Gut, dass es den Euro gibt.............

S

sdost

Guest
....................aber schlecht, dass man fast jedes Land mitmachen lässt, denn nun kann es sehr eng werden

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Jetzt stehen sie Schlange. Island, Ungarn, Ukraine, Pakistan – ein Land nach dem anderen klopft beim IWF an, um sich eine Milliardeninfusion abzuholen. Nicht einmal Weißrussland unter seinem erzreaktionären Präsidenten Lukaschenko scheut sich, die Bretton-Woods-Institution um Hilfe zu bitten.

Und es werden noch mehr werden. Die Finanzkrise hat ihre dritte große Etappe erreicht. Was als Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten begann, sich dann in der globalen Bankenwelt wie eine Seuche ausbreitete, erreicht nun die souveränen Staaten. Auch sie können sich nicht mehr gegen den Herdentrieb an den internationalen Finanzmärkten wehren. Alle Länder, die eine negative Leistungsbilanz ausweisen, grob gesagt also mehr Waren und Dienstleistungen importieren als exportieren, drohen in die Bredouille zu geraten. Rumänien gilt als nächster Kandidat. Und sogar Länder in der Eurozone wie Griechenland oder Spanien könnten Turbulenzen bevorstehen.

Denn niemand will mehr das Loch in der Bilanz finanzieren. „Die Akteure an den Finanzmärkten beginnen jetzt ein neues Spiel“, sagt Thomas Straubhaar vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). „Nach den Banken fassen sie nun erste Länder ins Auge und spekulieren dabei auf die Reaktion der Politik.“

Private Kapitalzuflüsse sind gestoppt


Die privaten Kapitalzuflüsse in die aufstrebenden Volkswirtschaften sind abrupt gestoppt, die Milliarden fließen so schnell ab, wie sie die ausländischen Banken, Fonds und Investoren nur abziehen können. Jeden Tag gibt es neue Beweise, dass die Märkte verrückt spielen. Wer sich am Montag gegen einen Ausfall auf russische Staatsschulden versichern wollte, musste dafür mehr zahlen als für Kreditversicherungen gegen einen Konkurs Kolumbiens oder Panamas. Und das, obwohl das Land Ende August dieses Jahres noch über Devisenreserven von 568 Milliarden Euro verfügte. „Der Angstfaktor kennt keine Grenzen mehr“, sagt ein IWF-Ökonom, der schon die Russland- und die Asienkrise vor zehn Jahren genau verfolgt hat. „Es finden die gleichen Prozesse wie damals statt. Nur dass es diesmal weltweit passiert.“
Doch längst sind es nicht mehr nur die üblichen Verdächtigen, die es trifft. Die Einschläge rücken immer näher an die Eurozone heran. Galt Island noch als Ausnahmefall, als es vor knapp einen Monat de facto den Staatsbankrott erklären musste, so erreichte die Krise mit Ungarn die erste Volkswirtschaft in der Europäischen Union. Auch die baltischen Staaten sind extrem abhängig von ausländischen Krediten, so dass Zahlungsprobleme programmiert sind. Und mit Dänemark musste die Europäische Zentralbank am Montag ein Nachbarland gleich mit zwölf Milliarden Euro unterstützen, damit die Regierung das heimische Bankensystem am Leben halten kann.

Der Euro wirkt wie ein Klebeband


Angesichts der dramatischen Entwicklung lässt sich leicht vorstellen, was im Europäischen Währungsverbund los wäre, wenn es den Euro nicht gäbe. Einhellig sind Ökonomen der Meinung, dass die D-Mark in die Höhe geschossen wäre, während gerade die Währungen der Mittelmeerländer kräftig unter Druck gerieten. Doch das ist nun nicht mehr möglich. Der Euro wirkt wie ein Klebeband, das den Kollaps eines seiner Mitglieder weitaus unwahrscheinlicher macht: „Der Zusammenhalt in der Währungsunion sorgt für einen stützenden Effekt“, sagt Klaus Abberger vom Ifo-Institut in München. So krisenresistent scheint die Eurozone bislang, dass in ihren Hauptstädten bereits darüber nachgedacht wird, ob nicht kurzerhand die Eurozone erweitert werden könnte. Denn dann wären beispielsweise Währungsspekulationen gegen Dänemark oder die baltischen Staaten ausgeschlossen.
Doch den Zentralbankern im Eurotower und der Deutschen Bundesbank läuft bei solchen Szenarien der Angstschweiß über die Stirn: „Wir sind nicht die Lösung des Problems“, heißt es in Notenbankkreisen, „sondern wir haben selbst eins. Wir sind nicht dafür da, die Politik-Defizite auf nationaler Ebene zu kompensieren.“
Dabei ist es keinesfalls der drastische Fall des Eurokurses in den vergangenen Wochen, der den Notenbankern Sorgen bereitet. Angesichts fallender Ölpreise sind die Inflationsgefahren weitaus geringer geworden, so dass ein Verfall der Wechselkurse kaum schmerzt. Vielmehr ist es der Blick in die Zahlungsbilanzen, der die Krisenangst schürt. Ein Land wie Griechenland kam in den vergangenen zwölf Monaten auf ein Leistungsbilanzdefizit von 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 67,2 Milliarden Dollar an Kapitalzuflüssen benötigte das Land, um seine Importe zu finanzieren. Eine nicht mehr haltbare Summe: Zuletzt soll die Regierung dem Vernehmen nach bereits Schwierigkeiten gehabt haben, auslaufende Altschulden zu refinanzieren. Auch in Spanien und Belgien sieht es mit einem Minus von knapp zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt denkbar düster aus.

