Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

Dieses Thema im Forum "Zwischen Kaffeehaus und Klapse" wurde erstellt von Kedi08, 21 August 2009.

  1. Kedi08
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    Ihr habt mir einen eigenen Bereich gegeben...das muss ich doch gleich schamlos ausnutzen. :rolleyes:

    Ab sofort findet ihr hier meine selbstgeschriebenen Gedichte. Es wird noch ein weiterer Thread folgen für meine Kurzgeschichten.
    Da ich momentan irgendwie eine Schreibblockade habe, was Poesie betrifft, krame ich einfach mal ein paar ältere Werke aus, die seinerzeit guten Anklang gefunden haben. Viele von euch kennen sie nicht, das sie hauptsächlich aus dem letzten Sommer stammen.

    Ich gestatte euch bei Gefallen, die Gedichte weiterzugeben bzw. zu verwenden. Jedoch bitte ich eins zu beachten: Es sind meine Werke und ich behalte mir die Urheberrechte vor. Also bitte nichts aus meiner Feder als euer eigenes Werk ausgeben. Unter einigen Gedichte sind auch Übersetzungen, die hier im Forum gemacht wurden. Leider weiß ich nicht mehr von wem. Also einfach noch mal ein Dank an die fleißigen Helferlein.

    Das erste Gedicht ist für eine Userin unter uns, die ich namentlich nicht nennen möchte. Aber sie wird wissen, dass sie gemeint ist, denn wir stehen im PN-Kontakt.
    Kopf hoch, Liebes. Ich weiß im Moment einfach nicht, was ich dir sonst sagen soll...Fühl dich einfach nur gedrückt und verstanden.

    Abschied nehmen

    Schneeflocken tanzen in der Luft,
    glitzern und strahlen zu unserer Freude,
    bis sie zur Erde fallen und tauen.

    Seesterne spielen im Meer,
    tauchen jubelnd durch die Wellen,
    bis sie stranden und vertrocknen.

    Kinder laufen lachend durch die Gärten,
    behütet unter den Augen ihrer Mütter,
    bis sie groß sind und durch die Pforte gehen.

    Regenbogen ziehen über den Himmel,
    lassen uns staunen über ihre Farben,
    bis der Regen nachlässt und sie verblassen.

    Rosen erwachen mit unsagbarem Stolz,
    ihr Duft erfüllt einen ganzen Sommer,
    bis der Herbst kommt und sie verblühen.

    Abschied nehmen ist ein Teil unseres Lebens,
    dich gehen zu lassen erfüllt mich mit Schmerz,
    doch ist es dein Weg, dann geh in Frieden und Liebe.
     
  2. Kedi08
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    Der letzte Tanz

    Schenk mir einen letzten Tanz, bevor ich von dieser Welt gehen muss
    Besiegel mein Schicksal mit einem letzten, innigen Kuss
    Versüße mir die Abschiedsstunde mit einem Blick aus Deinen zärtlichen Augen
    Halt mich ganz dicht an Dein Herz, um mir noch einmal den Atem zu rauben
    Lass mich mit Wehmut Deine Leidenschaft spüren
    Wenn sich bei den letzten Klängen unsere Lippen berühren
    Leg Deine Hände ganz nah an mein Gesicht
    Bevor die letzte Kerze erlischt…

    Bana bu alemden gitmeden önce, son bir dans hediyen olsun.
    Kaderimi bir son içten buse ile mühürle.
    Vedalaşma saatimi, o şefkatli gözlerindeki bir bakışla tatlandır.
    Tut beni çok yakın yüreğine'ki, bir daha nefesimı kesesin.
    Bırak beni, hüzünle şehvetini duyumsayım.
    Dudaklarımız son inliyen nağmelerle temas edince.
    Getir ellerine çok yakınına yüzümün.
    Son mum sönmeden önce.....
     
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  3. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Wo immer ich auch bin

    Ich stehe am Wasser und spüre den Sommerwind in meinem Haar.
    Ich spüre deinen Atem.
    Liege auf einer Wiese und genieße die Sonnenstrahlen auf meiner Haut.
    Genieße deine Lippen.
    Höre die Stille der Nacht, wenn alles schläft.
    Höre deine Stimme.
    Fange an zu lächeln, wenn ich über mein Kissen streiche.
    Streiche über deinen Körper.
    Werde ganz weich beim Anblick spielender Kinder.
    Werde ganz weich unter deinem Blick.
    Wirst immer in meinem Herzen sein, wo immer ich auch bin.
     
