Entschleunigung von heute auf morgen

Berfin1980

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19 Juni 2015
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"Klare Ansagen" sind aber was anderes als das geforderte "massivste Auftreten" (sic!), was angeblich "als einziges" helfen soll und in realiter auch körperliche Angriffe auf Schwestern und Pfleger beinhalten kann.
Wie gesagt, ich kriege es manchmal nach turbulenten Nachtdiensten zu hören ...
Och ich würde da auch minütlich massiv auftreten wenn ich sehe es stimmt was nicht.

Ich schreibe es nochmal Menschen die alkoholisiert sind oder andere Stoffe zu sich nahmen müssen auch mit entsprechender Zeit behandelt werden, die ist aber bei chronischer Unterbesetzung nicht gewährleistet.

Und ich kenne einen Notarzt ziemlich gut, im Notfall versetzt der den alkoholisierten Autofahrer eben in einen Schlaf, was auch der Situation geschuldet sein kann.

Jetzt könnte man noch den Aufwand Security vs. besser bezahltes und vor allem ausreichend vorhandenes Personal gegenüber stellen.
Ich habe Zivildienst gemacht in einem Altenheim, und da kam tatsächlich täglich zu Mittagsessen ein junger Mann von der Arbeit in seiner Mittagspause im Blaumann, um seine Mutter zu füttern :)

Aber das werden natürlich die wenigsten machen können.
Bitte nicht füttern schreiben, man füttert Tiere, Menschen reicht man Nahrung und Getränke an. Guter junger Mann!
 
Zuletzt bearbeitet:

Alubehütet

Well-Known Member
29 Januar 2017
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Wuppertal
Bitte nicht füttern schreiben, man füttert Tiere, Menschen reicht man Nahrung und Getränke an. Guter junger Mann!
:D Der ich nicht mehr bin, ich bin schon langsam ein alter Sack. Wir nannten das damals noch so. Aber ist richtig, Sprache wandelt sich, das Paprikaschnitzel hieß damals auch anders, und es ist gut, daß es nicht mehr so heißt, wie es hieß. Werde ich versuchen, zu beherzigen! :)
 

Mendelssohn

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17 Januar 2016
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Wenn mir eine Arzttochter, vermutlich selbst akademisch ausgebildet, erzählt, dass sie trotz gesetzlicher Krankenversicherung ordentlich behandelt wird von ihrem Hausarzt, den sie immerhin noch hat, dann klingt das für mich nicht nur glaubwürdig, sondern ist Teil des Problems, das ich hier angesprochen habe.
Das Problem, dass du ansprichst, ist einer 150ige % Auslastung guter Ärzte und Ärztinnen. Das war schon immer so. Diese guten Ärzte und Ärztinnen fragen nicht nach Kasse, sondern nach der Art der Beschwerden. Auch sie kommen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Meine Schwester, die z. B. gerne zu meinem Arzt gehen würde, wird von ihm trotz Privatversicherung nicht aufgenommen, wohl auf die Liste gesetzt. Er könne keine sorgfältige Betreuung gewährleisten. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass ein akut kranker Patient, der die Praxis aufsucht, wieder vor die Tür geschickt wird, weil man niemanden mehr aufnehmen könne. So finden ja die meisten ihren Hausarzt. Sie sind krank und müssen zum Doktor.
Nach deiner Logik wäre einjeder Teil des Problems, der einen Hausarzt hat.
Entschleunige den Gedankenkreisel noch mal! :)
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Was kann man bei dieser Aussage absichtlich missverstehen? Du schriebst:
Ach komm, dass ich keine körperliche Gewalt befürworte, weißt du. Dafür kennen wir uns zu gut. Ich nenne dir Beispiele: Drohen mit der Justiz falls unausweichlich, zB. zur Abwendung von oder beim inadäquaten Umgang mit Pflegefehlern. Das rigorose Durchsetzen von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Das Verhindern freiheitsentziehender Maßnahmen va. medikamentöser Art. Schlimmstenfalls die Verlegung in ein anderes KH erzwingen ("Wir haben das Ve rtrauen in Ihr Haus verloren")
 

Bintje

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5 Mai 2018
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Ach komm, dass ich keine körperliche Gewalt befürworte, weißt du. Dafür kennen wir uns zu gut. Ich nenne dir Beispiele: Drohen mit der Justiz falls unausweichlich, zB. zur Abwendung von oder beim inadäquaten Umgang mit Pflegefehlern. Das rigorose Durchsetzen von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Das Verhindern freiheitsentziehender Maßnahmen va. medikamentöser Art. Schlimmstenfalls die Verlegung in ein anderes KH erzwingen ("Wir haben das Ve rtrauen in Ihr Haus verloren")

Das ist ja okay, steht jedem frei. Nur kann "massivstes Auftreten", wie du sicherlich weißt, auch sehr viel mehr umfassen. Der Verzicht auf den Superlativ hätte es m.E. eindeutiger gemacht und entschleunigt. ; )
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Wenn ich mit Vertrauensentzug drohe oder mit juristischen Schritten ist das der Superlativ. Wer prügelt sich eigentlich mit Rettungskräften? Doch nicht Leute, die ihre Angehörigen schützen wollen.
 

Skeptiker

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26 Januar 2008
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und in Wohnbereichen der Behindertenhilfe vor. Es handelte sich überwiegend um Beschimpfen, Kneifen und Kratzen, Schlagen oder Bedrohen.
Ganz ehrlich, damit muß man rechnen wenn man dort arbeitet. Kommt natürlich auch auf die Gruppe an, aber jene Menschen mit Assistenzbedarf können manchmal nicht anders. Das solches Verhalten natürlich nicht zu fördern ist und man versuchen sollte, jenes pädagogisch abzustellen ist klar. Mit der Zeit kennt man aber seine Pappenheimer und weiß sie zu nehmen bzw. zu erkennen, daß solche Ausbrüche nicht persönlich gemeint sind. Sie können sich einfach manchmal nicht anders ausdrücken!
 

Alubehütet

Well-Known Member
29 Januar 2017
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Es ging @Bintje allerdings nicht um ausflippende Heimbewohner oder besoffene Notaufnahmepatienten, auch wenn die hier mitzitiert werden, sondern speziell um übergriffige Angehörige, gegen deren Attacken sogar Security engagiert werden muß – Ihr Sohn.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
17 Januar 2016
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Mir ist das alles zu unscharf formuliert, zu wenig präzise, um auszuschließen, dass es nicht auch schon bei vergleichsweise "banalen" Epidemien missbraucht werden könnte.

Ich habe das mal hierher geschoben wegen der dahinter stehenden Aussage, dass diese Pandemie nicht die letzte gewesen sein wird.
Aufgewachsen in einer Zeit, in der Seuchen in der Geschichte oder in weit von der europäischen Lebenswelt entfernten Regionen vorkommen, hatte ich so etwas wie eine Pandemie, die neben dem Gesundheitssystem und neoliberalen Zeitgeist unsere gesamte Lebensweise von heute auf morgen auf den Kopf stellt, absolut nicht auf dem Schirm. Eine allmähliche Veränderung tradierter Lebensformen infolge der Klimakatastrophe wäre denkbar gewesen, aber nicht eine Pandemie infolge eines mutierten und sich unendlich weiter mutierendenVirus. Dies kann mal eine eher banale Mutante sein oder eine lebensbedrohliche.
In der Beurteilung solcher Lagen kann es Rechtssicherheit eigentlich immer nur im Nachhinein, nach einer getroffenen Entscheidung, geben. Das Lebensrecht ist ja das erste unserer Grundrechte.