AW: altern.......
Mir war das Älterwerden lange total egal. Ich hab mit Ende 20 mein Leben noch einmal komplett umgekrempelt. Als ich 30 wurde, hab ich mich gefragt, was Freundinnen von mir Jahre zuvor bloß so furchtbares daran fanden. Für mich war's wumpe und gefeiert hab ich den Geburtstag auch nicht.
Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass mich eh immer alle für wesentlich jünger hielten. Gut, auch jetzt noch, aber was macht das noch für einen Unterschied. ;-)
Dazu kam eben auch noch, dass meine Partner stets älter waren als ich und so trat für mich die Gewohnheit ein, das mit dem Alter nicht so wichtig zu nehmen. Ich vertrat selbstsicher die Ansicht: Alter spielt keine Rolle!
Seltsamer Weise fing ich an, es wichtig zu nehmen, als ich meinen Freund kennen lernte. Ein paar Jährchen jünger als ich und schon war er eigentlich für mich aus dem Rennen. Felsenfest davon überzeugt, mit keinem jüngeren Mann etwas anfangen zu können, stemmte ich mich dagegen - und musste doch schließlich meine Arroganz einbuddeln, als ich feststellte: auch umgekehrt wird ein Schuh draus!
Allerdings finde ich nicht, dass man sich mit einem jüngeren Freund auch automatisch jünger fühlt. Mir wird eher noch viel mehr bewusst, dass ich mich der nächsten Null nähere und registriere Vorurteilen, wenn jemand unseren Altersunterschied mitbekommt.
Zum einen sehe ich die Vorteile des Alterns, alleine schon in der Summe der Erfahrung, andererseits ist es für mich in gewissen Punkten unschön, mir dessen so bewusst zu werden, weil ich eben z.B. nur noch ein paar Jahre für die Familienplanung habe (die schon jetzt schwierig werden dürfte) und beruflich immer noch nicht angekommen bin. Ich wage daher die These, dass die Zufriedenheit/Ausgeglichenheit bzgl. des Alters mit dem persönlichen Lebensweg korrespondiert und nicht per se vorhanden ist.
Ein sehr ehrliches Statement. Ich hoffe, mir dreht hier keiner einen Strick draus. :wink: