Der liebe, barmherzige Gott - oder auch "Ich werde euch alle vernichten"

[quote="Filiz., post: 1355218, member: 16742"
Doch leider haben 1 1/2 Monate in der stationären Behandlung nichts gebracht.
Auch ambulante Sitzungen nicht.[/quote]


1 1/ 2 Monate Klinik sind bei einer Angststörung recht wenig, es dauert oft Monate Jahre, bis sie überwunden ist .
Und ohne weitere Therapie wird es auch recht schwierig, da wieder " rauszukommen " .
Die Ursachen dafür liegen auch oft in der Kindheit , und kommen später zum Ausbruch .

http://www.panikattacken-info.de/ursachen-und-ausloeser.php
 
Ich will hier nur einmal kurz gesagt haben, dass nur wenn Jemand Ängste hat, die vielleicht von der Norm abweichen, nicht unbedingt gleich Angstgestört sind.

Bestehen diese Ängste schon über einem längerem Zeitraum (mindestens 5 Monate) ? Wird die Person selbst UND ihr nahes Umfeld durch diese Angst beeinträchtigt?

Und wenn dem allem so sei ist es wirklich sehr sinnvoll sich an einen Psychotherapeuten zu wenden. Dann kann Jemand, der sich wirklich damit auskennt, sich ein Bild davon machen und anschließend mit dem Patienten gemeinsam weitere Behandlungsschritte besprechen.
Von einer rein medikamentiösen Behandlung wird in der Regel zunächst abgeraten. Diese werden meist nur nach einer (gescheiterten ) behavioristischen Verhaltensbehandlung eingesetzt oder als Stütze während der Behandlung genutzt, um die Angst des Patienten vorübergehend zu mindern. Wie gesagt rein medikamentiös wird eher selten behandelt. Hierbei ist auch bitte zu beachten, dass man die Medikamente nur einnimmt, wenn der behandelne Arzt es empfiehlt! Auf keinen Fall zur Apotheke rennen und sich einfach auf gut Glück ne Packung anti depressiva reinpfeifen!!

Was ich noch anhängen möchte ist, dass psychische Krankheiten in unserer Gesellschaft leider teilweise immer noch tabuthemen sind und um Betroffene oftmals einen großen Bogen gemacht wird mit den Worten: Der war schonmal in der Klapse oder der ist doch geisteskrank! Etc pp.
Jemand mit körperlichen Erkrankungen wie Beispielsweise Krebs oder ähnlichem bekommt im Gegenzug Blumen ans Bett gestellt mit den Worten: Wenn ich noch etwas für dich tun kann brauchst du nur Bescheid zu sagen.
Das ist ein riesen großes Feld wo noch sehr viel Arbeit hineingesteckt werden muss bis ein Großteil unserer Gesellschaft kapiert, dass psychische Erkrankungen nicht ansteckend sind und jeden teilweise von heute auf morgen ereilen kann! Es ist wichtig dass die Gesellschaft lernt mit einer solchen Krankheit genauso gut umgehen zu können wie mit anderen Krankheiten auch...

Und für dich liebe Filiz alles Gute
 
Von einer rein medikamentiösen Behandlung wird in der Regel zunächst abgeraten. Diese werden meist nur nach einer (gescheiterten ) behavioristischen Verhaltensbehandlung eingesetzt oder als Stütze während der Behandlung genutzt, um die Angst des Patienten vorübergehend zu mindern. Wie gesagt rein medikamentiös wird eher selten behandelt. Hierbei ist auch bitte zu beachten, dass man die Medikamente nur einnimmt, wenn der behandelne Arzt es empfiehlt! Auf keinen Fall zur Apotheke rennen und sich einfach auf gut Glück ne Packung anti depressiva reinpfeifen!!
Nun ja, ich bin mal davon ausgegangen, dass das Problem länger als 5 Monate besteht (wobei ich diese Eingrenzung von 5 Monaten eher willkürlich finde), denn sie war ja schon 6 Wochen in stationärer Behandlung (Kur) und die wird einem nicht einfach mal so genehmigt. Da müssen Atteste von Ärzten, PSychotherapeuten usw. schon vorliegen. Also war sie (so schlussfolgere ich) schon vorher in Behandlung.
Ich bin auch der Meinung, wenn die Angst schon so massiv an einem nagt, kann eine Psychotherapie nicht wirklich fruchten, weil alle Gegenargumente einfach nicht auf fruchbaren Boden fallen können.
Soll heissen, Medikamente einsetzen so dass der Patient zur "RUhe kommt", dann erst Therapie.
Es gibt wenige gute Psychotherapeuten, leider.
 
