circir
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Hallo ihr Lieben,
es ist schon ein wahrer Dschungel, wenn es für Türken um ein Visum nach Deutschland geht. Nicht nur, dass man im Internet jeden Tag auf neue Informationen stößt, sondern auch, dass das "Servicepersonal" an den Telefonen je nach Wetterlage Auskünfte geben kann.
Mein Freund und ich sind nun bald 3 Jahre ein Paar - ein Fernbeziehungspaar. Er lebt und studiert in Istanbul und ich arbeite und lebe in Berlin. Das soll sich ändern. Unser Wunsch ist es, dass er nach Berlin kommt, einen Intensivdeutschkurs an der Friedländer Schule in Berlin belegt und im Anschluss daran einen MBA-Studiengang besucht. Im Juni/Juli ist er mit seinem eigenen Studium in Istanbul fertig und hat keinerlei Verpflichtungen, die ihn momentan in der Türkei halten würden.
Die Verpflichtungserklärung (für 1 Jahr) ist im Original bei meinem Freund, ebenso der Nachweis über die Deutschkursanmeldung (eine Anzahlung erfolgte). Sein Pass hat er auf 1 Jahr verlängert, eine Krankenversicherung auch für ein Jahr abgeschlossen. Seine Universitätspapiere hat er übersetzen und beglaubigen lassen. Er war 2007 und 2008 mit Verpflichtungserklärungen zu Besuch in Berlin, ist dem Konsulat somit nicht vollkommen unbekannt.
Als er am letzten Freitag beim Konsulat vorstellig wurde, hat man ihm nahegelegt, sich zusätzlich an den Berliner Universitäten zu bewerben. Dass er aufgrund fehlender Deutschkenntnisse einen Ablehnungsbescheid bekommen würde, spielt hierbei keine Rolle. Es gilt nachzuweisen, dass er bestrebt ist nach dem Deutschkurs eine Universität zu besuchen. "Nur" die Vorlage des Deutschkurses würde wohl eine Ablehnung des Visumantrages (Bearbeitungszeit 2 – 6 Monate) nach sich ziehen. Begründung: Er könne genauso gut in Istanbul deutsch lernen.
Nach Telefonaten mit der Freien Universität, der Technischen Universität, der Hochschule für Wirtschaft und Recht, der Türkischen Gemeinde in Deutschland, dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst, der türkischen Botschaft und dem türkischen Generalkonsulat, wurde mir von allen Seiten bestätigt, dass unsere vorhandenen Unterlagen im "Normalfall" genügen müssten. Allerdings hat das Konsulat, welches das Visum vergibt, die höchste Entscheidungsgewalt. Und wenn sie eine Bewerberbestätigung von mindestens einer Universität benötigen, um die Zusage zu diesem Visum zu geben, dann werden wir natürlich auch diese Papiere besorgen. Bearbeitungszeit: 3 – 6 Wochen.
Uns ist schon zu Beginn unserer Beziehung bewusst gewesen, dass wir an Punkte kommen werden, an denen wir der Verzweiflung nahe sind. Punkte, an denen man glaubt, man findet sich in der Bürokratie & Service-Wüste Deutschland nicht mehr zurecht. Punkte, an denen niemand aus der Familie helfen kann, weil keiner vor einem diese Erfahrungen gemacht hat. Punkte, an denen man glaubt, nicht mehr weiter zu wissen.
Es ist manchmal erschreckend mit welch herablassender Art und auch Gleichgültigkeit man bei sogenannten „Servicestellen“ teilweise behandelt wird. Ich stieß schon auf Unverständnis, auf Hohn und auf Ironie. Es ist teilweise niederschmetternd, dass man von ein und der selben Geschäftsstelle innerhalb von 5 Stunden drei verschieden Aussagen erhält. Die Informationen, die man offiziell im Internet oder durch fachkundiges Personal an Servicetelefonen bekommt, ist manchmal zu gering, deckt sich nicht mit anderen Aussagen oder ist veraltet.
Die Bedingungen für ein Studentenvisum sind nicht sehr umfangreich: entweder man hat jemanden in Deutschland, der die Bürgschaft für einen übernimmt und die Verpflichtungserklärung abschließt (Bedingung: 1.900 € Nettoverdienst, ledig, keine unterhaltspflichtigen Kinder, genügend Wohnraum) ODER der Einreisende richtet ein Sperrkonto auf seinen Namen mit 7.656 € in Deutschland ein.
