A
Anouk
Guest
AW: ausquartiert...
Nun ist dieser Thread elf Monate alt. Man sollte meinen, das Kind sei größer geworden und das Leben verliefe längst wieder in geregelten Bahnen. Von wegen! Es wird immer schlimmer.
Fans & Freunde werden sich erinnern, dass ich seit geschlagenen anderthalb Wochen an den gediegenen Spätfolgen eines spontanen Hexenschusses laboriere. Mit anderen Worten: ich bedarf der Schonung, sanften Zuspruchs, sphärischen Klängen, milder Verwöhnung.. keinesfalls aber jener orkanartigen Böen, die dank pubertierenden Kronsohns über mich hinwegfegen. Um es kurz zu machen: ich bin schon wieder ausquartiert. Zum schätzungsweise 93. Mal seit dem vergangenen Jahr darf ich im Kinderzimmer nächtigen.
Das Drama begann heute früh um 8.50 h, da klingelte es zum ersten Mal Sturm. Das war Sambou. Seine Mom ist verreist, sein Vater fastet wegen Ramadan. Sambou kam und blieb. Kurz nach halb 10 stellte sich Daniel ein, den ich zuerst für Fabian hielt, weil er den Zeigefinger sozusagen auf der Türklingel parkte, was normalerweise Fabians Spezialität ist. Daniel blieb ebenfalls.
Als es aufhörte zu regnen, gingen sie Fußball spielen, statt volle Kanne HipHop zu hören. Das fand ich toll.
Es dauerte nicht lange, da schrillte das Telefon ungelogen zwölf Mal hintereinander. Elf Mal war es Kronsohns Freund Kevin (offenbar allein zu Haus und sehr ungeduldig), das zwölfte Mal Kronsohns Klassenlehrerin, die von Tintenpatronen zu berichten wußte, welche im Erdkunde-Unterricht durch die Gegend geworfen worden waren.
Es gab acht Angeklagte. Ein Drittel der Klasse. Mein Sohn war semi-angeklagt, weil er sich auf den letzten Metern auch noch beteiligt hatte - zum Glück hatte er schon gebeichtet, bevor der Anruf kam. Aber das machte es insgesamt natürlich nicht schöner.
Ich nahm also die Order entgegen, meinen Sohn zu einem Liebesbrief an die Erdkunde-Lehrerin anzuhalten. Übers Wochenende.
Dann kamen sie zurück. Sambou hatte Hunger. Max auch. Daniel wandte ein, er dürfe kein Schweinefleisch essen. Schweinefleisch gibt's bei uns praktisch nicht oder allenfalls in homöopathischen Dosen, weil ich persönlich es einfach ungesund finde. Das erleichterte die Lage ungemein, weil Sambou ebenfalls kein Schweinefleisch essen darf. Ansonsten wäre gar nichts gegangen.
Inzwischen hatte ich, so weit mein lahmes Kreuz es erlaubte, im Schneckentempo fürs Wochenende eingekauft und wies die Jungs an, das Zeug wenigstens hochzuschleppen. Immerhin: sie taten es. Um gleich nach dem Abendessen zum Großalarm zu blasen: ob sie alle eventuell, bitte-bitte, ....
denkt Euch den Rest! :-? Jedenfalls bin ich mal wieder ausquartiert und habe für morgen die hoffnungsvolle Parole ausgegeben, dass sie gefälligst (!) ausschlafen sollen. Nun liegen sie zu dritt wie die Engelchen in meinem Bett. Sehr dufte. Und ich darf im Kinderbett nächtigen, auf 90 cm Breite. Ächz!
Leidlich unglückliche Grüße
Anouk
Nun ist dieser Thread elf Monate alt. Man sollte meinen, das Kind sei größer geworden und das Leben verliefe längst wieder in geregelten Bahnen. Von wegen! Es wird immer schlimmer.
Fans & Freunde werden sich erinnern, dass ich seit geschlagenen anderthalb Wochen an den gediegenen Spätfolgen eines spontanen Hexenschusses laboriere. Mit anderen Worten: ich bedarf der Schonung, sanften Zuspruchs, sphärischen Klängen, milder Verwöhnung.. keinesfalls aber jener orkanartigen Böen, die dank pubertierenden Kronsohns über mich hinwegfegen. Um es kurz zu machen: ich bin schon wieder ausquartiert. Zum schätzungsweise 93. Mal seit dem vergangenen Jahr darf ich im Kinderzimmer nächtigen.
Das Drama begann heute früh um 8.50 h, da klingelte es zum ersten Mal Sturm. Das war Sambou. Seine Mom ist verreist, sein Vater fastet wegen Ramadan. Sambou kam und blieb. Kurz nach halb 10 stellte sich Daniel ein, den ich zuerst für Fabian hielt, weil er den Zeigefinger sozusagen auf der Türklingel parkte, was normalerweise Fabians Spezialität ist. Daniel blieb ebenfalls.
Als es aufhörte zu regnen, gingen sie Fußball spielen, statt volle Kanne HipHop zu hören. Das fand ich toll.
Es dauerte nicht lange, da schrillte das Telefon ungelogen zwölf Mal hintereinander. Elf Mal war es Kronsohns Freund Kevin (offenbar allein zu Haus und sehr ungeduldig), das zwölfte Mal Kronsohns Klassenlehrerin, die von Tintenpatronen zu berichten wußte, welche im Erdkunde-Unterricht durch die Gegend geworfen worden waren.
Es gab acht Angeklagte. Ein Drittel der Klasse. Mein Sohn war semi-angeklagt, weil er sich auf den letzten Metern auch noch beteiligt hatte - zum Glück hatte er schon gebeichtet, bevor der Anruf kam. Aber das machte es insgesamt natürlich nicht schöner.
Ich nahm also die Order entgegen, meinen Sohn zu einem Liebesbrief an die Erdkunde-Lehrerin anzuhalten. Übers Wochenende.
Dann kamen sie zurück. Sambou hatte Hunger. Max auch. Daniel wandte ein, er dürfe kein Schweinefleisch essen. Schweinefleisch gibt's bei uns praktisch nicht oder allenfalls in homöopathischen Dosen, weil ich persönlich es einfach ungesund finde. Das erleichterte die Lage ungemein, weil Sambou ebenfalls kein Schweinefleisch essen darf. Ansonsten wäre gar nichts gegangen.
Inzwischen hatte ich, so weit mein lahmes Kreuz es erlaubte, im Schneckentempo fürs Wochenende eingekauft und wies die Jungs an, das Zeug wenigstens hochzuschleppen. Immerhin: sie taten es. Um gleich nach dem Abendessen zum Großalarm zu blasen: ob sie alle eventuell, bitte-bitte, ....
denkt Euch den Rest! :-? Jedenfalls bin ich mal wieder ausquartiert und habe für morgen die hoffnungsvolle Parole ausgegeben, dass sie gefälligst (!) ausschlafen sollen. Nun liegen sie zu dritt wie die Engelchen in meinem Bett. Sehr dufte. Und ich darf im Kinderbett nächtigen, auf 90 cm Breite. Ächz!
Leidlich unglückliche Grüße
Anouk