deutschtürken

AW: deutschtürken

rebonjour mannequin

"alles andere auch" verstehe ich immer noch nicht. Damit man sich gut versteht, gibt es auf die meisten Fora eine Möglichkeit bequem und schnell zu zitieren.

Ich lebe mit Türken zusammen, die Kinder in Deinem Alter haben, seit länger als sie Kinder haben. Ich wohne in einer Strasse, wo mein Arbeitgeber ist, aber auch eine Ingenieurschule. Esra (ich ändere hier den Vornamen) kam nach Deutschland als 10 1/2 J. Kind mit ihren Eltern, ohne Deutsch noch eine andere Sprache zu sprechen. Hauptschule. Von da trotzdem Gymnasiumsoberstufe, Abi 2,4 bitte schön (reichte damals auf jedem Fall leicht für Medizin). Ingenieurschule und exzellenter Abschluss. Und seit Anfang 1986 meine Kollegin, mit der Ausnahme von 2 Jahren, wo Esra vorübergehend nicht arbeitete, sowie von 2 Mutterschaftsurlaube, leben wir seither die ganze Woche zusammen, da wir die gleiche Arbeit machen, sie Nahost und Russland, ich Westeuropa und Lateinamerika, ist klar. Mein Nachbar ist zwar Deutscher, aber davor war er Türke. Den kenne ich gut seit fast 15 Jahren. Seine junge Frau aus Istanbul, die vor 4 Jahre nachkam, ist vermutlich noch nicht Deutsche geworden; obwohl...

Unsere Tochter, Jahrgang 1987, vermutlich wie Du also, ist in der Schule der Stadt gegangen, wo viele Türken ihre Kinder schicken, weil die türkischen Geschäfte meistens in der Umgebung sind; auch, dass der Übergangsheim für deutsche Ost-Rückkehrer gegenüber dieser Schule ist, und dass die vielen Zigeuner in dem Stadteil hauptsächlich leben gestaltete unsere Schule vollkommen multikulturell. Bis sie 11 Jahre wurde, war ihre wichtigste Busenfreundin eine fast gleichaltrige kleine Türkin, die immernoch in unserer Nähe wohnt. Seit sie in die Pubertät kam, darf sie aber scheinbar kein Kontakt mehr mit deutschen Familien haben, warum auch immer. Von heute auf morgen ... Wir haben nie aufgehört, uns zu begrüssen, wenn wir uns (wir Eltern und alle Kinder) sehen, aber die Freundschaft musste auf Befehl aufhören...

Die beste Freundin meiner Frau, eine Deutsche, hat eine Schwester, die in Istanbul lebt, weil sie dort geheiratet hat. Deshalb spricht ihre Tochter auch sogar recht gut türkisch, gelernt bei der Tante. Ausserdem sind alle Nachbar, oder fast Türken.

Natürlich sprechen wir oft über die Türkei und über die Deutschländer in Deutschland :wink: . Deshalb wäre ich auch so interessiert eine deutschsprachige Deutschländerzeitung zu lesen, um selber zu lesen, und nicht nur aus dem Mund anderer vermittelt zu bekommen (während der Frühstückspause hatte Esra sich angewöhnt, mir ausgesuchte Stellen ihrer türkischen Tageszeitung vorzulesen). Ein unserer Kollegen, der sie noch viel länger kennt, weil sie ihre Ausbildung miteinander machten, sagt mit immer "das was sie da liest, ist die reine Boulevardzeitung, BILD in mindestens so schlimm"; hum! Esra ist aber nicht schuld. Der deutsche Kolleg, der auch sie gern hat, kann das nicht nachvollziehen: vor 20 Jahren kamen auch französische Tageszeitung immer verspätet an, waren also da fast uninteressant geworden, bevor man sie lesen konnte. Und Internet war noch gar nicht verbreitet. Satellitfernsehen auch nicht... Also war Esra vermutlich sehr froh, als die ersten Boulevardblätter aus Istanbul anfingen, direkt in Deutschland tagesfrisch zu drucken, wenn auch diese Boulevardblätter sich schätzungsweise an die Elterngeneration richtete, und nicht an Jungingenieure mit bester Ausbildung und Qualifikation ...

Hast du noch konkrette Fragen?

Ach, noch etwas. Ich habe auch ausserhalb Europa gelebt und gewohnt, in einem Land, das seit rund ein Jahrtausend eine 99 % moslemische Bevölkerung hat, aber ein für mein dafürhalten anderes Islam lebt (deshalb habe ich die Manie heute Islam mit Islam selbst zu vergleichen, was Mosleme selbst nicht unbefangen können :wink: ), laut der Sendung "Millenium" eine ehemalige Weltmacht der damaligen Welt, und wo die traditionnelle Frauenfrisur das Tragen des Kopftuchs so gut wie unmöglich macht. Dafür tragen dort die viele Männer Kopf- und Mundtuch (Sahara)...

salut
 
Top