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„Evet – Ja, ich will!“ -
Eine interkulturelle Tour in Sachen Heirat

Claus Stille

Unterdessen sind deutsch-türkische Film- und Theaterfestivals durchaus nichts außergewöhnliches mehr. Hoffnungsfroh stimmt auch, dass die Türkei in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist.

All diese kulturellen Höhepunkte sind bestens dazu geeignet, mehr über den jeweils anderen zu erfahren. Zudem dienen diese Veranstaltungen jede für sich in vornehmster Weise immer auch der Völkerverständigung.

Die Zeiten, da türkische Migranten und die deutsche Mehrheitsgesellschaft fast ausschließlich nebeneinander her lebten, und sich dabei nur wenig mehr füreinander interessierten, als es die jeweiligen Lebensumstände des Einzelnen erforderten, sind zwar längst noch nicht in Gänze verschwunden. Jedoch wäre es mehr als fahrlässig, zumindest bruchstückhafte Verbesserungen im Verhältnis der Menschen untereinander ignorieren zu wollen. Allerdings sind Irritationen unterschiedlichster Natur und sich hartnäckig haltende Ressentiments auf der einen wie der anderen Seite immer wieder dafür verantwortlich, dass der Verständigungsprozess zwischen den beiden Kulturen Wünsche offen lässt.

Am ehesten noch dürfte sich die kulturelle Identität eines anderen Volkes über das Kennenlernen seiner Sitten und Gebräuche erschließen. Vergleicht man sie mit den eignen, wird man Unterschiede, aber nicht selten auch verblüffende Ähnlichkeiten feststellen können.


Deutsch-türkische Hochzeitskultur auf 1000 Quadratmetern

In Dortmund kommt es diesbezüglich zu einer interessanten deutsch-türkischen Begegnung. Und zwar in Sachen Hochzeitskultur und Mode von 1800 bis heute.

Im 125. Jahr seines Bestehens zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Ruhrgebietsstadt Ausstellung „Evet – Ja, ich will!“

Auf einer Gesamtfläche von zirka 1000 Quadratmetern führt die Dortmunder Exposition die Besucher mitten hinein in die Moden und die Kulturen des Hochzeitsfestes in Deutschland und der Türkei. Ein hochinteressantes Thema, schließlich verändert das Leben der Menschen kaum etwas so intensiv wie das Ja-Wort zur Ehe.



Sitten und Gebräuche

Das die nächsten Monate über hoffentlich zahlreich in die Schau strömende Publikum wird gleich zu Anfang des Rundgangs in die Modalitäten türkischer Verlobungsfeiern eingeführt.

Man erfährt, wie das Um-die-Hand-Anhalten der auserwählten Braut vor sich geht. Dazu passend sind die die obligatorische Zeremonie begleitenden entsprechenden Utensilien, z.B. Kaffee-Geschirr, zu sehen.

Es wird über den originellen Brauch informiert, welcher zur Folge hat, dass die künftige Braut dem Bräutigam Salz in den türkischen Mokka gibt. Trinkt ihn der Bräutigam ohne das Gesicht zu verziehen, schluckt er auch die bitteren Eigenschaften der Zukünftigen und ist somit ein guter Ehemann, welcher zur Braut passt.

Süße Lokum-Stückchen dagegen laden auf einem Tablett dargeboten zum Zugreifen ein. Und bald leuchtet dem Besucher auch ein, was für eine Bewandtnis sich hinter dieser Zuckergabe verbirgt: Es erklärt sich ganz einfach über den türkischen Ausspruch Tatli ye, tatli söyle (konus) – Wer süß ist, der wird auch süß sprechen...

weiteres hier in der ausstellung und hier im link : http://www.istanbulpost.net/08/09/02/stille.htm


Die Ausstellung „Evet – Ja, ich will!“

im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund

August bis 25. Januar 2009

Im Reisshorn-Engelhorn-Museum

in Mannheim

vom 1. März 2009 bis 7. Juni 2009


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