Elected President Joe Biden und elected vice Kamala Harris

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von Mendelssohn, 7 November 2020.

  1. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Joe Biden ist der älteste (und zweite katholische) amerikanische Präsident, der je gewählt wurde. Mit 76/ 77 Jahren entschied er, die USA von Trump zu erlösen und in einen zermürbenden Wahlkampf einzutreten. Nicht für die eigene Karriere, die er längst überaus erfolgreich zu Ende gebracht hatte, nicht um seine Geschäfte oder seinen Sohn nach vorn zu bringen (@Burebista), nicht um eine Schar von Praktikantinnen zu beeindrucken, nicht um sich als älterer Herr auf die Bühne zu quälen, sondern einzig, um eines der bedeutendsten Ämter wieder professionell zu besetzen. Wenn man so will: seine Triebfeder war Pflichtbewusstsein.
    Und wie professionell er agiert hat, kann man an der Nominierung seiner elected vice president Kamala Harris erkennen: sie ist jung, integriert Linke und Minderheiten und hat nun vier Jahre Zeit, Erfahrungen zu sammeln, einen politischen Stand zu finden und die nächste Kampagne anzuführen, wenn Joe Biden zu alt sein wird.
    Ich ziehe meine Hut und wünsche gutes Gelingen bereits während der Übergangsregierung.
     
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  2. Burebista
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    Burebista Well-Known Member

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    Vielen Dank für die Erklärung.
    Ich war auch verwirrt von den Medien hier. Die waren wie chinesische Tropfen und man wusste nicht, wo man sich hinwenden solle, um etwas Wahrheit zu erfahren. Hatte keine Zeit alles zu lesen im Netz.
    Danke.
     
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  3. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Danke. Einfach nur: D A N K E ! Die Amerikaner, die Mehrheit von ihnen, haben es geschafft: Trump ist abgewählt.
    So gehört sich das. :) Tatsächlich hatte ich nicht mehr daran geglaubt. Aber ich bin so froh, dass meine monatelangen Befürchtungen mich getrogen haben. Ich hatte schon die Hoffnung verloren, die dystopischen und zerstörerischen Kräfte für weitaus stärker gehalten als die vernünftigeren, besseren.

    Joe Biden und Kamala Harris wünsche ich, dass sie es schaffen, die von vielen Menschen in sie gesetzten großen Erwartungen zumindest teilweise zu erfüllen. Das wäre schon gut. Gemessen am Ausgangspunkt sogar sehr gut.
    Wie es werden wird? Hoffentlich einfacher und glatter, als es sich abzeichnet.
    Aber für die USA ist es heute ein ganz großer Tag.

    Ich glaube, die Wenigsten von uns können nachvollziehen, was die Abwahl von Donald Trump für sehr viele Menschen in USA bedeutet. Der CNN-Moderator Van Jones, im Interview danach gefragt, weinte vor laufenden Kameras vor Freude und Erleichterung. Sein auf Twitter verlinktes Video der Szene wurde bereits millionenfach angesehen und spricht für sich.



    "Es ist leichter, seinen Kindern jetzt zu sagen: Charakter ist wichtig. Die Wahrheit zu sagen, ist wichtig. Eine gute Person zu sein, ist wichtig", sagte er. Ihm stockte dabei die Stimme. "Wenn du ein Muslim bist, musst du dir nun keine Sorgen mehr machen, ob der Präsident dich nicht hier haben will", so Van Jones weiter. [...]
    "So viele Menschen hier fühlten sich, als würden sie keine Luft mehr bekommen. Unser Land wird für sie jetzt ein besseres sein", sagte er unter Tränen.
    So viele Menschen hätten unter Trump gelitten. Jetzt gebe es die Chance auf einen Neustart."

    Quelle: https://www.watson.de/473411972-nach-trump-abwahl-cnn-moderator-bricht-im-tv-in-traenen-aus
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 November 2020
  4. Msane
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    Msane Well-Known Member

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    Die große Herausforderung für Biden wird es sein, die vielen Trumpwähler wieder einzufangen und diese unsägliche Spaltung der Gesellschaft rückgängig zu machen.
     
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  5. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Was auch immer sonst, Joe Biden bedeutet Krieg. Damit ist r2g gestorben. Die nächste deutsche Regierung wird eine schwarz-grüne Koalition sein. Mal sehen, ob die FDP mitspielen darf.
     
  6. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Wie bitte? Biden bedeutet Krieg? Wieso?
     
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  7. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Zusammenhang?
     
