20 Juli 1944

S

sdost

Guest
Bald jährt sich eines der wichtigsten Ereignisse in der jüngeren Deutschen Geschichte, auch wenn es nicht von Erfolg gekrönt war: Das Attentat auf Hitler in der Wolfsschanze. Claus Schenk Graf von Stauffenberg war der einzige aus dem Verschwörerkreis, der nahe genug an Hitler herankam um ihn mittels einer Bombe zu töten. Hitler überlebte leicht verletzt aber sein Vertrauen in das Militär war schwer erschüttert. Dabei war Stauffenberg, wie so viele andere aus dem Offizierskorps, anfangs von Hitler sehr angetan. Die Stärkung des Militärs versprach den Offizieren Ruhm und Ehre. Als der Krieg dann eine Wende nahm und jedem klar wurde, dass nur noch Schadensbegrenzung helfen konnte, Deutschland vor dem Untergang zu bewahren, entschlossen sich einige Patrioten den Diktator zu töten und gleichzeitig die anderen Repräsentanten des Regimes auszuschalten. Die Verschwörer wurden verhaftet, einige umgehend standrechtlich erschossen, andere wurden in einem Schauprozess vom Richter Roland Freisler auf eine derart perfiden Weise gedemütigt, dass sich sogar Propagandaminister Goebbels angewidert äußerte und den Prozessmitschnitt nicht wie geplant in den Kinos zeigen lassen wollte.
 
AW: 20 Juli 1944

Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, ein Urgroß-Onkel des derzeitigen Verteidigungsministers war ebenfalls Widerstandskämpfer und wurde im April 1945 hingerichtet.

------------------------------------------------------------------------------------


Verdeidigungsminister zu Guttenberg (CSU) würdigt Staufenberg-Attentat auf Hitler
Ein „Aufstand des Gewissens“ war das gescheiterte Staufenberg-Attentat auf Hitler laut Verteidigungsminister und CSU-Politiker Guttenberg. Jeder Tag im Dienste Deutschlands sei für Guttenberg „von dieser Kraft jener Männer mit gezeichnet“. So ist das Staufenberg-Attentat ein Zeichen, dass es auch „in den dunkelsten Zeiten der Diktatur ein anderes, ein besseres Deutschland gegeben hat“.


Quelle und mehr: http://www.focus.de/politik/weitere...aufenberg-attentat-auf-hitler_aid_532448.html
 
AW: 20 Juli 1944

Danke für den Beitrag.

Man darf darüber hinaus und zu diesem Anlass auch ruhig den tausenden anderer Widerstandskämpfer gedenken. Leider gehen diese Leute ja historisch ein wenig verloren.

Übrigens darf man vielleicht auch darauf hinweisen, dass all diese Menschen Kinder ihrer Zeit waren. Unabähngig von Stauffenberg und Sophie Scholl.
Viele von ihnen müsste man nach heutigen Maßstäben wohl dem rechten politischen Rand der Bevölkerung zuordnen. Stauffenberg beispielsweise war ja ausgesprochener Militarist und hatte auch nicht vor, nach einem gelungenen Putsch, eine Demokratie nach westlichem Vorbild einzurichten.

Gut, dass Du mit dem Verweis auf das Offizierskorps auch darauf hingewiesen hast.
 
AW: 20 Juli 1944

Ich frage mich immer ob diese Leute auch den Widerstand gelebt hätten wenn der Krieg einen positiven Verlauf für Hitler-Deutschland genommen hätte.
 
AW: 20 Juli 1944

Ich frage mich immer ob diese Leute auch den Widerstand gelebt hätten wenn der Krieg einen positiven Verlauf für Hitler-Deutschland genommen hätte.

Die Frage kann man sich stellen. Aber meines Erachtens stellt sie sich nicht.




Außerdem hat es wohl auch schon vor dem Krieg Attentate bzw. Planungen dazu gegeben. Und meines Wissens waren gab es in den KZs auch viele Leute des politschen Widerstandes.
 
AW: 20 Juli 1944

Widerstand gab es immer.

Die Machtübernahme erfolgte nach einer Zeit des politischen Kampfes. Die ersten "Opfer" waren entsprechend eben auch Kommunisten. Für lange Zeit waren es diese Kommunisten, die die Mehrzahl aller KZ Häftlinge stellte.

Ich finde aber schon, dass es berechtigt ist, nach den Gründen für Widerstand zu fragen.
Ging es darum, eigenen Besitzstand zu schützen, war es Opposition zu der Art, wie bestimmte Ideen verwirklicht werden sollte oder ging es um die Ziele selbst?

Wie gesagt, viele Widerstandskämpfer würden über die Politik in unserem Land wohl nur verwundert den Kopf schütteln und sie müssten politisch der extrem Rechten oder der extrem Linken zugeordnet werden.

Andere handelten aus Gründen des Glaubens.

Mit wem sich die Nazis aber immer ganz gut arrangiert haben, waren die Moslems. :wink:
 
AW: 20 Juli 1944

Widerstand in allen Ehren würde ich mal sagen. Es ist auch immer lobenswert, wenn sich Menschen durch ihre Taten für andere einsetzten ohne an die Folgen für sich selbst zu denken. Jetzt kommt aber auch gleich das "aber". JoBuk ist zwar nicht gerade mein Freund hier, ich muss ihm aber in einem Punkt recht geben. Nicht jeder Widerstand entstand - nun sagen wir mal aus Mitleid an den Verbrechen der Nazis, die diese an der Menschheit begannen haben.

Viele der Offiziere um Stauffenberg und selbst Stauffenberg selber handelten in erster Linie deshalb so, weil sie an ihr Vaterland dachten. Sie sahen, das dieser unheilvolle Krieg längst verloren war und waren auf Schadensbegrenzung aus.

Was ihre Tat/en aber keinesfalls mindern soll.
 
AW: 20 Juli 1944

Ich frage mich immer ob diese Leute auch den Widerstand gelebt hätten wenn der Krieg einen positiven Verlauf für Hitler-Deutschland genommen hätte.


Das Militär war kein homogener Block, es gab viele Leute dort denen Hitler gegen den Strich ging aber eben auch viele, die wie Hitler dachten durch einen erneuten Waffengang das Resultat des ersten Weltkriegs zu revidieren. Vorbehalte gegen Hitler hatte z.B. General Werner von Blomberg, der durch Hindenburg zum Wehrminister ernannt wurde um Hitler zu "zähmen". Blomberg wurde durch einen inzsenierten Skandal zum Rücktritt genötigt. Nicht besser erging es einem anderen ranghohen Militär. Generaloberst Werner Fritsch wurde der Homosexualität bezichtigt und ebenfalls zum Rücktritt genötigt. Diese beiden Aktionen waren derart fragwürdig und offensichtlich in ihrer Zielsetzung, dass sich viele Militärs distanziert zum Naziregime verhielten
Außerdem hat es wohl auch schon vor dem Krieg Attentate bzw. Planungen dazu gegeben. Und meines Wissens waren gab es in den KZs auch viele Leute des politschen Widerstandes.

42 bekannte Attentatsversuche gab es. Viele der mutigen Einzelkämpfer sind nie öffentlich gewürdigt worden
 
Top