Fußball: Warum war die Türkei nicht bei der WM?

Dieses Thema im Forum "Sport" wurde erstellt von Fussballfan, 15 Juli 2014.

  1. Fussballfan
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    Fussballfan New Member

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    Hallo,

    wer die WM in Brasilien verfolgt hat, der hat ein schönes Fußballfest gesehen. Warum war die Türkei nicht dabei?

    Ich möchte eine Diskussion starten und fragen: Warum war unsere Milli Takim nicht in Brasilien?
    Es wäre doch schön gewesen, wenn Arda und Co mitgespielt hätten und türkische Fans auf den Tribünen anwesend gewesen wären.

    Leider ist dem türkischen Fußball eine erfolgreiche Spielweise nicht vergönnt. Sagen wir es offen: Unsere Spieler können nicht gut spielen und deshalb haben sie auch die Qualifikation nicht geschafft.

    Als Diskussionsgrundlage möchte ich auf ein Buch hinweisen, dass die Schwächen der türkischen Mannschaft analysiert hat. Wir können uns an der Inhaltsangabe orientieren, die schon deutlich macht, woran es der türkischen Mannschaft mangelt: http://nicht-gut-genug-buch.de/inhaltsverzeichnis/

    Es ist Zeit, dass der türkische Fußball sich verändert. Immer wieder neue Trainer und immer wieder die alten Denkmuster werden keine Erfolge bringen. Es muss sich was verändern, damit unsere Mannschaft in den zukünftigen Turnieren mitspielen kann.

    Woran liegt es also, dass der türkische Fußball nicht erfolgreich ist?

    Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
     
  2. Yaso2.0
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    Yaso2.0 Well-Known Member

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    Na weil die anderen eben besser sind.. :D
     
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  3. Sedatbey
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    Sedatbey Well-Known Member

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    Es gibt einige Gründe die alle zusammengenommen ein Bild ergeben. Die Vereine machen den gleichen Fehler wie die in GB und anderen europäischen Ländern. Man kauft für viel Geld Spieler aus allen möglichen Ländern ein und vernachlässigt die Jugendarbeit. Das stärkt die Vereine, schwächt aber das Nationalteam. Die Nationalspieler werden dann systematisch unter den türkischstämmigen Talenten in anderen Ländern gesucht und wenn sich ein Spieler gegen die Türkei entscheidet, wie es Özil tat, ist er Staatsfeind und Landesverräter.
     
  4. Pit 63
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    Pit 63 Guest

    Türken haben Bewegungstalent, Ballgefühl und Power- die Voraussetzungen sind mithin gegeben. Woran es hapert, ist die Spielanlage und die Einstellung.
    In Qualis wird gegen vermeintlich schwächere Gegner zuviel vergeigt. Das ist Kopfsache.
    Defizite bestehen ausserdem im taktischen Bereich. Es fehlt vielleicht auch die dazugehörige Disziplin. Türken lieben mehr den glanzvollen Auftritt als die selbstlose Arbeit im Dienst der Mannschaft.
    Das Spiel ist insgesamt zu unorganisiert, die Spieler zu ungeduldig und kopflos.
    Das Nationalteam bräuchte über einen längeren Zeitraum einen repektierten UND QUALIFIZIERTEN Trainer, der die Spieler nicht nur mit Authorität zusammenschweisst, wie seinerzeit Terim sondern sie über die Jahre auch spielerisch und taktisch voranbringt.

    Die schon angesprochene schlechte Jugendarbeit oder die hochbezahlte Anstellung mehr oder weniger namhafter und oft auch mehr oder weniger abgehalfteter Stars in der Liga ist natürlich auch nicht gerade förderlich für Motivation und Niveau der einheimischen Spieler.
     
  5. Ottoman
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    Ottoman Well-Known Member

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    Da kann ich Dir nur beipflichten. Allerdings war das ganz früher noch viel viel schlimmer: Fehlende Disziplin, Ungeduld, taktisches Denken und oft egoistische Alleingänge. Aber seit der WM 2002 (Oh Gott, vor 12 Jahren war das Spiel... ich spinne) ging es nur noch bergab.
     
  6. Fussballfan
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    Fussballfan New Member

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    @Sedatbey
    Du hast Recht. Die Politik der Clubmannschaften schadet der Nationalmannschaft. Am Anfang fand ich es auch schade, dass so ein Topspieler wie Özil nicht in der türkischen Mannschaft spielt. Doch dann habe ich meine Meinung geändert. Wenn jemand so toll spielen kann, dann muss er was aus sich machen. Zudem hat er seine Ausbildung in Deutschland erhalten, daher finde ich es verständlich, dass er sich auch zum DFB hingezogen fühlt.

    Der türkische Verband muss sich selbst um den eigenen Nachwuchs kümmern.


    @Pit63
    Du sprichst viele richtige und wichtige Dinge an. Es liegt in der Natur der Türken, den Torschützen zu feiern und den Assistgeber nicht zu betrachten. Das ist ein großer Fehler. Im türkischen Spiel erkennt man keinen Plan (kopflos sagst du treffend). Der Ball wird hin und her gespielt und manchmal passiert etwas überraschendes. Das ist zu wenig um eine gute Mannschaft zu sein.

