Begegnungen im Leben

AW: Begegnungen im Leben

Hallo Brunhilde,

es tut mir leid fuer deine Mutter aber freue dich dass sie anscheinend diese Krankheit zumindestenst unter Kontrolle hat.
Ja, Todesfaellen mit zu Erleben besonders wenn man noch fast ein Kind ist praegt das Leben.
Ich kann dich gut verstehen dass du keine Schwaeche zeigst. Glaube mir nicht jeder waere so stark wie du.
Ich wuensche deiner Mutter noch viele glueckliche Jahre mit ihren Liebsten.

LG
Elvin

Danke liebe Elvin,
meine eigentliche innere stärke hab ich auch von ihr! ich bin froh, dass sie nicht aufgibt... das gibt mir die kraft weiter zumachen
 
AW: Begegnungen im Leben

Bei den Geschichten kommt alles bei mir wieder hoch....

..ich hatte echt Tränen in den Augen und der Knoten im Hals und Herz wurde immer größer......

...Ich kenne diese Situation sehr genau, nur nicht bei einem "Fremden" sondern bei meinem Vater, der nach 1-jähriger Krankheit und etlichen Chemos bei uns zu Hause gestorben ist. Meine Mutter, Arzt, wußte irgendwie das es gleich zuende geht und rief mich ins Schlafzimmer, wo mein Vater lag. Ich kann nicht mehr ganz genau sagen, wie oder was ich fühlte, es war nur ein sehr entrücktes Gefühl. Ich konnte auch nichts sagen sondern hielt nur seine Hand und Blickte ihm direkt in die Augen. Ich habe nur in Gedanken gesagt "Gute Reise" und hoffe er hat es gehört bzw. gespührt. Danach, meine Mutter brach in Tränen aus, mußte ich sofort raus. Ich fühle mich heute noch schuldig, das ich nicht unmittelbar bei meiner Mutter bleiben konnte und sie trösten, wenn dies überhaupt möglich ist in einer solchen Situation, aber es ging einfach nicht. Ich mußte einfach laufen...wie im Schockzustand. Es kam eine ganze Zeit lang keine einzige Träne über das Gesicht...da war einfach nichts. Irgendwie, ich weiß auch nicht warum, haben mich meine Füße zu einem Freund gelenkt, es war nochnichteinmal mein "bester". Dort brach dann alles, schon auf der Treppe, aus mir heraus und ich habe mindestens eine halbe Stunde lang geflennt, völlig ohne Hemmungen, denn ich konnte sogar nichtmal darauf achten, das ein anderer Schulkamerad da war um mit meinem Freund Hausarbeiten zu machen. Nachdem diese Weinorgie vorbei war fühlte ich mich irgendwie befreit. Wie gesagt, bis heute kann ich nicht erklären, warum ich gerade dahin ging...aber es hat geholfen. Ich kam wieder zu Hause an, als sie meinen Vater abtransportierten und da hatte ich auch wieder Kraft, meine Mutter in den Arm zu nehmen.

Meine Gastmutter aus Canada hat mir auch einen sehr guten und wichtigen Spruch mitgegeben, der wie die Faust aufs Auge auf die Situation meines Vaters(und gerade auf die Situation meiner Oma)passt: "The suffering of your loved one has ended, but your suffering has just started." Bis heute kann ich die Besuche an dem Grab meines Vaters an einer Hand abzählen und das ist nun schon über zehn Jahre her. Für mich hat das Grab keinerlei Bedeutung, sondern ich trauere in mir und dafür brauche ich keinen besonderen Platz.

der Skeptiker

P.S. Liebe Sina08, du hast dieser Frau das größte Geschenk gemacht, was ein Mensch einem anderen machen kann! Denke immer daran, in deiner Trauer, das du dieser Frau die Angst und die Furcht vor dem Tod genommen hast!
 
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Liebe Sina,

als ich deinen Beitrag las, konnte ich deine Gefühle ganz gut nachvollziehen.

Meisstens, wenn jemand stirbt, macht man sich solche Gedanken. Diese Frau war im letzten Stadium ihrer Krankheit und du warst in diesem letzten Moment bei ihr und hast ihre Hand gehalten. Wie gut, das sie nicht alleine war und so konnte sie sich still und leise vom Leben verabschieden. Sie ist erlöst von ihrer schweren Krankheit.

Es war gut, das du dich Anderen geöffnet und über die Gedanken, die dich belasten, gesprochen hast.
Wie du siehst, hat dein Thread auch einige User dazu gebracht, über ihre eigenen Erlebnisse zu sprechen.
 
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Ich möchte mich für Eure Worte und Anteilnahme bedanken.Ich kann noch nicht auf eure Postings antworten,da ich einfach noch nicht soweit bin.Ich lese aber immer mit.
Jeder einzelne von Euch hat mir etwas mitgegeben...
Deshalb möchte ich Euch nochmals an meinen gestrigen Arbeitstag teilhaben lassen..............


