Islamreform in der Türkei??

ra-sim

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Männerdomäne bald auch Frauensache
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Die Türkei will in allen 81 Provinzen des Landes weibliche Islam-Geistliche einsetzen.

Mit Serifi Hanim Altiner und Cansever Dokuz brachen im Jahr 2005 erstmals Frauen in eine türkische Männerdomäne ein. Sie wurden vom staatlichen Religionsamt des Landes zu stellvertretenden Muftis ernannt und dürfen erstmals religiöse Rechtsgutachten (Fatwas) erstellen.

Die treibende Kraft hinter diesem Projekt ist Ali Bardakoglu, Präsident des türkischen Amtes für Religionsfragen. Der gemäßigte Chef des Religionsamtes gilt als islamischer Reformer und kündigte bei seiner Amtseinsetzung an, die frauenfreundliche Seite des Islams stärker zu betonen.
Keine zwei Jahre später verfolgt Bardakoglu sein ehrgeiziges Ziel weiter. In einem Interview anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März kündigte er an, dass alle 81 Provinzen der Türkei weibliche islamische Geistliche erhalten sollen. Die Entsendung der weiblichen Vize-Muftis ins ganze Land sei weltweit einzigartig, sagte Bardakoglu der englischsprachigen Zeitung "Today's Zaman" (06.03.2007). Schon jetzt sei das Religionsamt in der Türkei die staatliche Organisation mit dem höchsten Frauenanteil: Von den Imamen in den Moscheen abgesehen, seien mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter im Amt Frauen.
Bei Neueinstellungen würden Frauen bevorzugt, so Bardakoglu. Der Geistliche setzt sich unter anderem auch für die Bekämpfung der so genannten Ehrenverbrechen ein. Bardakoglu wehrte sich auch gegen den Eindruck, dass der Islam frauenfeindlich sei. Der Islam sehe Mann und Frau als gleichberechtigt an, sagte er. Frauenrechte hätten für den Islam zentrale Bedeutung. Leider sei dies aber immer noch nicht verwirklicht. Bardakoglu forderte türkische Männer insbesondere auf, ihren Töchtern das Recht auf Bildung nicht zu verweigern. Noch heute werden mehrere hunderttausend Mädchen im Land von ihren Eltern nicht zur Schule geschickt.

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AW: Islamreform in der Türkei??

Sollte sie jemals eintreten, so wird sie sehr sehr langwierig sein, die Bewusstseinsänderung. Ich krieg' so einen Hals, wenn ich sehe, dass es Menschen gibt, die davon überzeugt sind, einer Frau dürfe man nicht die Hand geben.

Allerdings drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass man sich dadurch im EU-Beitrittspoker bessere Karten erhofft.

Nachtrag: Zu Atatürks Zeiten rief der Muezzin die Gläubigen auf Türkisch zum Gebet. Eigentlich eine gute Sache, weil der Türke des Arabischen nicht mächtig ist. Leider hatte dies nicht lange Bestand.
 
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