87-Jähriger kracht mit Geländewagen ins Wohnzimmer

Das mit dem Alter die Reaktionsfähigkeit nachläßt ist doch ein Fakt, der sich nicht weg reden läßt. Auch mit dem Schulterblick ist das so eine Sache, die nicht mehr jedem der älteren Herrschaften gelingt. Sich da auf das Glück zu verlassen ist ziemlich gefährlich. Man gefährdet ja nicht nur sich allein und seine eventuellen Mitfahrer. Meistens "nimmt" man dann noch andere Autofahrer oder Fußgänger mit.

Ich bin auch für regelmäßige Untersuchungen ab einem gewissen Alter. Aber die Autolobby ist doch sehr stark, die werden das schon verhindern.
 
Das mit dem Alter die Reaktionsfähigkeit nachläßt ist doch ein Fakt, der sich nicht weg reden läßt. Auch mit dem Schulterblick ist das so eine Sache, die nicht mehr jedem der älteren Herrschaften gelingt. Sich da auf das Glück zu verlassen ist ziemlich gefährlich. Man gefährdet ja nicht nur sich allein und seine eventuellen Mitfahrer. Meistens "nimmt" man dann noch andere Autofahrer oder Fußgänger mit.

Zynisch gesagt: Dann müssen eben die anderen aufpassen. Solange andere Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer geistesgegenwärtig reagieren, geht es halt gut; nur geben Statistiken nicht darüber Auskunft, natürlich auch nicht die von Pit angeführte.
Trotzdem: Wurde eigentlich mal aufgedröselt, welche Altersgruppen überproportional bei den allseits beliebten Geisterfahrern vertreten sind?

Ich bin auch für regelmäßige Untersuchungen ab einem gewissen Alter. Aber die Autolobby ist doch sehr stark, die werden das schon verhindern.

... indem sie biologisch nicht zu leugnende Fakten als klaren Fall von Altersrassismus brandmarken. :D Das befürchte ich auch. Manchmal bin ich echt in Versuchung, die Militanz der hiesigen Autofahrerverbände mit der US-amerikanischen Waffenlobby zu vergleichen - egal, ob's um Gesundheitschecks für Senioren oder Tempolimits ('Freie Fahrt für freie Bürger') geht.
Sympathisch sind sie mir nur, wenn sie gegen überhöhte Benzinpreise wettern. So viel Alltagsschizophrenie muss sein. ^^
 
Es geht doch nicht darum ob und wer gegen die Verkehrsordnung verstossen kann sondern darum, das es eben in der Natur der Sache liegt das ab einem gewissen Alter die Reaktionsfaehigkeit sowie die Auffassungsgabe einfach nachlaesst. Sicher, jeder sollte dann ehrlich gegenueber sich selber sein und das Fahren aufgeben nur ist dieser Schritt eben ein schwerer und wird von vielen viel zu spaet begangen. Sorry Pit, aber das von dir propagierte Prinzip der Eigenverantwortung funktioniert gerade beim Autofahren eher schlecht!
Ein 90 jähriger Bekannter meiner Mutter ist der Meinung das er nach wie vor ein super Autofahrer ist:eek:
 
Als mein Grossonkel merkte, dass er nachts nicht mehr so gut sieht, ist er im Dunkeln nicht mehr gefahren. Als er merkte, dass er im Verkehr unsicher wurde, hat er sein Auto meinem Vater geschenkt.
Ich bin kein Mitglied im ADAC und es gibt altersunabhängig viele schlechte Autofahrer.
Manche Autofahrer verunfallen, weil sie alt sind, manche, weil sie jung sind, manche, weil sie dumm oder rücksichtslos sind, manche aus sonstigen Gründen.
Dass die Reaktionsfähigkeit und Beweglichkeit im Alter nachlässt, bestreitet niemand. Das ist aber nichts, was man in der Fahrschule lernt. Dort geht es darum, sich an die Verkehrsregeln zu halten.
 
Dass die Reaktionsfähigkeit und Beweglichkeit im Alter nachlässt, bestreitet niemand. Das ist aber nichts, was man in der Fahrschule lernt. Dort geht es darum, sich an die Verkehrsregeln zu halten.

