Krank zurück in die Türkei

Dieses Thema im Forum "Leben in der Türkei" wurde erstellt von Anett1987, 31 Oktober 2017.

  1. Anett1987
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    Anett1987 New Member

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    Liebe Leute,

    ich habe ein sehr spezielles Anliegen und freue mich über jeden Gedanken von Euch dazu.
    Vielleicht hat der eine oder andere bereits ähnliche Situationen erlebt.

    Ich bin Deutsche. Meinen Mann habe ich vor 7 Jahre in der Türkei kennen gelernt.
    Sofort schwanger geworden. Mein Mann ist vor 6 1/2 Jahren nach DE eingereist.
    Mittlerweile besitzt er eine Niederlassungserlaubnis, hat aber den türkischen Pass.
    War 4 Jahre bei einem Arbeitgeber voll angestellt.
    Vor 6 Monaten totaler psychischer Zusammenbruch. Er wurde gekündigt. Seit dem ist er krankgeschrieben und bezieht Krankengeld.
    Diagnose Depression mit pschychotischen Phasen. Es ist wirklich schlimm.
    Er benötigt dringend Behandlung, aber in türkischer Sprache. Wir haben lange in DE nach etwas passenden gesucht. Leider passen die Profile der Kliniken mit türkischsprachiger Behandlung nicht zu meinem Mann.
    Wir haben uns entschieden, dass er für mindesten 4 Monate in die Türkei geht und sich dort behandeln lässt.
    Er hat sich in letzter Zeit auch insgesamt eher unwohl in DE gefühlt, die Familie und Kultur vermisst. Wir haben hier keinerlei türkisches Umfeld.
    Deshalb denken wir, es ist das einzig sinnvolle, was wir momentan tun können. Das entspricht auch der Einschätzung des ambulanten Psychologen und erfährt also ärztliche Unterstützung.

    Nun wird es aber kompliziert. Hat jemand schon mal Krankengeld in der Türkei weiterbezogen?
    Habt ihr Erfahrungen mit psychologischen Behandlungen in der Türkei?
    Hat er als türkischer Staatsbürger Anspruch auf irgendwelche Leistungen in der Türkei?
    Ich befürchte, er verliert jeglichen Anspruch auf Leistungen in DE und muss aber trotzdem seine Krankenversicherungsbeiträge in DE weiter zahlen.
    Puuuhhh, es ist wirklich nicht leicht.

    Wie gesagt, ich bin dankbar für alle Anregungen und Erfahrungen.

    Herzliche Grüße
     
  2. Almancali
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    Almancali Well-Known Member

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    Ich habe dir hierzu eine sehr ausführliche private Nachricht geschrieben... Sollte oben rechts als kleiner roter Kreis bei dir auftauchen...
     
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  3. beren
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    beren Well-Known Member

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  4. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Ich glaube nicht, daß eine deutsche Krankenkasse Behandlungskosten in der Türkei übernimmt, selbst dann nicht, wenn es auf den ersten Blick billiger wäre. Zusatzversicherungen für das Ausland gelten ja nur im Fall einer Erkrankung im Ausland während einer Geschäfts- oder Urlaubsreise.
    Wenn die medizinische Empfehlung dahin geht, den Patienten im Ausland zu behandeln, müßte immer noch ein in Deutschland zugelassener Arzt, die Behandlung abrechnen und der Krankenkasse kommunizieren.
    Die Krankenkassen werden aber zuvor davon überzeugt werden müssen, daß es in Deutschland keine geeignete Therapiestätte gibt. Der Nachweis dürfte kaum zu erbringen sein, auch wenn die Wartelisten bei Psychologen, Neurologen und Psychotherapeuten für alle Betroffenen sehr lang sind.
    Soweit ich weiß, müssen alle Behandlungen im Ausland, ob medizinisch empfohlen oder nicht, aus eigener Tasche bezahlt werden. Oder man findet einen Spendenfond, der die Kosten übernimmt.
     
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  5. beren
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    beren Well-Known Member

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    In Deutschland hätte er bestimmt einen Anspruch auf eine Kur. Vielleicht kann man ja dieses Recht ausnahmsweise auf die Türkei anwenden. Vier Monate wären aber eindeutig zu lang. K.A. ob so was möglich wäre.
     
  6. beren
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    beren Well-Known Member

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    Ihr könntet dort auch so mal anrufen. Er weiß viel und kann euch da sicher Tipps geben. :)
     
  7. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Vor der Reha muß es eine Behandlung geben.
    Eine Reha im Ausland wäre nur möglich, wenn es im Ausland einen Vertragspartner der Krankenkassen gibt. In der EU vielleicht denkbar (wenigstens in der Zukunft), außerhalb der EU nicht.
    Zum Vergleich: es können in Amsterdam nicht einmal deutsche Sucht-Patienten auf Kosten deutscher Krankenkassen therapiert oder versorgt werden, obgleich sie dort leben und dort die Spezialisten sind. Was es (umsonst) gibt, ist eine Notfallversorgung, also Menschenrecht.
     
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