    Ich frage mich immer, ob wir außer Termin keinen anderen Trainer in der Türkei haben. 70 Mio. Menschen und nur ein einziger Trainer, der die Nationalmannschaft trainieren kann? Mir fehlt der Glaube.

    Die Medien lassen leider keinem Team Zeit zu wachsen. Immer muss es gleich die Meisterschaft sein und leider machen alle mit. Bestes Beispiel ist gerade GS. Nach der Verflichtung des neuen Trainers hat der Vorstand gleich mal die Meisterschaft für das nächste Jahr angekündigt und einige Spieler fangen jetzt auch damit an. Das ist doch schlichtweg doof.

    Es muss an der Mentalität der Türken liegen.
     
  7. sintostyle1
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    sintostyle1 Well-Known Member

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  8. Novus
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    Der Fisch stinkt vom Kopfe her. An was denkt man wenn man an die Süperlig denkt?
    Spielmanipulation, Transferdefizite (Teuer Kaufen später verschenken, riesen minus jedes Jahr laut Transfermarkt.de) , Kauf alternder Spieler nur des Namens wegen, Mafioso in Vorständen, Probleme bei Lohnzahlungen, Größenwahn, schwachsinnige Kommentatoren, schwachsinnige Fußballzeitungen. Eigendlich ist alles wenn mit dem Fußball in der Türkei zu tun hat, unseriös. Ich wundere mich das die Leute immer noch zuschauen.

    Es gibt kein Verein das von ehemaligen Profis oder Fachleuten geführt wird. Dachverband ist eine Marionette der großen Klubs. Keine vernüftige Jugendarbeit und und und.
    Meine Hoffnungen das aus der Türkei gute Fußballer ala Arda Turan zahlreich ausgebildet werden sind gering. In Deutschland klappt es, wenn man bedenkt das aus einer Community von nur 3 millionen, ein Nuri Sahin, Gündogan, Mesut Özil, Calhanoglu, Kaan Ayhan, Emre Can, Ömer Toprak...Spieler herauskommen die allesamt internationale Klasse besitzen und dahinter noch zig Supertalente nachkommen wie Sinan Kurt, dann erkennt man das neben der Mentälität es auch in der unprofessionalität der Strukturen in der Türkei liegen muss.

    Hier in Deutschland haben wir das Problem das die besten Spieler in der U15 und U16 Migrantenkinder sind. Natürlich meist Türken, sie sind den deutschen Jungs in allen belangen haushoch überlegen. Aber sobald sie 18 werden, Führerschein haben, die coolen Kicker sind, mit Mädels durch die gegend ziehen, ist es vorbei mit der Professionalität. Bei Türken endet die Pubertät leider mit 30. Dann werden sie von den deutschen Jungs überholt und sie landen irgendwo in der Verbandsliga oder am Band bei Ford. Das werden euch die meisten Jugendtrainer bestätigen.
     
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  9. Fussballfan
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    @Novus
    Deine Analyse trifft es auf den Punkt. Ich hatte auch oft gehofft, wenn die gut ausgebildeten Spieler (besonders Sahin) aus der Bundesliga reif sind, dass die dann den türkischen Fußball nach vorne bringen. Da habe ich mich geiirt. Der Sahin konnte sich in der Nationalmannschaft gar nicht entwickeln.

    Und hier ist wieder ein Problem. Man traut den jungen Leuten nichts zu. Es spielen immer die "Abis", weil die eben alt und erfahren sind. Das die die Entwicklung der Mannschaft behindern, daran denkt niemand. Seht mal nur, wie lange der Torwart Rüstü seinen Platz nichts geräumt hat. Viel zu lange.

    Wie lässt sich denn Struktur und Ordnung in der Türkei einbringen?
    Oder ist die Lage hoffnungslos?
     
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  10. Novus
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    Novus Well-Known Member

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    Das wird schwierig sein. ich denke man wird einfach hoffen das viele Straßenkicker wie Arda Turan es irgendwie nach oben schaffen. Denn um den türkischen Fußball dauerhaft wie Deutschland an die Spitze zu bringen, braucht es auch zumindest ähnliche Strukturen wie in Deutschland.
    Das fängt schon bei der Gesellschaft an, die sehr unsportlich ist. Wenn sie jemand am Straßenrand Joggen sehen, halten sie an und ihn fragen ob man ihn mitnehmen soll (ist mir passiert).
    Kein Verein in der Türkei wird von ehemaligen Fussballern geführt. Da bestimmen Clubbosse, allesamt zwielichtige Personen mit viel Geld aber keine Ahnung, wo es im Verein langgeht. Schaut mal nach Deutschland. Endscheidungsträger sind bei erfolgreichen Clubs alle vom Fach. Erfolg ist das Ziel. Keine dunklen Machenschaften. Wenn die nicht erstmal allesamt weg sind, dann brauchen wir über, bessere Talentförderung, Internate, Leistungszentren, Trainerausbildung, Amateurvereinsstrukturen etc. erst gar nicht anfangen.
     
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