Es geht ja auch nicht um Nachschulungen, Pit, sondern um regelmäßige Gesundheitschecks. Dein Großonkel war glücklicherweise so einsichtig, sich von seinem Auto zu trennen, als er merkte, dass es nicht mehr geht. Ich vermute aber, dass das eher die Ausnahme als die Regel ist - sei es, weil die Leutchen sich überschätzen, sei es, weil sie weit ab von Schuss wohnen und Einkäufe ohne motorisierten Untersatz unbequemer werden, oder sei es, weil sie sich energisch dagegen wehren, zum "alten Eisen" gezählt zu werden. In der Summe alles begreiflich, aber Hilals Beispiel von dem 90-Jährigen, der sich noch immer für einen glänzenden Fahrer hält, könnte ich um das Beispiel meines Opas ergänzen, der seinem kleinen Fiat noch mit weit über 80 dermaßen die Sporen gab, dass man als Beifahrer Stoßgebete gen Himmel schicken und sich wünschen musste, dass alle anderen gut aufpassen. Wie durch ein Wunder ist nie was passiert. Das lag aber eindeutig nicht an meinem Opa. ; )
 
Gegen Gesundheitschecks ist im Prinzip nichts einzuwenden. Wer sie braucht, darf ohne Sehhilfe ja auch nicht fahren. Beim Sehen ist das aber einfach nachzuvollziehen. Ob Dein Opa durch den Gesundheitscheck gefallen wäre, ist die Frage.
So einfach ist das glaube ich nicht.
Mit der Statistik aus dem Artikel wollte ich darlegen, dass alte Menschen statistisch nicht mehr Unfälle verursachen als junge. Dass bei ihnen geringere Reaktionsfähigkeit als Unfallursache vergleichsweise häufiger vorkommt, würde ich nicht bestreiten wollen. Die Frage ist, in welchem Umfang und welche Schlussfolgerungen man daraus zieht. Wir leben in einer gestressten Leistungsgesellschaft mit einer hohen Verkehrsdichte. Ich würde die Alten trotzdem nicht schon deshalb vom Strassenverkehr ausschliessen, weil sie nicht nicht mehr ganz so fix sind. Natürlich gibt es Grenzen. Die Frage ist, wo man sie setzt. Die Ärzte können bspw. schon heute empfehlen, nicht mehr zu fahren und wenn sie der Ansicht sind, jemand ist nicht fahrtüchtig, müssen sie es dem Strassenverkehrsamt melden.
 
Was sucht ein 90 jaehriger in einem Gelaenderwagen?
Bis 90 hat er doch bestimmt genug Geld unter den Kissen aufbewahrt,dass er es sich leisten kann sich rumkutschieren zu lassen.
 
Ich bin für entsprechende Gesundheitschecks.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten, entweder wie in dem ADAC Artikel da, kann der Arzt auf die Betroffenen einreden, sodass die den Lappen ggf. selbst abgeben, oder...
... die Frage "Fahrtüchtig ja/nein?" müsste von der ärztlichen Schweigepflicht ausgenommen werden um entsprechend den Führerschein einzuziehen.

IN JEDEM FALL muss das Ganze gekoppelt werden mit einer Alternative, man kann Alten nicht einfach den Schein wegnehmen (oder sie darum bitten), wenn diese darauf angewiesen sind - eingeschränkte Mobilität und so... ein staatlich finanzierter Fahrdienst für Senioren wäre doch mal was. Da kann man in größeren Städten auch gleich Elektroautos einsetzen und hier den Markt stärken und/oder die Forschung vorantreiben. Mit den Kosten, die Versicherungen durch die potentiell-verhüteten Unfälle einsparen könnten, könnte sich das Ganze sogar lohnen, müsste man halt auch mal entsprechend forschen, haben die BWLer was sinnvolles zu tun.

Zu dieser komischen ADAC Studie muss ich aber wirklich die Stirn runzeln... ich glaube dieser Statistik irgendwie nicht. Es mag sein dass die Älteren sich ihrer Defizite bewusst sind und diese Kompensieren, aber das Risiko ist dennoch deutlich höher. Das gilt natürlich auch für junge Fahrer, wo bei denen die Defizite eher im Mangel an Rücksicht und Hirnmasse liegen...

Aber wir sind hier nunmal eine Autokultur, LEIDER. Ich habe seinerzeit meinen Führerschein nicht zuende gemacht, weil mir mit jedem Tag bewusster wird, was für Vollpfosten eigentlich Auto fahren dürften. Es ist ein reines Glücksspiel nicht von irgendeiner Arschgeige in den Tod gerissen zu werden, ob Fahranfänger, Senior oder einfach nur ein überheblicher Prolet mittleren Alters.
 
Deutschland ist von Alten überbevölkert. Wenn die so auch nur halbwegs so miserabel fahren würden, wie hier unterstellt, würde es bspw in der Stadtmitte von Duisburg ununterbrochen krachen. Gottseidank ist das nicht der Fall.
 
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