Bitte nicht schon wieder...!

DonAtilla

Well-Known Member
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Nee, ist schon ok. Ich hatte von eigenen Erfahrungen von vor etlichen Jahren geschrieben. Ja, warum soll ich Schönfärben, wenn es nichts gibt, das man sich schön quatschen kann? Kaum eine Familie kommt ohne Dünnbrettbohrer aus. Meine Mutter ließ zwar auch die "Ohne meine Tochter"- Platte laufen, hat sich aber a) eingekriegt, als sie ihn kennengelernt hat und b) mir insoweit vertraut hat, dass ich geistig schon in der Lage bin, zu überschauen, auf welche Kultur ich mich da eingelassen habe. c)sie heute sogar damit leben muss, dass ich dort wohne. Was gar kein Thema ist, sie war mittlerweile ja auch schon hier. Und versteht mich:) Die war nicht das Problem. Und mit Bildungsprekariat meine ich nicht unbedingt Schulabrecher und Hilfsarbeiter, bitte nicht falsch verstehen. Das können genauso studierte Leute sein. Oder vielleicht sogar eher. Konkret: mein einst mit Mehmet und Ali in der Schwerindustrie schwer arbeitender Großonkel (einfacher, aber grundehrlicher Mann) hat gesagt "Lass den Bub doch erst mal kommen, der geht aufs Klo wie wir alle." Während meine studierten, in guten Positionen tätigen weiblichen Familienmitglieder sich nicht eingekriegt haben über Dönergeruch, Kümmeltürke, Kopftuchzwang und Ghettoassi- die ganze Palette. Typische Sex&the City Shoppingqueens mit Mädelstouren an den Ballermann. Niveau ist keine Frage des Schulabschlusses. Da machste aber nichts. Mit manchen Leuten hat man eben nicht mehr als ein paar Gene gemeinsam.:roll:

Hammer, bestes Lale-Posting, das ich bisher gelesen habe. Wirklich sehr schön gesagt!!!
 
L

Laledevri

Guest
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Als ich mich mit meiner Mutter mal darüber unterhielt, dass man mein Vater im Streit hin und wieder mal damit drohte, mich in die Türkei zu nehmen, sagte ich ihr straight up, dass das Wort "entführen" schlichtweg falsch ist. Ich wäre nicht bei Entführern gelandet, sondern bei meiner Familie!
Entführt wurde Natascha Kampusch, das ist eine Entführung!

Natürlich hast Du in gewisser Weise recht. Die hätten Dich ja nicht im Erdloch verbuddelt. Aber es ist schon schlimm für eine Mutter oder einen Vater, wenn das Kind "entzogen" ist. Und die Gesetze des jeweiligen Landes so sind, dass man/frau fast keine Chance hat, das Kind auch nur zu sehen. Was in einigen arabischen Ländern auch so sein muss. Wer dem anderen Elternteil das Recht nimmt, sein Kind regelmässig zu sehen ist schlichtweg asozial.
 

DonAtilla

Well-Known Member
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Natürlich hast Du in gewisser Weise recht. Die hätten Dich ja nicht im Erdloch verbuddelt. Aber es ist schon schlimm für eine Mutter oder einen Vater, wenn das Kind "entzogen" ist. Und die Gesetze des jeweiligen Landes so sind, dass man/frau fast keine Chance hat, das Kind auch nur zu sehen. Was in einigen arabischen Ländern auch so sein muss. Wer dem anderen Elternteil das Recht nimmt, sein Kind regelmässig zu sehen ist schlichtweg asozial.

