Türkei ruft Botschafter aus USA ab

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von Farina, 5 März 2010.

  1. Farina
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    Farina Active Member

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    Die türkische Regierung hat scharf gegen eine Resolution eines US-Kongressausschusses protestiert, in der die Verfolgung von Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet wird. Aus Verärgerung sei der türkische Botschafter in den USA, Namik Tan, zurück nach Ankara gerufen worden, teilte die Regierung in Ankara mit. Die Abberufung trete sofort in Kraft.

    http://www.stern.de/politik/ausland/umstrittene-armenien-resolution-tuerkei-ruft-botschafter-aus-washington-zurueck-1548409.html


    Weitere Meldungen zum Thema

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/aerger-ueber-armenien-resolution-tuerkei-ruft-botschafter-aus-usa-ab;2540780

    http://www.ftd.de/politik/international/:voelkermord-an-armeniern-tuerkei-ruft-botschafter-aus-washington-nach-hause/50084265.html
     
  2. sommersonne
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    sommersonne Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab


    Wow, das ist ja sehr "mutig" von der Türkei sich gegen die grosse USA aufzulehnen. Es geht also. :twisted:Allerdings weiss natürlich die Türkei dass sie von den USA gebraucht wird.
    Das wird sich bestimmt schnell wieder "einrenken".

    sommersonne
     
  3. Alpas
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    Alpas New Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Jedes Land sollte sich an der eigenen Nase anfassen.
    Über Frankreich und Ruanda spricht auch keiner.
    Über die Taten der USA spricht auch keiner.
    Über die Russen spricht auch keiner.

    Politik ist voll behindert einfach um es klar auszudrücken.
    Ich krieg davon nur Kopfschmerzen.
    Politik und Ich haben nichts mehr am Hut :)
     
  4. sevki_t
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    sevki_t TT-User der Herzen 2009

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Ich frage mich nur, warum man mit der Resolution nicht abgewartet hat, was die Historikerkommission herausfindet.
     
  5. Colchicum
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    Colchicum Active Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Lieber Alpas, ich glaube dich verstehen zu können. Aber dennoch geht es ohne die Politik nicht. Daher ist es schade, dass v. a. diejenigen, denen man vernünftiges Denken zumutet, sich von der Politik zurückhalten. :-?
     
  6. Colchicum
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    Colchicum Active Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Nun ja, ein Gedanke steckt bestimmt dahinter. Und ich liege sicherlich nicht falsch, wenn ich annehme, dass dieser Gedanke nicht zum Wohle der Türkei sein wird.
     
  7. alterali
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    alterali Well-Known Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Ich finde, dass die Türkei in diesem Fall zu empfindlich ist.
    Egal, wie wer was beurteilt, wenn man selbst gewillt ist, die Wahrheit aufdecken zu lassen und sie dann zu akzeptieren bereit ist oder auch nicht.

    Soll doch jeder seine Sache durchziehen. Es kann auch zwei Wahrheiten geben.

    Im übrigen bin ich der Meinung, man sollte unabhängig von diesen Dingen direkt mit seinen Nachbarn und auch den eigenen Bewohnern armenischer Herkunft zu Lösungen kommen, ohne Tabus, ohne Wohlverhalten oder sonstenwas.

    Im Extrem, dass man ein Gesetz macht, etwa wie die Deutschen mit der Holocoustleugnung, Genozid im Zusammenhang mit Armenien unter Strafe zu stellen (vielleicht gibt's das schon), wäre doch irgendwie fürchterlich daneben, nicht zielführend.
     
  8. Colchicum
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    Colchicum Active Member

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    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Das wäre natürlich die optimale Lösung, aber ich vermute einmal, dass wir davon weit entfernt sind, auch wenn es noch so viele Befürworter im Lande gibt. Nicht nur wegen unserer türkischen Mentalität (ich weiß nicht, ob das Wort "stolz" hier richtig ist) - es wird immer Befürworter und Gegner einer gemeinsamen Verständigung gleichzeitig geben -, sondern auch weil die in- und ausländischen Medien, alles dafür tun werden, um ein friedliches Miteinander zu verhindern.

    Das ist meine persönliche Meinung ...
     
  9. sdost
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    sdost Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Der Unterschied ist: es wurde und wird darüber gesprochen. Nur Japan verhält sich ähnlich wie die Türkei und arbeitet seine Vergangenheit nicht auf.
     
  10. sdost
    Offline

    sdost Guest

    AW: Türkei ruft Botschafter aus USA ab

    Mit Sicherheit waren auch die Einflussnahmeversuche der Türkei der Sache nicht dienlich. Die üblichen Einschüchterungen, die ewigen Hinweise darauf, wie wichtig und bedeutend die Türkei doch ist, mag vielleicht in Europa Eindruck schinden, in den USA ist das wohl eher als Erpressungsversuch bewertet worden. Jedes Jahr gibt die Türkei 20 Millionen Dollar für "Aufklärungsarbeit" in dieser Angelegenheit aus und kommt trotzdem nicht weiter

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    GÜL TELEFONIERT MIT OBAMA
    Staatspräsident Abdullah Gül hat vor der Abstimmung des auswärtigen Komitees des US-Repräsentantenhauses, mit Präsident Barack Obama ein Telefon Gespräch geführt. Nach Angaben des Staatsministeriums haben sie im Gespräch ihre Meinungen über bilaterale und regionale Themen ausgetauscht. Bemerkenswert war, dass das Telefonat vor der Abstimmung des auswärtigen Komitees des US-Repräsentantenhauses über den Entwurf zu den Vorfällen von 1915 geführt wurde. Angedeutet wurde, dass Gül mit seinem Telefonat, Obama daran erinnerte, dass die Anerkennung des Entwurfs dem Einigungsprozess zwischen der Türkei und Armenien schaden könnte.

