 

alterali

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19 April 2007
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mittenmang
Ich glaube ja nicht das es tatsächlich die Mitte ist, die diesen Rattenfängern hinterher läuft. Es sind zum großen Teil alte oder ältere Leute, die nach der Wende abgehängt wurden und keinen neuen Anfang gefunden haben. Sie befinden sich rein einkommensmäßig am unteren Rand der Gesellschaft und sind deshalb massiv unzufrieden. Natürlich gibt es auch junge Leute, die von Eltern und Großeltern mit beeinflußt werden und wo Bildung und Ausbidung auch zu wünschen übrig läßt..
Also immer wieder die Sache mit der Bildung.
Ich werde nicht müde zu sagen: Unser Wahlrecht, da spielt Bildung (fast) keine Rolle.
Klar, man mag es beklagen. Aber die Wähler als blöd hinzustellen.
Die Wessies kamen doch von Anfang an mit Wahlgeschenken. Begrüßungsgeld.
Ja es war doof, dass die DDR, das dumme Volk aber auch dass die dummen Wessies eine Chance vertan haben.
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Jedenfalls paart sich die Angst vor einem möglichen gesellschaftlichen Abstieg mit teils maßlos überzogener Elitenkritik ("die da oben")
Beides ist verständlich. Der gesellschaftliche Abstieg ist seit Jahrzehnten Realität. In der Ex-DDR wegen des Treuhand-Kahlschlags, der ein einziges großes Verbrechen gegen die Menschlichkeit war. Im Westen wegen der Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, die Millionen Menschen die Stabilität raubt, sie in lebenslange Existenzängste stürzt. Die Elitenkritik kann nicht überraschen, denn die Entscheidungen wurden und werden von Leuten getroffen, die die Folgen nicht spüren.

und radikaler Abgrenzung gegenüber Ärmeren, Armen, denen es weitaus schlechter geht, denen man auf keinen Fall angehören will und zugleich nicht die Margarine auf dem Brot gönnt (reflexartiges Bashing von H4-Beziehern als "Sozialschmarotzer").
Auch kein Wunder, denn die Entsolidarisierung ist gewünscht, getreu nach Thatchers Statement: There's no such thing as society. Hierzulande heißt es: Jeder hilft sich selbst, dann ist allen geholfen.

Es ist eine piefige, engherzige und gleichzeitig autoritätshörige Haltung, die sich nach einer starken Hand sehnt und von kulturrestaurativer Renationalisierung träumt: weil sie tatsächliche oder auch nur herbei phantasierte Nachteile der Globalisierung durch nationalistisches Aufblähen zu beherrschen versucht.
Auch das ist leider wenig überraschend. Früher war der Staat stark und hat sich um die Leute gekümmert, jetzt ist er es nicht mehr. Dann wird geschaut, was sich seit der guten alten Zeit sonst noch so geändert hat und dann sind die Leute ganz schnell bei den vielen "Ausländern". Einen direkten Zusammenhang gibt es zwar nicht, aber mit Hilfe der Haltet-den-Dieb rufenden Verursacher wird er ganz schnell hergestellt. Neu ist sowas nicht, vgl. Hexenverfolgung.
 

Alubehütet

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29 Januar 2017
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Wuppertal
Die Elitenkritik kann nicht überraschen, denn die Entscheidungen wurden und werden von Leuten getroffen, die die Folgen nicht spüren.
Was ja wirklich überrascht, ist, wenn Angela Merkel wiederholt so einen Klopper raushaut: Nie sei es den Deutschen so gut gegangen wie heute. Die scheint das ja wirklich zu glauben. Eine Menge Zahlen werden das wohl auch hergeben. Wie völlig abgehoben ist das denn. Die kriegt ja anscheinend gar nichts mit, wie es den Menschen geht.

Ist natürlich auch das Problem, daß Menschen sich heute im Internet verabreden und sich nicht mehr, wie früher, in Milieus und Organisationen, Institutionen organisieren. Im berühmten Schrebergartenverein, in der Kirchengemeinde, in der Gewerkschaft, oder banal in der Nachbarschaft oder Eckkneipe. Oder eben in Parteien. Vor zehn, fünfzehn Jahren konnte man noch spüren, wie die Stimmung “an der Basis“ ist. Und die Basis der Parteimitglieder nahm auf und gab weiter, was in ihrem Kollegenkreis oder in der Kirchengemeinde so gesprochen wird. Heute ist in einer Partei nur noch, wer das beruflich machen will.

Früher hatte man auch noch gemeingesellschaftliche kulturelle Zentren: Im Wuppertaler Opernhaus wird damals der Direktor unseres Bayerwerks noch in der Pause mit Apothekern und Lehrern gesprochen haben. Wo begegnet ein so hochkarätiger Manager heute noch Nicht-Seinesgleichen? Von Bankern und so gar nicht zu reden.