Die Sorgen sitzen tief


Doch was passiert, wenn eine Volkswirtschaft wie Griechenland auf einmal in eine ähnliche Situation geraten sollte wie zuletzt die isländische? Niemand will offen darüber reden. Doch sind Finanzminister und Notenbanker der Eurozone zutiefst besorgt über diesen Ernstfall. Zwar gibt ihnen der EG-Vertrag eine eindeutige Handlungsanleitung vor: Danach darf die EZB keinem Staat der Eurozone zur Hilfe eilen, wenn der Bankrott droht. Doch niemand glaubt mehr ernsthaft daran, dass man einen Staat fallen lassen könne, wenn man nicht einmal eine amerikanische Investmentbank oder eine deutsche Landesbank in den Abgrund gehen lassen kann.
Wenn aber die Notenbank nicht einspringen darf, bleiben Kredite vom IWF – und der anderen europäischen Staaten. Doch ist das realistisch? Im Ernstfall wird man dem deutschen Steuerzahler kaum erklären können, dass er nicht nur Milliarden für seine Banken, sondern auch noch weitere Milliarden für Griechenland bereitstellen soll.


Quelle und mehr: http://www.welt.de/finanzen/article2635581/Die-Finanzkrise-mutiert-zur-Staatenkrise.html
 
AW: Gut, dass es den Euro gibt.............

Keine Scham, keine Selbstkritik, keine Selbstbespiegelung, nicht einmal eine kurze Selbstvergewisserung. Nichts von alledem. Unsere Ökonomen, unsere Manager machen weiter wie bisher. Und noch mehr. Falsch.

Was Hans-Werner Sinn da gesagt hat, der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, ist ungeheuerlich. Manager als die Juden von heute: Das ist als Vergleich monströs. Und er war gewollt, ungeachtet der Entschuldigung – damit sich dahinter alle aus der Branche versammeln können. Auf dass sich jede Kritik an ihnen verbiete. Sie wollen sich ihr Fehlverhalten nicht eingestehen, nicht am Pranger stehen. Darum auch hat sich niemand, kein einziger Manager oder Forscher, umgehend oder wenigstens nach zwölf Stunden Bedenkzeit von Sinns Worten distanziert. Hieran zeigt sich ihr Geist.

Das Selbstbild dieser vermeintlichen „Klasse“ wird zum Problem. Angriff ist die beste Verteidigung, so sehen sie es wohl. Das aber offenbart eine Dimension des falsch Verstandenen, die gefährlich wird fürs System, für die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft. So generieren die Herren Menschen der Wirtschaft keinen Gewinn, nicht einmal für sich, sondern nur Radikalität in der Gesellschaft. Die Geister, die sie rufen …

Was haben sich die Blüms, Geißlers, Seehofers nicht alles von Managern und sogenannten Experten anhören müssen. Wie haben die verächtlich über diese „Herz-Jesu-Marxisten“ gesprochen. Seit Anfang der 90er Jahre ging es ums Soziale, und heute wissen wir: Wirtschaftsweise sind oft dumm genug, weiter so zu tun, als hätten sie immer schon alles gewusst. Oder sie haben es immer besser gewusst. Wer’s nicht glaubt, der lese ihre Bücher, Interviews, Kommentare. Wenn sie alle das alles aufessen müssten, was sie gesagt haben – wie sie dann aussähen. Wie das Abziehbild des Kapitalisten. Schön ist das nicht.

Quelle und mehr: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite-Finanzkrise;art692,2646829
 
Passt schön zum Titel des Threads:

Ölhandel: Iran nimmt keine Dollars mehr an

Nun ist es offiziell: Der Iran möchte keine Dollars mehr für sein Öl haben.
Dies meldete die National Iranian Oil CO (NIOC).


