Jamaika Koalition

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von Mendelssohn, 31 Oktober 2017.

  1. Almancali
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    Almancali Well-Known Member

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    Sehe ich anders:

    Es hat ja eben nicht geklappt. Selbst nach zwei Verlängerungen und ein Elfmeter. Soweit wie die Koalitionsverhandlungen überstrapaziert wurden, kann man nicht mehr von "hätte klappen können" sprechen. Wenn es "könnte", dann wäre es bereits passiert.

    Eigentlich nicht! Die FDP war zu Sondierungsgesprächen für eine mögliche Jamaica-Koalition. Von einem Regierungszwang kann keine Rede sein. Wenn die Diskrepanzen zu groß sind und das Gefühl aufkommt, dass kein Vertrauen da ist, dann sollte man die Gespräche abbrechen. Naja und abbrechen sollte man auch, wenn man die akuten Probleme in diesem Land ignoriert und realitätsferne Forderungen stellt.

    Vor ca 2 Wochen (ungefähr) haben die Medien noch von einem halbherzigen "Koalitionspapier" der Jamaca Sondierungen gesprochen. Was intern da noch besprochen wurde, bleibt meiner Ansicht nach auch nur in der Runde der Gesprächspartner bekannt. Ein Lindner zieht nicht einfach so gedankenlos die Reissleine. Da muss es größere Diskrepanzen gegeben haben, als das was nach außen drang.
     
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  2. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Wie gesagt, die Erzählung ist eine andere. Das muß ja nicht der Wahrheit entsprechen. Das werden wir — wenn — eh erst in Jahren erfahren. Aber die öffentliche Wahrnehmung ist die, daß die FDP ... letztlich gezickt habe.

    Allerdings, wenn Seehofer das unterstützt, anstatt die GRÜNEN zu demontieren, dann halte ich das für ehrlich. Geschickt wäre anders gewesen.

    Seehofer hätte auch sagen können: Ich kann die FDP verstehen; die GRÜNEN sind wirklich anstrengend. Ich war auch mehrmals kurz davor, hinzuwerfen. Taktisch wäre das geschickter gewesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 November 2017
  3. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Ein WDR-Moderator hat gerade den Punkt: Die FDP wird gerade in allen Medien zur Schnecke gemacht. Insofern wirkt sie glaubwürdig.
     
  4. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Einen Sündenbock muß es ja geben. Man selbst war ja so kompromißbereit. Logisch, wenn man selbst so nach der Macht strebt das man faule Kompromisse macht, dann kann man nicht verstehen das nicht alle so denken.
    Natürlich hat die FDP das tolle Gerüst nun zum Einsturz gebracht. Besser jetzt.
     
  5. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Sehe ich ganz anders. Die FDP will nicht regieren, sie hat andere Ziele. Sie sieht ihre Rolle in einer Art von Lucke-AfD, aber ohne die nach ungewaschener alter Bock stinkenden Gauländer. In einem Kabinett Merkel könnte sie sich nicht genügend profilieren. Auf die Sondierung eingelassen hat sie sich nur, weil sie damit rechnete, dass CSU und Grüne sich hoffnungslos zerstreiten würden und der schwarze Peter dort hängen bliebe. Als dann gestern die Grünen die 200.000 - Obergrenze der CSU als Richtwert akzeptieren wollten, war klar, dass der Familiennachzug auch geregelt würde. Selbst über 100.000 oder gar 200.000 Nachziehende ließen sich in vier Jahren problemlos in diese Grenze packen.

    Dann versuchte die FDP, auch das ist nachzulesen, die CSU rechts zu überholen, um die drohende Einigung noch zu vereiteln. Auch das klappte nicht. Also Notbremse, Lindner blieb nichts anderes übrig, als die Sondierung kurz vor dem Ziel abzuschießen.

    Jetzt müssen die Zocker Lindner und Kubicki hoffen, dass sich die SPD nicht doch von Steinmeier breitschlagen lässt (staatspolitische Verantwortung), denn nur dann kann die Strategie der FDP aufgehen, sich als nationalliberale Alternative auf Kosten von Union und AfD zu profilieren.

    Sollte es bald Neuwahlen geben, wird die FDP geschrumpft und die Grünen ziehen bei ihr bürgerrechtsliberale Wähler ab.
     
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  6. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Ich halte zu wenig von den GRÜNEN, als daß ich damit gerechnet hätte, daß sie die Sondierungsgespräche hätten platzen lassen. Vielleicht hat @EnRetard Recht, und die FDP hat schlicht nicht den geeigneten Moment für den Ausstieg gefunden.

    Deren Erzählung geht ja: Die CDU war sich der FDP zu sicher, hat sie zu wenig umworben. Und wir vermissen die Aufbruchstimmung für ein gemeinsames Projekt.

    Das andere ist: Wir sind in bewegten Zeiten, jeden Tag kann was Neues kommen. Griechenland, Fukushima, Ukraine, Brexit ... Wenn wir uns jetzt schon nicht einig sind, wie fliegt uns der Laden dann im Krisenfall um die Ohren?
     
  7. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Guter Punkt.
     
  8. Alubehütet
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    Neuwahlen wären für die SPD natürlich eine Katastrophe. Wer soll Kanzlerkandidat werden? Und wem würde man abnehmen, auch Kanzler werden zu können? Aber GroKo unter Merkel geht auch nicht, hat man gesehen.

    Das wäre eh wohl die letzte Legislaturperiode für Merkel gewesen. Vielleicht wirft sie ja hin.

    Aber eigentlich sehe ich bei Neuwahlen keinen wirklichen Gewinner und nur einen Verlierer: Die FDP. Lindner hätte sie wohl am liebsten gesehen in einer Opposition zur GroKo. Aber niemand wählt sie dafür. Die FDP wird in eine Regierung gewählt. AfD und Linke wählt man aus Protest, die GRÜNEN auch in die Opposition, Hauptsache, sie sind drin. Aber wer braucht eine Verweigerungs-FDP in der Opposition? o_O
     
  9. Almancali
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    Almancali Well-Known Member

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    Achwas!

    Intern sind die wohl alle gegen die Wand gelaufen und kamen kein Schritt weiter. Alle haben nur darauf gewartet, dass irgendjemand zuerst die Reissleine zieht, um nicht als Buhmann darzustehen. Die FDP war dann ganz konsequent. Meine allerbeste Hochachtung...

    Die Grünen waren vollkommen verpeilt und haben vorher noch kräftig einen gezogen, bevor sie in die Verhandlungen gingen. Nachzug, Elektroautos, Alternative Energien... Während das Volk andere Probleme hat. Keine bezahlbaren Wohnungen mehr findet. Steigende Arbeitslosigkeit und prekäre Jobs. Angst vor sozialen und finanziellen Abstieg usw...

    Bevor ich mit solchen Wunschforderungen komme, muss ich erstmal den Müllplatz in der BRD wieder auf Kurs bringen...

    Aber Hauptsache Kanabis legalisieren... Gut das die Grünen erstmal weg sind...
     
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  10. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Das vertritt nun wirklich keiner in der Jamaika-Koalition. Dafür muß irgendwann rot-rot-grün dran.
     
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