Momentan sind uns die Orte verloren gegangen, an denen wir miteinander reden. „Wetten dass?“ galt als das „letzte abendliche gemeinsame Lagerfeuer“. Eine Überraschung bei Rezo war ja auch, wahrzunehmen, daß es diese Leute gibt. Die da längst rumwuseln und ziemlich viel Kohle machen nebenbei in Szenen, von denen wir nie was mitkriegen. Die unser Fernsehen aber auch nicht mehr gucken.
 

sommersonne

Well-Known Member
19 März 2017
13.013
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Leipzig
Also immer wieder die Sache mit der Bildung.
Ich werde nicht müde zu sagen: Unser Wahlrecht, da spielt Bildung (fast) keine Rolle.
Klar, man mag es beklagen. Aber die Wähler als blöd hinzustellen.
Die Wessies kamen doch von Anfang an mit Wahlgeschenken. Begrüßungsgeld.
Ja es war doof, dass die DDR, das dumme Volk aber auch dass die dummen Wessies eine Chance vertan haben.
Mache ich doch garnicht. Ich unterstelle nur den Leuten, die der AfD und anderen Nazis hinterher laufen, mangelnde Bildung. Sonst müßten sie doch merken mit was für Dumpfbacken sie sich einlassen.
 

Berfin1980

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19 Juni 2015
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Damals gab es aber noch Geschäfte in den Dörfern, die Busse fuhren regelmäßig in die Stadt und wo das nicht der Fall war, hat die LPG dafür gesorgt das die Leute in die Stadt gefahren wurden. Mopeds waren auf den Dörfern viel vorhanden. Nein, da gibt es jetzt schon eine Verschlechterung und Verbesserung ist meistens nicht in Sicht.

Dann mußt du aber eine Menge Leute abschreiben und zu Nazis machen. So wirst du deren Meinung nicht ändern, sondern sie aus Trotz nur noch weiter den Rechten in die Arme treiben.

Ich habe es schon mal geschrieben, es ist in ländlichen Gegenden im Westen nicht anders. Gäbe es da nicht den freundlichen mobilen Nachbar käme manch älterer Mensch nicht zum einkaufen. Im besten Fall sind Familienangehörige in der Nähe die das erledigen.

Im Dörfchen meiner Großeltern gibt es schon seit 45 Jahren keinen Bäcker mehr, er verstarb und die Söhne hatten kein Interesse. Da kam dann ein Bäckerauto und der fährt auch heute noch. Ich kann mich an drei Lebensmittelgeschäfte erinnern, den genannten Bäcker und einen Metzger. Dazu noch ein Laden mit Kleidung, Wäsche, Stoffen und Papierwaren, der Mann war Schneider.

Der Metzger hat die Kurve bekommen, fährt aber auch mit drei Wagen die Wochenmärkte ab, nur vom Ort kann er nicht leben. In der Stadt gab es 5 Metzger, heute noch zwei. Es gibt dort noch einen Bäcker der seine Waren komplett selbst herstellt ohne Backmischungen, alles andere sind Filialen von Großbäckereien.

Und ja auch in den ländlichen Bereichen im Westen wählen viele zweistellig die AfD......der ehemalige Bänker aus Leipzig in dem Beitrag sagte ja er will sich nicht in die rechte Ecke stellen lassen. Er wähle die AfD aufgrund der Bundes politischen Arbeit, habe ich was verpasst sitzen da keine Nazis drin?

Jeder Diskutant mit dem ich bisher diskutierte deswegen, kannte kaum das parteipolitische Programm und wie es z.B. um die Sozialpolitik gestellt sein würde, wären sie an der Macht. Nachdem wir das erläutert hatten kam ein großer Teil von ihnen ziemlich zum nachdenken.

Ansonsten hat @EnRetard einen verdammt guten Beitrag zu Osten und Westen verfasst.
 

sommersonne

Well-Known Member
19 März 2017
13.013
12.030
113
Leipzig
Wie schön das bei euch wenigstens Bäckerwagen usw. fahren. Das ist hier aber nur ganz selten der Fall und hat sich noch nicht etabliert.
Ich verstehe nicht ganz wieso man mit den Zuständen zufrieden sein soll, nur weil es im Westen genauso schlecht funktioniert. Soll man sich tatsächlich am schlechten Beispiel orientieren, das wäre nicht sehr klug. Es legitimiert natürlich nicht sich für die AfD zu entscheiden, das wäre der absolut falsche Ansatz.
Ach so, EnRetard lese ich nicht, keine Lust auf ewigen Streit.
 

Berfin1980

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19 Juni 2015
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Ich verstehe nicht ganz wieso man mit den Zuständen zufrieden sein soll, nur weil es im Westen genauso schlecht funktioniert.
Ganz einfach, weil immer davon geredet wird euch im Westen geht es doch gut. Ich könnte jetzt auch noch die sozialen Brennpunkte im Westen ansprechen. Und die Wähler in Hessen mussten sich sogar von einem Kokslutz abwerten lassen, bezüglich ihrer Wahlen.

