Na ja. Herr Kachelmann hat sehr wahrscheinlich nur einen einzigen Vergewaltigungsprozess miterlebt, nämlich seinen eigenen, von dem er allgemein gültige Rückschlüsse ziehen zu können glaubt. Und der von ihm zuletzt angeheuerte Hamburger Strafverteidiger lebt u.a. nicht schlecht davon, exakt diese These immer wieder vehement zu vertreten. Nach zahlreichen Vergewaltigungsprozessen, die ich beruflich verfolgt habe, kann ich nur sagen, dass
ich mich dieser Prozedur als Frau mit 99%iger Sicherheit nicht unterziehen würde. So viel zum Thema "Opfer-Abo", denn was bei gerichtlichen Befragungen abgeht, ist für die Frauen zum Teil so demütigend und entwürdigend, dass man sich das wie auch die erneute Begegnung mit dem Täter meiner Meinung nach besser 2x überlegt. Das einzige allerdings wirkliche Relevante, was es in dem Zusammenhang bringt, ist der Versuch, so einen verdammten Mistkerl möglichst lange davon abzuhalten, sich auch an anderen zu vergehen.
Ich hätte "Anschlussverwendung" auf Platz 1 gesehen. Aber so politisch wollte die Jury dann offenbar doch nicht werden.