Da hast du natürlich recht. Wie du eben sagst, es ist sowohl für eine Mutter, als auch einen Vater schwer. Natürlich wäre das ein mieser Schachzug meines Vaters gewesen. Aber es gibt ja auch innerhalb Deutschlands Urteile, wo der Vater sein Kind kaum zu sehen bekommt. Das Einzige, was ich in diesem Zusammenhang schlichtweg ablehne, ist das Wort "Entführung"
 
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Laledevri

Guest
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Da hast du natürlich recht. Wie du eben sagst, es ist sowohl für eine Mutter, als auch einen Vater schwer. Natürlich wäre das ein mieser Schachzug meines Vaters gewesen. Aber es gibt ja auch innerhalb Deutschlands Urteile, wo der Vater sein Kind kaum zu sehen bekommt. Das Einzige, was ich in diesem Zusammenhang schlichtweg ablehne, ist das Wort "Entführung"

Es gibt manchmal Situationen, da leben die geschiedenen Eltern in unterschiedlichen Ländern (hatte Pauline nicht sogar neulich so etwas geschrieben?), da muss man Lösungen finden und Absprachen.
Ein Kind braucht regelmässigen Kontakt zu Vater und Mutter.
Es gibt Mütter (oder auch Väter), die lehnen schlichtweg alles aus dem Kulturkreis des Vaters ab- das Kind hat aber nun einmal beide Anteile in sich. Wenn beide im selben Land bleiben, muss auch jeder Part sein Anteil am "kulturellen Erbe" beisteuern dürfen. Bei Wohnsitz Ausland ist das sicher schwieriger, aber für so etwas gibt es dann Ferien.

Hochproblematisch sind die Fälle, wo einem Elternteil systematisch die Möglichkeit des Kontaktes zum Kind genommen wird- und für genau so etwas die Gesetzgebung eines anderen Landes ausgenutzt wird. Lebt ein ägyptischer Vater in Deutschland, hat das Sorgerecht und beschliesst, in seine Heimat zu gehen ist das sicher keine leichte Situation, aber wenn die Mutter regelmäßig Kontakt hat und Besuche in alle Richtungen möglich sind, geht das. Wird das Kind in Ägypte aber systematisch abgeschottet (und das mit den lokalen Gesetzen gerechtfertigt und die Mutter hat selbst via die dortige Rechtsprechung keine Chance auch nur Besuche zu erwirken), dann ist das Kindesentzug und schlichtweg asozial.
 
C

CrazyWoman

Guest
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Hammer, bestes Lale-Posting, das ich bisher gelesen habe. Wirklich sehr schön gesagt!!!

Öfter mal lesen was gesagt wird (ohne auf den Usernamen zu achten), vielleicht findest du dann öfter solche Perlen. :wink: Niemand hier ist in Allem anderer Meinung als die des vermeintlich "gegnerischen Lagers".

(...)
Es gibt Mütter (oder auch Väter), die lehnen schlichtweg alles aus dem Kulturkreis des Vaters ab- das Kind hat aber nun einmal beide Anteile in sich. Wenn beide im selben Land bleiben, muss auch jeder Part sein Anteil am "kulturellen Erbe" beisteuern dürfen. Bei Wohnsitz Ausland ist das sicher schwieriger, aber für so etwas gibt es dann Ferien.

Merkwürdig, dass man/Frau sich dann so einen Partner nimmt. :roll: Vorher anscheinend alles rosarot- und wenn die Liebe Pfutsch ist, ist die andere Nationalität jeweils nur noch Feind.
 

DonAtilla

Well-Known Member
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Es gibt manchmal Situationen, da leben die geschiedenen Eltern in unterschiedlichen Ländern (hatte Pauline nicht sogar neulich so etwas geschrieben?), da muss man Lösungen finden und Absprachen.
Ein Kind braucht regelmässigen Kontakt zu Vater und Mutter.
Es gibt Mütter (oder auch Väter), die lehnen schlichtweg alles aus dem Kulturkreis des Vaters ab- das Kind hat aber nun einmal beide Anteile in sich. Wenn beide im selben Land bleiben, muss auch jeder Part sein Anteil am "kulturellen Erbe" beisteuern dürfen. Bei Wohnsitz Ausland ist das sicher schwieriger, aber für so etwas gibt es dann Ferien.

