Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

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AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Ja, die Entscheidung, einfach zu machen, was ich will und für richtig halte, habe ich irgendwann auch getroffen. Der Rabenmuttervorwurf kam aber viel seltener, als ich noch im Osten gelebt habe, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf. In Kombination mit einer gut geregelten Kinderbetreuung ließ sich die Entscheidung da relativ einfach leben.

Ja ja, im Osten wurde ja auch großer Wert darauf gelegt die gesamte erwachsene Bevölkerung am arbeiten zu halten und ganz nebenbei die Kindererziehung für die werkstätigen Eltern zu übernehmen.

Die Idee der Staatsjugend war ja nicht die einzige, die man aus dem Dritten Reich übernommen hatte.

:)
 

alteglucke

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Ja, ich habe auch das Gefühl, dass Du eine "persönlich Betroffene" bist. Sowohl hier, als auch beim Scheidungsthema. Nimms nicht krumm aber man merkt das an den Argumenten bei denen immer wieder der Rechtfertigungszwang durchkommt.

Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Ich bin zwar alleinerziehend, aber nicht geschieden. Und um mögliche offene Fragen auch gleich zu klären: Ich hatte mit dem Vater meines Kindes nie Streit um Unterhalt oder Betreuung, und es war für mich immer klar, wie mein Leben mit Kind aussehen sollte.

Und "mehrere" Ebenen heißt mehr als die persönliche Ebene. Ich habe auch keinen Rechtfertigungszwang, aber ich gerate in Wallung, wenn ich zum 100. Mal denselben Unfug beantworten muss. Sowas wie das hier:

Kinder gehören bis zum 3. Lebensjahr nach Hause.

Wie kommst du darauf? Was soll der Vorteil dabei sein?

Wer gezwungen ist anders zu leben, kann das machen. Er sollte aber ein Lebensmodell das aus Zwängen und Egoismen (Selbstverwirklichung!) entstanden ist, nicht als normal und für alle sinnvoll übertragbar verkaufen.

Du verkaufst uns hier dein traditionelles Modell als normal und übertragbar. Dabei geht schon die Fordertung "keine Ganztagsschule" völlig an der Realität vorbei. Mit der Einführung von G8 ist die Halbtagsschule Geschichte. Wie willst du denn deine Kinder davor schützen?
 

alteglucke

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Ja ja, im Osten wurde ja auch großer Wert darauf gelegt die gesamte erwachsene Bevölkerung am arbeiten zu halten und ganz nebenbei die Kindererziehung für die werkstätigen Eltern zu übernehmen.

Die Idee der Staatsjugend war ja nicht die einzige, die man aus dem Dritten Reich übernommen hatte.

:)

Aber du hast schon mitbekommen, dass die DDR nicht mehr existiiert?
 

Aylin2009

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AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Aha, unter "fachmännischer Anleitung".
Es dürfte sich wohl eher um eine "fachfrauliche" Sache handeln. Übrigens unterbezahlt wie alle Mitarbeiter in Horten, Kitas und Kigas.

Was hat sie denn für eine Ausbildung?
Fachakademie für Sozialpädagogik? Also Erzieherin? Sozialassistentin? Tagesmutterausbildung? Hat sie selbst Kinder? Macht sie regelmäßig Fortbildungen? Wieviel Kinder sind denn da? Kann sie euer Kind gut leiden oder geht sie/er ihr gelgentlich auf die Nerven?
Nach welchem pädagogischen Ansatz wird dort betreut?

Fragen über Fragen.
Aber manchmal ist es ja auch einfach besser, zum Abschied ein Küsschen zu geben und beim Abendbrot zu fragen, "Und, war es schön heute?". Immerhin bleiben einem ja noch die Wochenenden - wenn man keine Hobbies hat. Oder die Ferien.

Nur fürs Protokoll: mein Horterzieher vor mehr fast 20 Jahren hieß Steffen. Und der war Dufte :wink:

Welche Mutter macht denn ein Studium in Sozialpädagogik und regelmäßige Fortbildungen? Welche Mutter ist nie genervt vom eigenen Kind? welche Mutter kann dir ihren pädagogischen Ansatz darlegen? Was macht eine Mutter automatisch zur besseren Erzieherin als meinen Horterzieher Steffen?
Entweder man kann es oder man kann es nicht. Es gibt auch genug Mütter die versagen. Dazu braucht man keine Erzieherausbildung.
 

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Und "mehrere" Ebenen heißt mehr als die persönliche Ebene. Ich habe auch keinen Rechtfertigungszwang, aber ich gerate in Wallung, wenn ich zum 100. Mal denselben Unfug beantworten muss.

Natürlich geräts Du in Wallung. Das liegt in der Natur der Sache. Du fühlst Dich ja immerhin angegriffen.

Kinder sollten bis zum dritten Lebensjahr Zuhause betreut werden, weil in normalen Familien die Eltern die dafür am geeignetsten Personen sind. Alle anderen Formen der (Fremd-)Betreuung sind Kompromisse.
Ab dem dritten Lebensjahr können Kinder z.B. mit (und nicht neben) anderen Kindern spielen, sie brauchen die Orientierung an älteren Kindern und müssen sich langsam von Zuhause lösen.