Für neue und ausstehende Öl-Zahlungen möchte der Iran keinen Dollar mehr annehmen, sondern vorzugsweise Euro, wie die zum iranischen Öl-Ministerium zugehörige National Iranian Oil Company (NIOC) verkündete. Damit möchte sich der Iran zukünftig besser vor Sanktionen schützen und vom US-Dollar unabhängig machen, schreibt Reuters. So wird Teheran zukünftig aus Indien und anderen gewichtigen Käufern in Euro bezahlt werden.

Quelle
Eh jetzt das Geschrei um diese Quelle wieder losgeht- ich kenne sie auch nicht- hat kein İmpressum-
ich habe aber noch nichts anderes auf deutsch gefunden.....
dafür auf englisch:


http://www.reuters.com/article/us-oil-iran-exclusive-idUSKCN0VE21S
 
Noch eine Meinung gefunden zum Thema:

Meinung. Laut einem Bericht von Reuters akzeptiert der Iran ab sofort sowohl für ausstehende als auch neu einzugehende Ölgeschäfte keine US-Dollar mehr. Stattdessen setzt Teheran auf den Euro als neue Fakturierungseinheit.

So sollen nach Angaben eines Offiziellen der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft bereits die neuesten Verträge mit der französischen Total, der russischen Lukoil und der spanischen Cepsa auf Euro lauten. Reuters zitiert den Offiziellen Irans mit den Worten:

In our invoices we mention a clause that buyers of our oil will have to pay in euros, considering the exchange rate versus the dollar around the time of delivery.
(In unseren Rechnungen erwähnen wir eine Klausel, dass die Käufer unseres Öls in Euro zahlen müssen, berücksichtigend den Wechselkurs zum Dollar zum Zeitpunkt der Lieferung.)


Der Iran informierte zudem seine Handelspartner, wie beispielsweise Indien, darüber, dass es zukünftig eine Fakturierung und Bezahlung in Euro anstatt US-Dollar bevorzuge:


Iran shifted to the euro and cancelled trade in dollars because of political reasons.
(Der Iran wechselt auf den Euro und annulliert aus politischen Gründen den Handel in US-Dollar.)


Indien hat daraufhin begonnen zusammen mit der Zentralbank des Irans ein System aufzubauen, dass diese Zahlungen zwischen den beiden Ländern koordinieren soll.

Diese neue iranische Politik dürfte Washington nicht gefallen und als direkter Affront gewertet werden, da es eine weitere Abkehr vom US-Dollar als Weltleit- und -reservewährung bedeutet. Es passt jedoch in das von mir mehrfach erwähnte Bild der Zerstörung des US-Dollars als eine der notwendigen Voraussetzungen auf dem Weg zu einer Eine-Welt-Währung unter Nutzung der Sonderziehungsrechte des IWFs.

Übrigens waren zwei der letzten Staaten, die den Petrodollar vom Thron stossen wollten, der Irak und Libyen. Und deren Schicksal ist bekannt.

http://www.neopresse.com/finanzsystem/der-iran-verkauft-zukuenftig-sein-oel-nur-noch-gegen-euro/
 
...Diese neue iranische Politik dürfte Washington nicht gefallen und als direkter Affront gewertet werden, da es eine weitere Abkehr vom US-Dollar als Weltleit- und -reservewährung bedeutet. Es passt jedoch in das von mir mehrfach erwähnte Bild der Zerstörung des US-Dollars als eine der notwendigen Voraussetzungen auf dem Weg zu einer Eine-Welt-Währung unter Nutzung der Sonderziehungsrechte des IWFs.

Übrigens waren zwei der letzten Staaten, die den Petrodollar vom Thron stossen wollten, der Irak und Libyen. Und
Ich würde sogar behaupten, es wird viel mehr als Angriff verstanden werden, das ist es ja auch.
Es steht auch im Kontext zu den russischen Bestrebungen im Öl- und Gassektor.

Auf der anderen Seite:

Credit Europe Bank will Russland-Tochter verkaufen​

Der russische Finanzsektor leidet stark unter den westlichen Sanktionen. Jetzt will die Credit Europe Bank, die einem türkischen Milliardär gehört, ihr Russlandgeschäft veräußern...


 
Ich finde da hat sich niemand einzumischen, es ist alleine die Sache des Irans und seinen Handelspartnern in welcher Währung sie ihre Geschäfte tätigen.
 
Der Iran wurde vor Jahren beschuldigt, Dollars selbst zu drucken. Von 20 Milliarden war die Rede. Und ja, es ist jedem Land selbst überlassen in welcher Währung es seine Geschäfte tätigt.
 
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