AW: Angst
ich habe angst vorm allein sein und verlassen werden zum beispiel, ansonsten fürchte ich natürlich nichts
Das finde ich sehr verständlich, Rebel. Und dass es insbesondere auch Dir so geht, noch viel verständlicher. Es ist eine Ur-Angst, die in jedem Menschen schlummert und manchmal nur schwer bezähmbar ist.
Aber so, wie die Angst vorm Alleinsein (die Einsamkeit meint, nicht nur allein und mit sich sein) sich nach und nach verlieren kann, so kann man auch seinen Verlassenheitsängsten entgegentreten. Alles zu seiner Zeit.
Jede überwältigende Angst hat ja ihren Grund, ihre Ursache. Und wenn man irgendwann nicht mehr davor wegläuft, sondern stehenbleibt, sich umdreht und ihr ins Gesicht schaut: wird sie kleiner. Und kleiner. Immer kleiner..
Aber wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, kann einem niemand anderes sagen. Nur das eigene Herz.
Shaffty und Whaty und alle anderen, die geschrieben haben, dass durchlittene und überwundene Ängste stärker machen, haben recht. Genau so ist das. Aber Angst für sich ist nichts Schlechtes. Sie warnt vor Gefahren, schützt vor manchen Überheblichkeiten, sorgt dafür, dass wir wach und aufnahmebereit sind für Signale aus unserer Umgebung.
Schwierig wird es nur, wenn sie das Leben beherrscht. Wenn man zum Beispiel, das gibt es, andere Menschen nur verlässt aus Angst, selbst verlassen zu werden. Dann fühlt man sich selbst mächtig, um nicht die eigene Ohnmacht, alte Verlassenheitsängste zu spüren. Wenn man wegläuft, heißt das auch immer, der Angst Macht über das eigene Leben zu geben. Zum Beispiel..
Ich glaube, dass man, egal, wie man lebt, egal, wo man herkommt, was man durchgemacht haben mag oder durchmacht, immer die Wahl hat: sich gleichsam bewusstlos, unbewusst, von der eigenen Angst scheuchen zu lassen und sein Leben nach ihr auszurichten - oder sich den Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Das kann harte Arbeit sein. Aber sie lohnt sich. Unbedingt. Anders ist Freiheit, oder das, was man sich darunter vorstellt und wünscht, nicht denkbar, lebbar.
lg
anouk