"Die Menschen haben aus Auschwitz nur sehr wenig gelernt"

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von univers, 24 September 2016.

  1. univers
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    univers Well-Known Member

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    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/holocaust-zeitzeuge-max-mannheimer-ist-tot-a-1113778.html

    Der Threadtitel ist ein Zitat aus;

    http://www.spiegel.de/einestages/au...r-max-mannheimer-erinnert-sich-a-1015193.html

    und wer, wenn nicht ein Betroffener, kann es zutreffender beurteilen!

    Um jegliche Missverständnisse zu vermeiden, sei von mir hinzuzufügen, dass es mir nicht um das Deutsche von der Gegenwart geht, sondern aus heutiger Sicht, gerade aus der zeitlichen Distanz, man es in Namen des Menschlichen dieses "nicht vergessen" darf und wieder und wieder erwähnen muss.

    Max Mannheimer;
    https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Mannheimer
     
  2. Vaterlich
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    Vaterlich Well-Known Member

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    Na ja, der Name hat mich zuerst an Max Horkheimer erinnert - nein, erinnern ist falsch. Die Namen Max Mannheimer und Max Horkheimer habe ich zuerst durch einandern gebracht - nein, das auch stimmt nicht ganz. Den Name Max Mannheimer habe ich zuerst als Max Horkheimer gelesen - wegen des Zusammenhang Auschwitz. Dies wiederum hat mich an Theodor Adorno erinnert. Und dies an seinen Ausspruch: "Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch."

    Na ja, der Mensch müsste es wirklich aufhören, danach Gedichte zu schreiben. Symbolisch! Wenigstens! Aber vergessende Tiere sind wir!

    Max Mannheimer kannte ich nicht. Möge er in frieden ruhen!
     
  3. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    @Vaterlich
    du hast Max Mannheimer vermutlich mit Karl Mannheim verwechselt. Der gehörte zu Horkheimers Institut für Sozialforschung.
    Aber der Hinweis auf Horkheimer ist schon richtig: nachdem sie aus dem Exil zurück waren, hat die Kritische Theorie mit der Aufarbeitung der Vergangenheit begonnen. In der Bundesrepublik hießen sie Neomarxisten, in der Deutschen Demokratischen Republik Konterrevolutionäre. Ohne Horkheimer et al hätten die Studenten nicht die Bibliotheken nach verschwiegenen Publikationen durchsucht und hätten nicht festgestellt, daß ihre gegenwärtigen Lehrer allesamt ein Hoch auf den Führer abließen, als sie es noch gar nicht mußten.
    Goebbels war 1934 sehr überrascht, daß es überhaupt keinen "bürgerlichen" Widerstand gab. Auch nicht in der späteren Besatzungszone der Sowjets. Und dies wurde nie aufgearbeitet. Die Faschisten saßen immer nur im Westen. Dabei war z. B. die Universität Jena eine Kaderschmiede der Nazis, jedenfalls im Bereich von "Erziehung und Bildung". Die übelsten wurden nach 1945 in der Bundesrepublik entsorgt, und insofern war man dann nazifrei und aufarbeiten mußte man auch nichts mehr.
     
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