AW: Der erste Weltkrieg
Zuerst einmal stelle ich die beteiligten Länder vor und skizziere den Grund für ihre Teilnahme an diesem Krieg. Beginnen möchte ich mit Österreich.
Wie für das Osmanische Reich ist das Jahr 1683 ein besonderes Datum für Österreich. Die fehlgeschlagene Belagerung Wiens durch die osmanischen Truppen beendete die 300jährige, expansive Phase des Reiches und läutete den Niedergang ein. Österreich war eines der Länder, die davon profitierten. Die Osmanen mussten das 1526 eroberte Ungarn an Österreich abtreten. In den nun folgenden Jahren weitete Österreich seinen Einfluss auf dem Balkan kontinuierlich aus. So kam Siebenbürgen, ein Teil Serbiens und Bosniens zu Östereich-Ungarn. Der erfolgreiche Heerführer Prinz Eugen errang in der Zeit von 1716-1718 mehrere Siege für Österreich gegen die Armeen des türkischen Sultans. Österreich war innerhalb von 40 Jahren zur europäischen Mittelsmacht aufgestiegen. Das 18te Jahrhundert war die schwierigste Zeit für Österreich. Durch eine geschickte Heiratspolitik kam das Herrscherhaus der Habsburger in vielen anderen Ländern an die Macht. Das rief aber den Argwohn der Briten hervor. Auch gegen Preußen musste Österreich empfindliche Niederlagen hinnehmen. Trotzdem gelang es den Österreichern im Osten neues Terretorium zu erobern. Ebenfalls auf Kosten des Osmanischen Reiches wurde die Bukowina übernommen und bei der ersten Teilung Polens kamen neue Gebiete dazu. Durch die napoleonischen Kriege war die Finanzkraft Österreichs nachhaltig erschöpft. Innenpolitisch übernahm Fürst Metternich das Regiment und baute den Polizeistaat aus. Freiheitsbestrebungen wurden radikal unterdrückt. Reformen blieben aus, das Land erstarrte zusehends. Einige schwache Herrscher kamen an die Macht und konnten die zunehmenden nationalistischen Tendenzen der nichtdeutschen Völker im Land nicht in den Griff bekommen. Nun war die Donaumonarchie zum "Völkergefängnis" geworden. 1866 kam es zum Krieg gegen Preußen und Österreich verlor seine Vormachtstellung im Deutschen Bund. Nun schlossen sich die Österreicher noch fester den Ungarn an. Ende des 19ten Jahrhunderts hatte Russland den Balkan als seinen Einflussbereich definiert und geriet damit in Konflikt zu Österreich, welches sich nun stärker auf die Südflanke seines Reiches konzentrieren wollte. 1878 bekam Österreich auf dem Berliner Kongress die Verwaltung der türkischen Provinzen Bosnien und Herzogewina zugesprochen. Durch den damit verbundenen Zuwachs der slawischen Völker innerhalb des Reiches, gerieten die Deutschen in Österreich ins Hintertreffen. Ein Erstarken des Nationalismus war die Folge. Aber auch die slawischen Völker radikalisierten sich immer stärker. Auch wenn gegen Ende des 19ten Jahrhunderts deutliche soziale Erleichterungen geschaffen wurden, konnten die Spannungen im Land nicht beendet werden. Nach 1905 begannen die Russen sich deutlich stärker auf dem Balkan zu engagieren. Die Russen hatten 1905 den Krieg gegen Japan verloren und der Zar brauchte aussenpolitische Erfolge. Die Serben schlossen sich immer stärker an Russland an und sahen ihre Chance, sich wie Griechenland zu befreien. Österreich annektierte 1908 nun endgültig Bosnien und Herzogewina, die bisher nur von Österreich verwaltet wurden. Das Osmanische Reich wurde finanziell abgefunden. Serbien und Russland reagierten mit heftiger Ablehnung. Die Spannungen auf dem Balkan waren bis zum Zerreißen gewachsen. 1912 erklären Albanien, Griechenland, Serbien, Montenegro und Bulgarien dem Osmanischen Reich den Krieg. 1912 hatte Italien die Türken in Libyen besiegt und damit den Balkanvölkern eine Steilvorlage geliefert. Die Osmanen verloren nun auch den Rest ihrer europäischen Besitzungen. Der Einfluss Russlands wuchs nun deutlich, der Balkan war ein Pulverpass und ein Krieg gegen Österreich nur eine Frage der Zeit. Am 28.6.1914 erschoss der serbische Nationalist Gavrilo Princip in Sarajewo den Österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Am 28.7.1914 erklärte Österreich Serbien den Krieg