Na gut einen habe ich ...... Link

Der 24-jährige Vincent Jeffrey sagt: „Beim Yok-Yok sehen alle aus wie aus einem Modekatalog und starren auf die andere Seite, wo normale Leute leben, essen, einkaufen, sich die Haare schneiden lassen.“ Er fügt hinzu: „Das ist schon eine beispiellose Gentrifizierung. Die Leute suchen den Thrill und finden das auf perverse Weise geil. Wenn alle Obdachlosen oder Prostituierten weg wären, über die sie sich erheben können, würden sie hier auch keinen Kaffee mehr saufen.“

Das ist genauso. Die Leute haben kaum noch......ja Anstand. Wem es besser geht der erhebt sich, nicht mein Fall und mir geht es gut. Aber ich sehe die Pappnasen fast täglich. :mad:

Ach so, EnRetard lese ich nicht, keine Lust auf ewigen Streit.

Dann kann ich es auch nicht ändern.
Ich verstehe nicht ganz wieso man mit den Zuständen zufrieden sein soll, nur weil es im Westen genauso schlecht funktioniert.

Was an meinen Umständen ändern, kann ich aber nicht durch jammern erreichen, oder mit Hetze gegen Flüchtlinge. Dazu habe ich aber demokratische Mittel. Was meinst du denn, wenn in Berlin jedes Wochenende hundertausende gegen das protestieren würden was diesen angeblichen Sozialstaat ausmachen soll? Würde das was ändern? Ich denke schon.

Und das ganze frei von Parteien und vor allem den ganzen Nazis.
Bin hier erst mal raus.
 

sommersonne

Well-Known Member
19 März 2017
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Leipzig
Was an meinen Umständen ändern, kann ich aber nicht durch jammern erreichen, oder mit Hetze gegen Flüchtlinge. Dazu habe ich aber demokratische Mittel. Was meinst du denn, wenn in Berlin jedes Wochenende hundertausende gegen das protestieren würden was diesen angeblichen Sozialstaat ausmachen soll? Würde das was ändern? Ich denke schon.

Und das ganze frei von Parteien und vor allem den ganzen Nazis.
Bin hier erst mal raus.
Ich spreche hier nicht von meiner Meinung oder von meinen Lebensumständen. Bitte nicht verwechseln.

Ja, natürlich hilft jammern nicht. Allerdings tun sie ja was (in ihren Augen), nur das falsche. Sie protestieren indem sie eine Partei wählen, die erstens nichts für sie tun wird und zweitens immer mehr nach rechts abdriftet.
Na und jedes Wochenende nach Berlin fahren - dafür fehlen ihnen wohl die Mittel und dann vielleicht die körperliche Kraft. Die meisten sind ja schon älter.

Du bist aber immer schnell raus.:eek:
 
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eruvaer

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7 April 2014
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Liebe.
Nee, nicht nur. Mir leuchtet die These vom Extremismus der Mitte ein: und keineswegs nur bezogen auf die, die sich aus propagandistischen Gründen als "mittig" ausgeben, obwohl sie längst an den Rändern stehen. Es gibt interessante Studien zur Frage, inwieweit rechtsextreme Thesen auch bei Anhängern demokratischer Parteien anschluss- und zustimmungsfähig sind, wenn man die Quellen nur sorgsam genug ummantelt. Dabei kam u.a. heraus, dass unabhängig von der politischer Couleur jeder Vierte dafür anfällig war. Inzwischen sind's wohl eher mehr geworden, aber die neuesten Zahlen habe ich nicht parat. Jedenfalls paart sich die Angst vor einem möglichen gesellschaftlichen Abstieg mit teils maßlos überzogener Elitenkritik ("die da oben") und radikaler Abgrenzung gegenüber Ärmeren, Armen, denen es weitaus schlechter geht, denen man auf keinen Fall angehören will und zugleich nicht die Margarine auf dem Brot gönnt (reflexartiges Bashing von H4-Beziehern als "Sozialschmarotzer").
Es ist eine piefige, engherzige und gleichzeitig autoritätshörige Haltung, die sich nach einer starken Hand sehnt und von kulturrestaurativer Renationalisierung träumt: weil sie tatsächliche oder auch nur herbei phantasierte Nachteile der Globalisierung durch nationalistisches Aufblähen zu beherrschen versucht.
Es geht nicht nur, aber auch um das Erschaffen einfacher Weltbilder. Ganz regressiv.
Schau Dir die USA an, 'klassische' Trump-Wähler: America first! Das sind nicht alles Nazis, natürlich nicht.
Nur wären sie vermutlich ebenso anfällig dafür wie Teile der sog. Mitte in Deutschland oder in Italien, um ein aktuelles Beispiel zu bemühen. Aber Salvini und dessen Umtriebe wären m.E. noch ein gesondertes Thema.
Was ja auch kein neues Konzept ist.
Ohne diese Willigkeit der breiten Masse, "den anderen" nichts zu gönnen und sich "denen da oben" machtlos ausgeliefert zu fühlen, wäre auch Hitler nie so weit gekommen.