Du verkaufst uns hier dein traditionelles Modell als normal und übertragbar. Dabei geht schon die Fordertung "keine Ganztagsschule" völlig an der Realität vorbei. Mit der Einführung von G8 ist die Halbtagsschule Geschichte. Wie willst du denn deine Kinder davor schützen?

Schade das Du nicht "reaktionär" geschrieben hast, damit hätte ich auch leben können. Das traditionelle Modell ist normal. Sonst wäre es ja nicht traditionell.

Die Ganztagsschule ist ein Entgegenkommen an die Wirtschaft. So bleibt beiden Eltern genug Zeit arbeiten zu gehen und die Kinder sind versorgt. Für Kinder ist das ganz sicher nicht die richtige Lösung - mal abgesehen von denen, für die jeden Minute ausserhalb ihres Elternhauses ein sozialer Zugewinn ist.
Ähnlich ist es mit dem G8. Auch hier ging es ausschließlich darum, die Abgänger ein Jahr früher aus der Schule zu bekommen. Die Milchmädchenrechnung war, ein Jahr früher raus (und dann noch nicht mal mehr Bundeswehr oder Zivildienst) und schon ist der durchschnittliche Uni-Absolvent ein paar Jahre jünger. Dafür müssen die Kinder jetzt auch Nachmittags in der Schule sitzen. Lernpsychologischer Unsinn, gesellschaftspolitischer Bankrott und im Ergebnis daneben.
 

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Nur fürs Protokoll: mein Horterzieher vor mehr fast 20 Jahren hieß Steffen. Und der war Dufte :wink:

Welche Mutter macht denn ein Studium in Sozialpädagogik und regelmäßige Fortbildungen? Welche Mutter ist nie genervt vom eigenen Kind? welche Mutter kann dir ihren pädagogischen Ansatz darlegen? Was macht eine Mutter automatisch zur besseren Erzieherin als meinen Horterzieher Steffen?
Entweder man kann es oder man kann es nicht. Es gibt auch genug Mütter die versagen. Dazu braucht man keine Erzieherausbildung.

Steffen war dann damals schon allein auf weiter Flur und wäre es heute auch noch.
Der Unterschied ist, Mutti hat keine Gruppe fremder Kinder. Ausserdem war der genannte Anspruch ja "unter fachmännischer Anleitung". Das klingt natürlich fantastisch ist aber absolut nichtssagend. Vor allem dann, wenn man noch nicht mal in der Lage ist, die genannten Fragen beantworten zu können. Kann man das nämlich nicht, bleibt es eine Tatsache, dass man seine Kinder einer Fremden überlässt und überhaupt keine Ahnung hat, was die machen. Mit der gleichen Begründung könnte man die Kleinen morgens auch ins "Bälleparadies" bringen.
 

blackcyclist

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Aha, unter "fachmännischer Anleitung".
Es dürfte sich wohl eher um eine "fachfrauliche" Sache handeln. Übrigens unterbezahlt wie alle Mitarbeiter in Horten, Kitas und Kigas.

Was hat sie denn für eine Ausbildung?
Fachakademie für Sozialpädagogik? Also Erzieherin? Sozialassistentin? Tagesmutterausbildung? Hat sie selbst Kinder? Macht sie regelmäßig Fortbildungen? Wieviel Kinder sind denn da? Kann sie euer Kind gut leiden oder geht sie/er ihr gelgentlich auf die Nerven?
Nach welchem pädagogischen Ansatz wird dort betreut?

Fragen über Fragen.
Aber manchmal ist es ja auch einfach besser, zum Abschied ein Küsschen zu geben und beim Abendbrot zu fragen, "Und, war es schön heute?". Immerhin bleiben einem ja noch die Wochenenden - wenn man keine Hobbies hat. Oder die Ferien.

Ich bring meine Tochter auf dem Weg zur Arbeit in die Schule und hole sie auf dem Nachhauseweg ab. Meine Frau arbeitet zwar viel zu Hause, aber das ist keine Arbeit, wo man nebenbei noch ein kleines Kind betreuen kann.

Si geht in de Hort einer Schule, die sich der besonderen Förderung von Kindern verschrieben hat. Da sitzt dann nicht eine gelangweilte Erzieherin, sondern Minimum 2 und da ist sogar ein männlicher Erzieher dabei. Und die haben auch alle eine Ausbildung dafür und sind keine Leiharbeiter aus Polen.

Ich kenne deinen Haushalt nicht, aber wir haben keine 200 Brettspiele daheim. Es sind 10 - 20 Kinder im Hort und da lernen sie mehr soziale Skills als daheim vorm Fernseher. Es gibt einen riesigen Spielplatz usw.

Es ist eine typische Westdiskussion, das nur die Mutter die eigenen Kinder betreuen kann. Da schüttelt man immer wieder den Kopf, wenn man so einen Quark liest.
 

blackcyclist

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Ja ja, im Osten wurde ja auch großer Wert darauf gelegt die gesamte erwachsene Bevölkerung am arbeiten zu halten und ganz nebenbei die Kindererziehung für die werkstätigen Eltern zu übernehmen.

Und trotzdem haben die Opfer der Staatserziehung ihre Regierung zum Teufel gejagt und der freie Westen stöhnt immer noch unter dem Joch der CDU, mittlerweile sogar unter ostdeutscher Führung.

Ironie der Geschichte.
 
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