Millionenbetrug: Die Hintermänner der Enkeltrick-Mafia

blackcyclist

Gesperrt
8 April 2009
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Spreewald

Oder den Ossis, ein paar Naziidioten versauen den Ruf von 17 Millionen Menschen.

Aber sintostyle, ganz so einfach ist es mit den Ethnien ja auch nicht. Letztens lief eine Meldung über eine Messerstecherei zwischen 2 Familien in Berlin in den Nachrichten und da wurde die Ethnie nicht erwähnt. Zumindest nicht bei Spon und wo ich das noch so gelesen habe. Da weiß man aber im Prinzip schon, deutsche Familien waren das eher nicht. Waren es auch nicht, ausschlachten tun das dann rechtspopuliistische Internetseiten, die auf die mangelnde Berichterstattung der Mainstreammedien verweisen.
 
S

sintostyle

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Naja dann hätte ja SPON keinen Grund gehabt, hier die Ethnie zu erwähnen, oder?
 

TheCore

Moderator
8 Juli 2006
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Das kann nicht nur die Arbeit behindern, dass behindert sie immens. Fakt!

Wenn man den Artikel liest ergibt daraus ein geschlossenes Bild, warum es so schwer ist. Zur Aufklärung müssten einfach Vorratsdaten gespeichert werden. Im Moment ist es möglich mit Beschluss, Funkdaten einer bestimmten Wohngegend auszuwerten. Da die Täter aber den Ort ständig wechseln und mit sehr vielen unterschiedlichen SIM Karten arbeiten, die dann auch noch von Personen die gar nicht existieren ist die Beweiskette sehr, sehr, schwer.

Dafür braucht man keine Vorratsdaten, nur Daten. Die Assoziation dieses Phänomens mit der aktuellen Diskussion ist sehr durchsichtig.
Bei solchen Ermittlungen ist immer eine TKÜ angebracht, sprich Aufzeichnung der Inhalte, Ortung inbegriffen. Aus Massendaten mit Funkzellenauflösung herausgefilterte "Treffer", kann man aber nicht einfach abhören lassen, nur weil sie mit den Daten der Verdächtigen korrelieren. Die Daten dafür müssten bei wechselnden SIM-Karten und Telefonen von Observations-Teams per IMSI-Catcher mehrfach in unmittelbarer Umgebung gesammelt werden. Wo die praktischen polizeilichen Fähigkeiten gegeben sind, weiß man also zwangsläufig, wo sich die Verdächtigen aufhalten, was sie tun, und hat auch noch Ton dabei.
Der Punkt ist: Für diesen individualisierten Ermittlungsdruck ist kein (Steuer-)Geld da, während die Vorratsdatenspeicherung am Ende der TK-Verbraucher bezahlt.
 
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Amazone

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Dafür braucht man keine Vorratsdaten, nur Daten. Die Assoziation dieses Phänomens mit der aktuellen Diskussion ist sehr durchsichtig.
Bei solchen Ermittlungen ist immer eine TKÜ angebracht, sprich Aufzeichnung der Inhalte, Ortung inbegriffen. Aus Massendaten mit Funkzellenauflösung herausgefilterte "Treffer", kann man aber nicht einfach abhören lassen, nur weil sie mit den Daten der Verdächtigen korrelieren. Die Daten dafür müssten bei wechselnden SIM-Karten und Telefonen von Observations-Teams per IMSI-Catcher mehrfach in unmittelbarer Umgebung gesammelt werden. Wo die praktischen polizeilichen Fähigkeiten gegeben sind, weiß man also zwangsläufig, wo sich die Verdächtigen aufhalten, was sie tun, und hat auch noch Ton dabei.
Der Punkt ist: Für diesen individualisierten Ermittlungsdruck ist kein (Steuer-)Geld da, während die Vorratsdatenspeicherung am Ende der TK-Verbraucher bezahlt.

Danke dir, The Core!

Wenn es gestattet ist gebe ich die Info mal weiter? Eine Frage noch, wie sieht es denn dann aus bei häufigem Wechsel der Tatorte innerhalb der BRD?
 

TheCore

Moderator
8 Juli 2006
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Wenn es gestattet ist gebe ich die Info mal weiter?

Sicher, ist ja alles öffentlich. Allerdings auch hinfällig, weil ich das beim Verfassen des Kommentars leider völlig falsch verstanden hatte. Ich habe irrtümlich die These mit der VDS auf Ermittlungen gegen die Hintermänner bezogen, weil ich den FAZ-Artikel nicht angeklickt hatte.
Der Artikel bezieht sich auf die eigentlichen Kontakte mit den Opfern, die man natürlich nicht ermittlungstechnisch antizipieren kann. Insofern "hilft" in dieser Hinsicht tatsächlich nur eine VDS, wenngleich das nicht meine Meinung ist: Denn das Argument, z.B. Betrug, Erpressung, oder eine andere per Telefon begehbare Straftat über die VDS besser und weiter zurückliegend aufklären zu können, ist ja universell. Es beseitigt gerade nicht, sondern stützt sich eher noch auf den Vorbehalt gegen die VDS, dass eben jeder überwacht wird, der eine Straftat begehen könnte. Die Argumentation des Artikels lässt unberücksichtigt, dass Strafverfolgung per se retrospektiv ist und die nötigen Ermittlungen das im Grundsatz auch sein müssen, weil sie mit Grundrechtseingriffen verbunden sind, die nur gegen bekannte Verdächtige zu rechtfertigen sind.
Dass ich den Täter eher kenne, wenn ich potenzielle Tathandlungen aller Bürger generell aufzeichne, ist ja eine triviale Erkenntnis, die zum Argument gemacht werden soll, indem das Ausmaß des Enkeltrick-Betrugs am Lebensstil der Hintermänner veranschaulicht wird. Da handelt es sich aber wieder um eine bekannte Tätergruppe, für die ermittlungstechnisch das im vorigen Beitrag gesagte zutrifft (entsprechend für den EU-Partner Polen, dessen Zusammenarbeit immer gelobt wird). Vor dem Hintergrund dieser OK-Strukturen ist es überhaupt fraglich, wie aussichtsreich oder effizient das Ermitteln des Fussvolks per VDS wäre.
Von daher ist das für meinen Geschmack immer noch eine lancierte Geschichte über die Wunderkräfte der VDS.