alternative Medizin

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Pit 63

Guest
AW: alternative Medizin

Ich gebe zu, ich wusste nicht mehr, wie der erdumfangberechnende Grieche hieß, aber ich wusste, das die ollen Griechen schon ziemlich genau den Erdumfang berechnet hatten. Um das nicht einfach nur zu behaupten, google ich natürlich nach, was einem auch durchaus hilft, aufgestellte Behauptungen zu unterfüttern.

Letztens hast du mir per PN genau das Gegenteil unterstellt, so schnell kann sich das ändern. Du bist wahrscheinlich weniger objektiv als du selbst denkst und noch anfälliger für abstruse Theorien, als ich bei der Diskussion um die Erdgeschichte befürchtet hatte.

Ich betreibe keine Opposition um der Opposition willen, ich halte alternative Medizin, inklusive Homöopathie für Scharlatanerie, mit der Unsummen von Geld verdient werden. Und dazu stehe ich auch. Das war zum Beispiel in der Raucherdiskussion genauso.

Du schwimmst im Wissenschaftsmainstream, ohne tiefergehendes Wissen und Verständnis und ohne das Vorgesetzte eigenständig zu bedenken und zu reflektieren.

Dann wirfst Du allen, die differenzierter und weniger oberflächlich über Deine übernommene Auffassung nachdenken, abstruse Theorien oder Naivität oder Schlimmeres vor. Das ist armselig.
Jedem seine Meinung, wie hohl sie aus meiner Sicht auch sein mag, doch Diskussionen zu führen, wenn Du nicht mehr als negativen, spalterischen Positionismus zu bieten hast und jeden für dumm verkaufst, der Deine Meinung nicht teilt, das ist schwach.
Die Fähigkeit u/o den Willen, nachzuvollziehen bzw. zu begreifen, was ich denke und glaube, spreche ich Dir nach den Gesprächen der letzten beiden Tagen ganz einfach ab- wobei ich ehrlich gesagt den Eindruck haben, dass Du so einiges wirklich nicht verstanden hast.

Mir abstruse Theorien zu unterstellen, weil ich auch herrschende Meinungen aus dem Wissenschaftsbetrieb hinterfrage und nicht hündisch vorgekauten Mainstreamansichten folge, das ist bezeichnend für Dich.
Wenn alle mit vorgesetztem Wissen so unselbständig und kleingeistig umgegangen wären, wie Du, hätte es in der Geschichte so etwas wie eine wissenschaftliche Entwicklung überhaupt nicht gegeben.
Herrschaftswissen oder bestehende Lehrmeinungen zu begreifen und eigenständig zu hinterfragen, das ist wissenschaftliches Denken, nicht das Nachplappern, und die anderen für dumm erklären, weil sie einem nicht folgen.
 
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pauline09

Guest
AW: alternative Medizin

Das etablierte System ist vor allen Dingen eines: Etabliert. Und es geht um Geld, um viel Geld. (...)

In der Tat, und wer sich intensiver für das Thema interessiert, kann sich u.a. bei der BUKO Pharma-Kampagne informieren, die seit vielen Jahren die Aktivitäten von deutschen Pharmakonzernen in der südlichen Hemisphäre untersucht und bedarfsweise öffentlich macht. Aber kleine, feine Grassroot-Projekte wie beispielsweise in Rukararwe/Bushenyi im Südwesten von Uganda haben sich schon lange auf die Segnungen traditioneller Medizin besonnen, kultivieren entsprechende Heilpflanzen, geben Setzlinge weiter und stellen ihre eigenen Medikamente unter anderem für Primary Health Care Centres her. (Das ist nur eine von mehreren Säulen, auf denen das Projekt ruht; seit neuestem bieten sie sogar Öko-Reisen an.)

In Rukararwe funktioniert das, und Ergebnisse einer dort initiierten Zusammenarbeit von traditionellen Medizinern und schulmedizinischen Fachleuten der Makerere University in Kampala, die gemeinsam herausfanden, dass eine bestimmte Kombination von drei in der Gegend verbreiteten Kräuterarten effektiv gegen Malaria wirkt, wurden sogar in einem britischen Fachblatt ("Tropical Doctor") publiziert. - Trotzdem: noch wird die Ausbreitung dieses Ansatzes, der auf dem Gedanken von Ganzheitlichkeit und Selbstversorgung beruht, durch ein staatliches Gesetz allgemein erschwert.

Das gab's zwar auch, als man im Bushenyi-Distrikt erst anfing, mit dem gezielten Anbau von Heilpflanzen zu experimentieren, aber das hat die Projekt-Initiatoren nicht gestört; sie haben's einfach gemacht. Doch die allgemeine Stigmatisierung traditioneller Medizin durch den aus der Kolonialzeit stammenden Witchcraft Act aus den 50'ern hat in Uganda m.W. noch immer Bestand. Was im Hinblick auf blutige Ritualmorde vor allem an Kindern und Säuglingen (ja, das gibt's ..) Sinn hat - aber mit Rücksicht auf traditionelle Heiler, die nichts mit mit kriminellen Praktiken am Hut haben, durch eine moderne Gesetzgebung abgelöst werden soll. Ob das seit Ende 2012 passiert ist, weiß ich nicht - es gibt aber schon länger entsprechende Forderungen und wäre definitiv an der Zeit.

Okay, so viel zu einem Beispiel aus dem ländlichen Ostafrika. Hier eines aus Nigeria in Westafrika - völlig andere Bedingungen. Der Heiler Fatunde Ojo lebt in der Hauptstadt Abuja, hat sein Handwerk von seinem Vater gelernt, sucht sich die Zutaten für seine Mixturen im Wald oder kauft sie auf dem Markt - und wird wie andere traditionelle Heiler dort von einer staatlichen Aufsichtsbehörde kontrolliert.

http://www.youtube.com/watch?v=yGpU_vGyLdI

Achtung, das English ist etwas heftig, wenn man's nicht kennt, aber man kommt eigentlich gut mit. Notfalls 2x anschauen, es ist nicht so lang. :wink:
 
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