Ich bin auch der Meinung, wenn die Angst schon so massiv an einem nagt, kann eine Psychotherapie nicht wirklich fruchten, weil alle Gegenargumente einfach nicht auf fruchbaren Boden fallen können.
Soll heissen, Medikamente einsetzen so dass der Patient zur "RUhe kommt", dann erst Therapie.


Meine volle Zustimmung und genau meine Erfahrung. Aber manchmal dauert es eine ganze Weile, bis man soweit ist, sich einzugestehen, dass es ohne Pillen nicht geht. Die Ängste richten sich oft genau gegen das, was einem helfen kann.


In solchen Fällen helfen auch keine Yoga- und Entspannungsübungen mehr. Gerade Meditation kann labile Menschen in Psychosen treiben.

Ich glaube aber, dass Filiz eine intelligente und liebenswerte Person ist, womit ich ihr einfach mal eine gute Prognose stelle. :)
 
In solchen Fällen helfen auch keine Yoga- und Entspannungsübungen mehr. Gerade Meditation kann labile Menschen in Psychosen treiben.

Bei einer sog. transzendentalen Meditation könnte ich mir das vorstellen, bei einer reinen Meditation/Kontemplation im Sinne reinen Bewusstseins eigentlich nicht.
Der Grund: Das Bewusstsein selbst ist die einzige Konstante der persönlichen Wahrnehmung. Diese Konstante ist einerseits höchstpersönlich andererseits völlig angst- und wertfrei. Obwohl das Bewusstsein allen Erscheinungen (sinnliche Wahrnehmungen, Emotionen, Gedanken) sozusagen unterliegt, wie der Raum in dem sich alles ereignet, ist es selbst dem Menschen in der Regel nicht bewusst, weil er auf die ins Bewusstsein tretenden Formen (die Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen) fokussiert ist. Das Bewusstsein selbst verändert aber die Bewusstseinsformen nicht.
Andererseits mindert das Bewusstsein des Bewusstseins als tiefe und gleichbleibende persönliche Realität die Abhängigkeit von den gewohnheitsmässigen konditionierten Gedanken und sie bewirkt, dass man die Zusammenhänge der Konditionierung erfährt, die Zusammenhänge zwischen Gedanken und Gefühlen (nicht gedanklich analytisch erfährt, sondern tatsächlich). Sie werden einem schlicht bewusst. In der Folge lässt die Angstkonditionierung nach, denn sie kann nur funktionieren, solange sie unbewusst bleibt.

Abgesehen davon würde ich deswegen aber niemals von Medikamenten u/o ärztlicher Hilfe abraten. Es schliesst sich nicht aus, spricht weder für noch dagegen.
Schliesslich kann das Zusammenspiel von konventioneller ärztlicher und "mentaler" Strategie besonders nachhaltig wirken.

Meditation oder Yoga nun ebenfalls mit Angst zu besetzen halte ich aber für falsch.
 
Genau, das eine schließt das andere nicht aus. Das ist ganz elementar! Es kommt immer auf den Einzelfall, aber auch auf den richtigen Zeitpunkt bzw. die Lebensphase und -Umstände für die jeweiligen Methoden an.

Dieses Entweder-Oder im Denken und Fühlen ist eine der Ursachen für derartige Störungen.
 
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