  8. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Vielleicht, weil Sahra Wagenknecht das sinngemäß bei Maischberger erzählte und Trump - nach Aufsagen eines wohlfeilen Disclaimers, versteht sich - über den grünen Klee lobte? ; )
    So weit ich mich entsinne, erwähnte sie dabei nichts von seiner Vorliebe für die Diktatoren dieser Welt und dem zerschlagenen Iran-Abkommen, das Biden wiederbeleben will. Auch nichts von Trumps extralegaler Tötung von General Soleimani in Irak und Luftschlägen in Afghanistan.

    Außerdem droht Biden mit Diplomatie, Wiedereintritt ins Pariser Klimaabkommen, Fortsetzung der von Donnie in Frage gestellten Bündnispolitik und möglichen Bemühungen um ein Handelsabkommen im Pazifik. Und!, Wahlkampfknüller!: Biden hat 2003 für den Einmarsch in Irak gestimmt. Dass der Kriegsgrund von der Bush-Administration erlogen war, stellte sich zwar erst später heraus, aber. Er ist darauf reingefallen wie viele andere. Dass ihm das später peinlich war/ist, lässt sich daran ablesen, dass er seine Biographie um diesen Punkt angeblich zu schönen versucht haben soll.

    Dazu kommt, dass auch Biden auf die geforderte zweiprozentige Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben drängen wird. Aber erstens haben Leute wie Von der Leyen und AKK steigende Verteidigungsausgaben längst durchgedrückt. Zwotens - wichtiger - steigt deren Anteil bei sinkendem BIP sowieso automatisch.
    Wegen der Coronakrise passiert das bereits und lässt sich nicht weg rechnen. Wirklich relevant dürfte das alles erst werden, wenn die Wirtschaft sich von dem Einbruch erholt hat und wieder wächst. Das kann dauern.

    Aber mit alldem war Biden aus der oben geschilderten Weltsicht natürlich der weitaus schlechtere Kandidat.
    Und nun hat er gewonnen. Wir werden sehen. Vorerst wird er mit den desaströsen innenpolitischen Zuständen in USA beschäftigt sein, vor allem auch mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

    "Biden bedeutet Krieg" ist jedenfalls genau so eine Platitüde wie "Hillary = Killary". Es sei denn, man findet es cooler, wenn die Amerikaner sich weiterhin selbst zerfleischen und Deutschland sich angesichts zerfallender Weltmächte bis auf China (huch!) erschrocken auf Putins Schoß rettet.
     
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  9. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Mal flüchtig gegoogelt.

    2013

    Ein Militärschlag gegen Syrien ist nur noch eine Frage von Tagen: US-Vizepräsident Biden hat keine Zweifel mehr am "abscheulichen" Giftgas-Einsatz durch das Assad-Regime.

    Quelle



    Während des Bürgerkrieges in Syrien forderte Biden ein Eingreifen und sagte, dass Baschar al-Assad sein Volk nicht mehr regieren könne.

    Wikipedia


    2016 in Istanbul

    • Kurz vor Beginn der nächsten Syrien-Friedensverhandlungen sagt US-Vize-Präsident Biden, dass die USA auch auf eine militärische Lösung in Syrien vorbereitet seien.
    • Außerdem äußerte Biden Verständnis für den Kampf der Türkei gegen die kurdische PKK.
    SZ
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 November 2020
  10. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Ersteres: klar. Ob er das schafft, weiß ich nicht, möchte es aber bezweifeln. Dass er die Spaltung der Gesellschaft rückgängig machen kann, glaube ich nicht. Wir haben es ja in den letzten Tagen von diversen TV-Experten noch und nöcher gehört: aber diese Spaltung reicht weit, sehr weit zurück.

    Wer sich für die auseinanderstrebenden Kräfte in der US-Gesellschaft und die amerikanische Innenpolitik der jüngeren Zeitgeschichte seit den Achtzigern bis hin zu Obama interessiert, möge sich unbedingt das äußerst lesenswerte Buch "Die Abwicklung" (The Unwinding) von George Packer zu Gemüte führen. Seit ich es zum ersten Mal empfohlen habe, ist es auch als Taschenbuch erschienen. Es beschreibt den Zerfall der US-Gesellschaft wie unter einem Brennglas in etlichen, erzählerisch packend miteinander verschränkten Einzelportraits.

    https://www.fischerverlage.de/buch/george-packer-die-abwicklung-9783596030255

    Joe Biden erscheint darin als klassischer Mann der zweiten Reihe. Einer, dem der letzte Karrieresprung immer verwehrt blieb - bis jetzt.
     
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