Hochproblematisch sind die Fälle, wo einem Elternteil systematisch die Möglichkeit des Kontaktes zum Kind genommen wird- und für genau so etwas die Gesetzgebung eines anderen Landes ausgenutzt wird. Lebt ein ägyptischer Vater in Deutschland, hat das Sorgerecht und beschliesst, in seine Heimat zu gehen ist das sicher keine leichte Situation, aber wenn die Mutter regelmäßig Kontakt hat und Besuche in alle Richtungen möglich sind, geht das. Wird das Kind in Ägypte aber systematisch abgeschottet (und das mit den lokalen Gesetzen gerechtfertigt und die Mutter hat selbst via die dortige Rechtsprechung keine Chance auch nur Besuche zu erwirken), dann ist das Kindesentzug und schlichtweg asozial.

Ich finde, was wir komplett aussser Acht lassen - am unfairsten ist es den Kinder selber gegenüber.
Da wird aus Egoismus der Konflikt der Eltern auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, was ja mal eigentlich gar nicht geht.

Aber grade was die inter-kulturellen Beziehungen betrifft, sollte man sich schon klar sein, was die Konsequenzen für das Kind sind.

Meine Eltern haben sich damals darauf geeinigt, dass ich konfessionslos bleibe, bis ich mich selbst entscheiden kann. Als sich dann meine Eltern trennten (da war ich vier Jahre alt) machten meine Großeltern müttlerlicherseits (vor allem mein Opa) einen derartigen Druck auf meine Mutter, bis sie mich mit 4 Jahren evangelisch taufen ließ, und sie war aber dabei so korrekt und gab mir zumindest als Zweitnamen "Atilla", weil das der absolute Lieblingsname meines Vaters war. Stelle ich mir witzig vor, in einer bayrischen bzw. fränkischen Kirche wird ein kleiner Junge auf den Namen "Atilla" getauft :lol:
Bei einem Familien-Besuch in der Türkei mit ca. 13, 14 Jahren (auch stark bedingt durchs soziale Umfeld, ganz klar) bin ich dann aber zum Islam übergetreten und nach wie vor Muslim, allerdings bin ich mittlerweile kein wirklich gläubiger Mensch mehr.

Meine Mutter lies mir da immer alle Freiheiten und versuchte mir nie, die deutsche Kultur und Mentalität aufzuzwängen. Ich denke, das ist der Optimalfall, wenn die Eltern getrennt sind



PS: Keine Ahnung, warum ich das jetzt hier schreib, aber nach dem Tod meines deutschen Opas habe ich erfahren, dass er oft zu mir gesagt hat, als ich noch ganz klein war, "mei glaaner Dürk" - oberfränkisch für "Mein kleiner Türke"
Der Witz ist, der Mann wollte unbedingt, dass ich getauft werde und hatte selbst 0, 000 Bezug zur Kirche. Aber als ich ein Kleinkind war, war er schon ein lieber Opa. Bis ich eben älter wurde und eine eigene Meinung entwickelte
 

grünesblau

Well-Known Member
AW: Bitte nicht schon wieder...!

Ich hab mal mitbekommen, wie die Exfrau eines befreundeten Kollegen stillschweigend mit dem gemeinsamen Kind zum neuen Lebensgefährten nach Dänemark abgehaun ist. Mein Kollege fuhr damals nichts ahnend Stunden in die andere Stadt, um sein Kind zu besuchen und bekam dann in der Schule die Auskunft: Ihr Sohn? Wieso? Der wurde doch schon längst hier abgemeldet!

Das war eine anstrengende und wirlich unschöne Zeit für ihn und seinen Sohn - ein ständiger Kampf, ihn sehen zu können. Inzwischen fanden sie Lösungen, aber damals war das wirklich brutal. Nicht nur, dass sie den Kindsvater hinterging, sondern vor allem auch, weil der arme Junge komplett verwirrt war. Der hat seinen Vater natürlich total vermisst und nicht verstanden, was nun los ist! Mein Kollege hat sich teilweise Nächte auf der Autobahn um die Ohren geschlagen, damit sein Sohn nicht denkt, er sei nicht für ihn da, während die Mutter sich kaum an Absprachen hielt.

Was auch immer Elternteile für Probleme haben, ich werde wohl nie verstehen, wenn die Gefühle des Kindes dabei außer Acht gelassen werden.
 
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