Eine Bewohnerin feierte gestern Ihren 99 Geburtstag.Um 14:30 sollte ein Chor kommen um einige Lieder zu singen.Um alle BW rechtzeitig daran teilnehmen zu lassen mußten wir uns etwas beeilen.Eine Kollegin erschien nicht zum Dienst...eine Fachkraft,ich und unsere Chefin waren nur da.Unsere Chefin versuchte dann tel.Ersatz zu bekommen..wir holten schon mal die BW zusammen.
Da wir auch eine Demenzstation haben im 3 Stock...und diese Fachkraft um 14:00 Dienstschluß hatte,mußte ich nach oben.
Im ersten moment wurde mir etwas Angst da auf dieser Station seit Tagen eine BW im sterben liegt...Ihre Anngehörigen sind seit Tagen rund um die Uhr bei Ihr.

Vor ihrer Zimmertür stoppte ich einen kurzen Augenblick," Bitte lieber Gott ,lass diese Frau nicht heute sterben "....und ging hinnein.........

Ihre Tochter und Ihr Schwiergersohn befanden sich im Zimmer,ich kontrollierte kurz den Lagerungsplan ectr..wechselde einige Worte mit den Angehörigen und wand mich dann der BW zu.Sie mußte umgelagert werden und Ihre Familie verlies das Zimmer..um etwas Luft zu schnappen....

Als ich die Bettdecke zurück schlug-viel es mir sofort auf - es gibt gewisse anzeichen ...die ich in laufe der zeit gesammelt habe...............
Ich lagerte die Bw um,Sie wachte kurz auf,sah mich an...und ich meinte sowas wie..schön.. du da bist ...zu hören.....

Während ich Sie noch etwas frisch machte überlegte ich mir was kann ich nun tun.....Von unten hörte ich das der Chor angefangen hatte zu singen...Und auf einmal fiehlen mir Eure Worte ein......und ich handelte ohne nachzudenken.......

Ich ging nach unten in unser Abschiedszimmer suchte mir einige Gegenstände heraus...Ein kleineres Holzkreuz,eine Kerze,ein weißes Chiffontuch und die kleine Schüssel mit Erde..auf den Weg zum Aufzug sah mich meine Chefin...ich zuckte nur mit den Schultern...und fuhr nach oben.....
Ich platzierte das Bett etwas in die mitte,legte das Tuch aufs Bett - darauf die Erde,das Kreuz nahm noch eine Sonnenblume aus Ihrer Vase --verdunkelde das Zimmer etwas-stellte die Kerze an die Kopfseite,brannte sie an.....

Nur ein kurzer gedanke ..Um halb drei...ist Kaffeezeit.....meine BW müßten aus den Betten...es ist nun 5min.vor halb..aber sie liegen alle noch ....aber es ist ruhig....

....................................Eure Worte................................

MAR : hätte gerne die geborgenheit und die liebe Ihrer Familie um sich
gehabt,nähe,wärme,jemand der Sie hielt..."zwei waren da"

ALKIM : hätte gerne die Hände Ihrer Oma gehalten...um Ihr nah zu sein

ELVIN : Kraft,Glauben,Mut...zeit für ein Gebet....

All eure Worte kamen mir in den Sinn.........

....Die Tür öfnnete sich und Ihre Fam.kam herein,schaute im ersten moment etwas erschrocken..ist Sie...nein sagte ich ...

Ich wollte ein kurzes Gebet mit Euch sprechen ..sagte ich nur..
Jeder faltete seine Hände...Nein so wollte ich es nicht...ich legte dann Frau T...ihre Hände ausgestreckt auf die Bettdecke,jeder von Ihnen sollte eine Hand in die seine nehmen...

Wir haben dann gemeinsam das Vater Unser gebetet, was anderes fiehl mir nicht ein.......Es waren 5 Amen zu hören.....dann verlies ich das Zimmer....

Meine Chefin stand an der Zimmertür.....Sie nickte mir nur zu....

Ja,Frau T... ist gestern noch gestorben...nur hatte ich diesesmal ein anderes Gefühl............Dank euch .........

Heute um 15:00 wird die Aussegnung stattfinden..die Angehörigen haben mich gebeten daran teilzunehmen....ich werde Ihren Wunsch folge leisten.......

Dine : Dein Gedicht ist sehr schön,ich werde es abschreiben es wird einen Platz in unseren Abschiedszimmer bekommen.........
 
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Liebe Sina,

Lass dich ganz feste von mir druecken. Und ich wuerde mich freuen wenn du auch in meinem Namen ein Gebet fuer die Verstorbene aussprechen koenntest.
Sei ganz lieb gegruesst.

Elvin
 
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Ich drücke dich ganz fest, Sinalein!

Du hast offensichtlich ein Gespür dafür, was im richtigen Moment nötig ist.
Von solchen Menschen müsste es viel mehr geben!
 