  4. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Askim-Augen

    Lass mich versinken in ihrer Farbe
    Die der Erde meiner Heimat gleicht
    Voller Wärme und Geborgenheit
    Wenn sie durch meine Finger rinnt

    Schenk mir einen Moment der Sehnsucht
    Beim Anblick ihres Glanzes
    Wenn der Mond meine Leidenschaft weckt
    In einer vollkommenen Juni-Nacht

    Wie ein Schwert sollen sie mich durchbohren
    Süßlicher Schmerz der nie enden darf
    Während ich ringe um jeden Atemzug
    In der Gnade ihrer göttlichen Macht

    Gib mir Einblick in ihre tiefste Seele
    Geheimnisse längst vergangener Tage
    Um ihre Wunden zu streichen mit zarter Hand
    Und ihre Verletzlichkeit zu spüren

    Verbrenne mein Herz in ihrer Glut
    Mein Kuss wird das Feuer in ihnen schüren
    Im Glauben an ihre nicht endende Wärme
    Im Dahinschmelzen für einen kurzen Moment

    Lass mich versinken in ihnen
    Mit einem Seufzen begleitet durch die Nacht
    Nur ein einziges mal und das für immer
    Niederknien unter deinem Askim-Blick
     
  5. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Bevor du gehst

    Bevor du für immer gehst
    Dreh dich noch einmal um
    Und schau mir in die Augen, ganz tief
    Wenn du ein letztes Mal vor mir stehst

    Will noch einmal von der Klippe springen
    Durch tiefe Täler steigen
    Mich vor dem Sonnenaufgang verneigen
    Den höchsten Berg bezwingen

    Mich von einem Feuerwerk blenden lassen
    Alle Sterne am Himmel zählen
    Einen, der dich begleitet, auswählen
    Die Sonne bei ihren Strahlen fassen

    An einem Regenbogen runter rutschen
    Dem Mann im Mond eine Karte schreiben
    Sorglos auf einer Seerose treiben
    Eisblumen vom Fenster lutschen

    Im Feuer verbrennen ohne Schmerz
    Hinab stürzen ohne Wunden
    Noch einmal barfuß die Welt umrunden
    Am Ende des Weges Stille für mein Herz

    Küss mich noch einmal, bevor du gehst
    Lass mich Tränen schmecken
    Und meine Träume wieder wecken
    Wenn du ein letztes Mal vor mir stehst
     
  6. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Mit allen Sinnen

    Nie war ich vollkommener
    Als im Hier und Jetzt mit dir
    Verlassen von allen Sinnen
    Geborgen in der Sinnlichkeit
    Frei, wie in der Stunde meiner Geburt
    Gefangen, wie in dem Augenblick unserer Begegnung
    Schüchtern und gehemmt unter deinem Blick
    Absolute Hingabe in deinen Armen
    Leises Wispern auf meiner Haut
    Lautes Lachen an deiner Brust
    Nie gekannte Sehnsucht
    Lang ersehntes Verlangen
    Die kleine Narbe an deiner Stirn
    Das Grübchen unter meinem Knie
    Schweißperlen, nicht zu ertragende Hitze
    Gänsehaut, wohlig kühlender Hauch
    Süße Lippen, unvergleichlich und weich
    Feste Hände, fordernd und leitend
    Völliges Vergessen in der Stunde der Lust
    Ewiges Erinnern an den Augenblick der Tat
    Zwei Körper, so neu und fremd
    Eine Seele, auf immer vertraut
    Nur ein kleiner Moment des Genießens
    Unvergessen für den Rest meiner Zeit
     
  7. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Für dich, für Tage wie diesen

    Für dich, für Tage wie diesen …
    Wenn du nicht weißt, wohin der Weg dich führt
    Bleib einfach stehen, ich führe dich.
    Wenn dir die Ruhe fehlt, um wieder zu Atem zu kommen
    Denk nicht weiter darüber nach, ich atme für dich.
    Wenn du nach einem Strohhalm greifst, um Halt zu finden
    Greif nach mir, ich halte dich.
    Wenn du Angst davor hast, wieder einmal zu fallen
    Lass dich ganz tief fallen, ich fange dich auf.
    Wenn du die Augen verschließt, damit niemand dich weinen sieht
    Gib den Tränen ihre Freiheit, ich küsse sie fort.
    Wenn dir kalt ist, obwohl die Sonne scheint
    Genieße das Frieren, ich werde dich wärmen.
    Wenn du nicht schlafen kannst, weil deine Träume dich quälen
    Schlaf ruhig ein, ich beschütze dich.
    Wenn du nach jemandem suchst, der für dich da ist
    Schau dich um, und du wirst mich finden.
     