    Unterdessen hatte auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan am vergangenen Sonntag beim 19. Treffen der Nachfolge Gruppe der EU-Reformen auf die Frage bezüglich des Themas folgendes geäußert: „Falls am 4 März und am 24 April falsche Schritte getan werden, würde dies den Prozess sabotieren. Ich denke, dass die Kongress-Mitglieder mit dieser Sache sensibel umgehen werden.“ (Milliyet)

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    AMERIKANISCHE FIRMEN: „DER ENTWURF SOLL ABGELEHNT WERDEN“
    Der Entwurf zu den Vorfällen von 1915, der heute vom auswärtigen Komitee des US-Repräsentantenhauses abgestimmt werden soll, hat amerikanische Firmen beunruhigt. Firmen wie Boeing Co, Lockheed Martin Corp, Raytheon Co, United Technologies Corp, die in Bereichen Flugwesen, Verteidigung und Waffen Handeln, erklärten, dass der Entwurf abgelehnt werden sollte.

    In einem an den Komitee Vorsitzenden gesendeten Brief betonten die Firmen, dass die Türkei ein wichtiges Partner Land ist. (Cumhuriyet)



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    ERDOĞAN: „ICH VERTRAUE OBAMA“
    Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte gestern bei der Fraktionssitzung: „Der angebliche Völkermord an den Armeniern wurde im US-Repräsentantenhaus auf die Tagesordnung gelegt. Dieser Prozess, der jedes Jahr erneut belebt wird, ist bedeutungslos. Das Thema sollte den Historikern überlassen werden und ich hoffe, dass sich das Repräsentantenhaus bei dieser Sache sensibel verhält. Ich vertraue US-Präsident Barack Obamas Führung und seinem Menschenverstand, der die Normalisierungsbemühungen der Beziehungen mit Armenien vom nahen betrachtet.“ (Hürriyet)


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    MERCAN: “ANNAHME EINES ENTWURFS ÜBER DIE VORFÄLLE VON 1915 KANN DEN US-INTERESSEN NICHT DIENEN”
    Die Delegation des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im Parlament unter Leitung des Vorsitzenden Murat Mercan führt ihre Kontakte in den USA fort. Mercan sagte in einer Erklärung: „Die Annahme eines Entwurfs über die Vorfälle von 1915 kann den US-Interessen nicht dienen. Nationale Parlamente können einen angeblichen Massenmord nicht aburteilen.“ Am 4. März soll der US-Kongress über eine Armenien-Resolution entscheiden. (Türkiye)

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    BAĞIŞ: „DIE USA IST SICH DER TÜRKISCHEN BEDEUTUNG BEWUSST“
    Bezüglich der Armenien-Resolution im US-Kongress sagte Verhandlungsführer Egemen Bağış: „Die Politiker sind verpflichtet über die Zukunft zu entscheiden und nicht über die Vergangenheit. Die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und USA hat sich in der letzten Zeit sehr entwickelt. Unser Alliierter ist sich der Bedeutung der Türkei bewusst.“ (Türkiye)


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    DAS JÜDISCHE INSTITUT IST GEGEN DEN GESETZENTWURF
    Das Jüdische Institut für Nationale Sicherheitsangelegenheiten (JINSA) in Washington, hat gefordert, das Thema fallen zu lassen. Der Entwurf müsse verhindert werden, so in der Erklärung der JINSA, die eine konservative Denkfabrik in den USA mit guten Kontakten zum Pentagon und zur US-Amerikanischen Regierung ist. In einer vom Institut veröffentlichten Erklärung heißt es, die Verabschiedung des armenischen Entwurfs über die Vorfälle von 1915 könnte die Interessen des US-Außenministeriums zum Normalisierungsprozess der türkisch-armenischen Beziehungen gefährden. (Türkiye)

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    ABSTIMMUNG IM US-REPRESENTANTENHAUS
    Der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses stimmte am Donnerstag mit einer knappen Mehrheit von 23 zu 22 Stimmen einer entsprechenden Resolution zu. Einer der Abgeordneten beteiligte sich nicht an der Abstimmung. Nach dem Armenien-Votum bestellte die Türkei ihren Botschafter in Washington Namık Tan zu Konsultationen nach Ankara. „Wir verurteilen diese Resolution, die die türkische Nation eines Verbrechens beschuldigt, das sie nicht begangen hat", erklärte die Regierung. In einer schriftlichen Erklärung von Staatsminister Abdullah Gül hieß es, dass der Entschluss den türkisch-amerikanischen Beziehungen nicht anpasst und sagte: „ Die Zustimmung des Auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses ist eine Haltung, die nicht zu den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA anpasst. Von den negativen Auswirkungen dieser Zustimmung, wird die Türkei nicht Verantwortlich sein.“ (Milliyet-Türkiye)


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    Die Türkei war unter Tansu Ciller schon weiter. Damals ging es lediglich um den Begriff Völkermord aber nicht um die Tatsache an sich, dass es Massaker gegeben hat. Nun sagt Erdogan das, was die Nationalisten schon immer behauptet haben.
     
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