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Wie erstarrt sitze ich siet Stunden in meinen Zimmer und die Tränen finden kein Ende.

Heute Nacht mußte ich wieder Abschied nehmen von einen ganz besonderen Menschen,und der Schmerz nimmt mir fast den Atem.

4 Jahre und 4 Monate verbannt uns etwas ,dass weit über das berufliche hinaus ging.Du warst mir Freundin und Vertraute - gabst mir Trost und munterste mich auf wenn ich sehr traurig war.In all den Jahren,wann immer ich deine Zimmertür öffnete..spiegelte sich ein lächeln in deinen Augen,und oft sind dir tausend Dinge eingefallen um mich noch einige Minuten länger bei dir zuhalten.

Du zähltest die Tage,wenn ich mal wieder Wochen in der Türkei verbrachte,und konntest es kaum erwarten von meinen Erlebnissen zu hören. Ohne dass du dieses Land je kennengelernt hattest, fingst du an es zu lieben.Und wie oft hast du davon gesprochen mich auf meinen Reisen nur einmal begleiden zu können - beide wussten wir,dass dieses bedingt durch deine Krankheit nicht mehr möglich war. Und immer hattest du so fürchterliche Angst das ich eines Tages nicht mehr zurück komme.

Und heute Nacht durfte ich bei dir sein.....

Das unsere Wege sich irgendwann einmal teilen - dass wussten wir beide - nur dachten wir - uns bleibt noch viel Zeit dafür..............

Die erste Träne fiehl -
als meine Hand dein Gesicht sanft streichelde

Die zweite Träne fiehl -
als ich dir von den kleinen Paradies " den Garten Eden " erzählte der einst von einen Mann angelegt wurde,inmitten einer Pampas wo ihn niemals jemand vermuten würde..Von den Duft der herrlichen Rosen, den vollen Obstbäumen und allerlei Gemüsesorten..

Die dritte Träne fiehl -
als es langsam still im Raum wurde,
es war nun Zeit-
für dich zu gehen

Ich danke dir für all die schönen Stunden ,die wir miteinander verbringen durften.

In Liebe deine kleine Fee,wie du mich immer nanntest, in meinen Hezen wirst du immer einen Platz haben.....
 
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Ach Sinalein, es tut mit so leid für dich.
Bei deinem Beruf erlebst du so etwas natürlich öfter als die meisten anderen User hier. Du baust sicher zu vielen eine besondere Beziehung auf und ratterst deine Arbeit nicht gedankenlos runter. Das macht es auch schwerer für dich, von solchen Menschen Abschied zu nehmen.
Aber ich bin überzeugt, dass es so wie du es handhabst, letztendlich für deinen eigenen Seelenfrieden das Richtige ist!
Ich drück dich ganz fest, liebe Grüße,
ege
 
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Ich wünsche dir auch ganz viel Kraft. Denke an das Gedicht "Spuren im Sand", von dem du hier ganz am Anfang des threads berichtet hast. Unser Pfarrer hat es beim Tod meiner geliebten Oma zum Thema seiner Predigt gemacht. Und es ist so tröstlich zu wissen, dass weder du noch sie Euren Weg alleine gehen müsst. Rede mit ihr, schreibe ihr, denke an das, was Ihr Euch gegenseitig gegeben habt.

ich drücke dich ganz fest

Annie
 
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Ich wünsche dir auch ganz viel Kraft. Denke an das Gedicht "Spuren im Sand", von dem du hier ganz am Anfang des threads berichtet hast. Unser Pfarrer hat es beim Tod meiner geliebten Oma zum Thema seiner Predigt gemacht. Und es ist so tröstlich zu wissen, dass weder du noch sie Euren Weg alleine gehen müsst. Rede mit ihr, schreibe ihr, denke an das, was Ihr Euch gegenseitig gegeben habt.

ich drücke dich ganz fest

Annie
Ist ja niedlich, ihr Herr Pfarrer, Berufswegen gelernter Schönredner, hat für den Fall der Fälle tröstliche Worte aus der Zauberkiste parat.
Annie! Wer begleitet einem beim Tod, bitte?
Wie lange noch will man sich mit diesen verschnörkelten Worten zufrieden geben, nur weil der Tod unausweichlich und auf einer Dimension ein absolutes Ende für das Leben des Menschen ist?
Ich bin mir sicher, dass deiner Anteilnahme mit Sina echt ist, aber du hättest persönlicher sein können, als dich auf deinen/euer Herrn Pfarrers planmäßig auswendig gelernten Worten zu stützen.
Schlichter gesagt, deine Anteilnahme ist in der Form übers Ziel geschossen.

An Sina:
Mehr als deine Verbundenheit mit der Verstorbenen ist von dir nicht zu erwarten und das steht für die Würde des Menschen.
So betrachtet bist du was feines.

Gruß
 
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