  8. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Sommernacht

    Hitze des Südens lag schwer auf dem Tag,
    Stunden neigten sich dem Ende.
    Süßlicher Wein die Lippen umgab,
    Schatten sich warfen gegen Wände.
    Schwüle in der Luft ließ sie träge flirren,
    Gleißendes Licht den Himmel erwachen.
    Wispern des Windes konnte Sinne verwirren,
    Donnern in der Ferne wie erlösendes Lachen.
    Die Nacht riss auf unter tausend Blitzen,
    Verstand wurde neblig, Herz gab sich frei.
    Sterne glühten mit silbernen Spitzen,
    Ich hoffte, dein Kuss ginge nie vorbei…
     
  9. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Zum Verständnis vorweg: Diese Zeilen schrieb ich eine halbe Stunde vor dem schicksalhaften Anpfiff Deutschland - Türkei...Fußball-EM 2008 :wink:

    Kniefall an die türkische Nationalmannschaft

    Du mein Schiff in rauer See,
    den sicheren Hafen immer vor Augen.
    Halt deine Matrosen sicher an Bord,
    schenk Mut und einen festen Glauben.
    Tauch ein in die Wellen,
    sie sollen beben vor Vergnügen.
    Lass den Wind noch einmal aufleben,
    niemand wird euch jemals unterkriegen.
    Fasst euch bei den Händen,
    stürmt der Brandung entgegen.
    Alle sollen sich an euch erinnern,
    die jemals auf dem Meeresgrund gelegen.
    Bringt das Gold nach Hause,
    das ihr erobert habt mit festem Willen.
    Ihr bleibt immer unvergessen,
    wenn auch irgendwann im Stillen.
    Du Seele der Türkei,
    gekämpft unter großen Schmerzen.
    Wir verneigen uns vor dir mit Achtung,
    du bist unser Sieger der Herzen.

    Sen amansız denizlerdeki Gemim,
    güvenilir Liman hep göz ufkunda,
    tut tayfanı bordada emin,
    bağışla Cesaret ve iman,
    dal dalgalara,
    Zevkten titresinler.
    Bırak bir daha Rüzgar canlansın,
    kimse sizi bugün alt edemez,
    tutunun ellerinizden,
    Fırtınalara hucüm edin.
    Ansın herkes sizi,
    deniz saflarında bulunmuşlar.
    Götürün beraberinizde eve altını,
    sarsılmaz iradenizle feth ettiğiniz.

    Hep unutulmaz olacaksınız,
    velakin ilerde sessizliklerdede olsa.
    Türkiyenin ruhu sen,
    devasa acılarla savaştın,
    saygıyla eğiliyoruz önünde,
    sen yüreklermizin Galibisin.
     
  10. Kedi08
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    AW: Worte sind wie 1001 Macht (Kedi's Gedichte)

    Du warst mein Leben

    Du warst mein Lächeln an jedem Morgen
    Warst meine Sehnsucht in tiefster Nacht
    Hast mir weggeküsst meine Sorgen
    In schweren Stunden für mich gelacht
    Du warst meine Sonne, hast mich gewärmt
    Warst mein kindliches Glitzern im Schnee
    Bist für meine Träume ausgeschwärmt
    Hast gekämpft für mich, und tat es noch so weh
    Du hast mit mir gestritten, mich dabei begehrt
    Und mich begleitet durch jeden Tag
    Sprich mein Schicksal, was tat ich verkehrt
    Dass ich nun stehen muss an deinem Sarg
    Den Deckel verschließen mit meinen Tränen
    Dich gehen lassen in deine eigene Welt
    Mich immer nach der Erinnerung sehnen
    Solange meine Seele sie mir erhält
    Dein Tod war das größte Verbrechen an meinem Herzen
    Wer hat dich genommen, mir abgerungen
    Mich ausgefüllt mit unsagbaren Schmerzen
    Und mir das Schwert gereicht, um mich selbst zu verwunden
    So geh meine Liebe, mein Traum in der Nacht
    Ich begleite dich mit jedem Gedanken
    Will mich erinnern können mit aller Macht
    Um aus meiner Sehnsucht neue Kraft zu tanken.
     
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