Die Möglichkeiten sind begrenzt, sobald man in einer EU – Nicht-EU Beziehung ist. Aber es gibt Möglichkeiten. Man muss sich nur von Anfang an darüber im Klaren sein, dass Vorstellungen schnell zunichte gemacht werden können, dass man viel Geduld haben muss, dass man viel Eigeninitiative entwickeln sollte und nicht aufgibt.
Wir haben uns am 6. Januar das letzte Mal gesehen … Die Gefühle sind nie weniger gewesen als sie es heute sind.
es ist schon ein wahrer Dschungel, wenn es für Türken um ein Visum nach Deutschland geht. Nicht nur, dass man im Internet jeden Tag auf neue Informationen stößt, sondern auch, dass das "Servicepersonal" an den Telefonen je nach Wetterlage Auskünfte geben kann.
Mein Freund und ich sind nun bald 3 Jahre ein Paar - ein Fernbeziehungspaar. Er lebt und studiert in Istanbul und ich arbeite und lebe in Berlin. Das soll sich ändern. Unser Wunsch ist es, dass er nach Berlin kommt, einen Intensivdeutschkurs an der Friedländer Schule in Berlin belegt und im Anschluss daran einen MBA-Studiengang besucht. Im Juni/Juli ist er mit seinem eigenen Studium in Istanbul fertig und hat keinerlei Verpflichtungen, die ihn momentan in der Türkei halten würden.
Die Verpflichtungserklärung (für 1 Jahr) ist im Original bei meinem Freund, ebenso der Nachweis über die Deutschkursanmeldung (eine Anzahlung erfolgte). Sein Pass hat er auf 1 Jahr verlängert, eine Krankenversicherung auch für ein Jahr abgeschlossen. Seine Universitätspapiere hat er übersetzen und beglaubigen lassen. Er war 2007 und 2008 mit Verpflichtungserklärungen zu Besuch in Berlin, ist dem Konsulat somit nicht vollkommen unbekannt.
Als er am letzten Freitag beim Konsulat vorstellig wurde, hat man ihm nahegelegt, sich zusätzlich an den Berliner Universitäten zu bewerben. Dass er aufgrund fehlender Deutschkenntnisse einen Ablehnungsbescheid bekommen würde, spielt hierbei keine Rolle. Es gilt nachzuweisen, dass er bestrebt ist nach dem Deutschkurs eine Universität zu besuchen. "Nur" die Vorlage des Deutschkurses würde wohl eine Ablehnung des Visumantrages (Bearbeitungszeit 2 – 6 Monate) nach sich ziehen. Begründung: Er könne genauso gut in Istanbul deutsch lernen.
Nach Telefonaten mit der Freien Universität, der Technischen Universität, der Hochschule für Wirtschaft und Recht, der Türkischen Gemeinde in Deutschland, dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst, der türkischen Botschaft und dem türkischen Generalkonsulat, wurde mir von allen Seiten bestätigt, dass unsere vorhandenen Unterlagen im "Normalfall" genügen müssten. Allerdings hat das Konsulat, welches das Visum vergibt, die höchste Entscheidungsgewalt. Und wenn sie eine Bewerberbestätigung von mindestens einer Universität benötigen, um die Zusage zu diesem Visum zu geben, dann werden wir natürlich auch diese Papiere besorgen. Bearbeitungszeit: 3 – 6 Wochen.
Uns ist schon zu Beginn unserer Beziehung bewusst gewesen, dass wir an Punkte kommen werden, an denen wir der Verzweiflung nahe sind. Punkte, an denen man glaubt, man findet sich in der Bürokratie & Service-Wüste Deutschland nicht mehr zurecht. Punkte, an denen niemand aus der Familie helfen kann, weil keiner vor einem diese Erfahrungen gemacht hat. Punkte, an denen man glaubt, nicht mehr weiter zu wissen.
Es ist manchmal erschreckend mit welch herablassender Art und auch Gleichgültigkeit man bei sogenannten „Servicestellen“ teilweise behandelt wird. Ich stieß schon auf Unverständnis, auf Hohn und auf Ironie. Es ist teilweise niederschmetternd, dass man von ein und der selben Geschäftsstelle innerhalb von 5 Stunden drei verschieden Aussagen erhält. Die Informationen, die man offiziell im Internet oder durch fachkundiges Personal an Servicetelefonen bekommt, ist manchmal zu gering, deckt sich nicht mit anderen Aussagen oder ist veraltet.
Die Bedingungen für ein Studentenvisum sind nicht sehr umfangreich: entweder man hat jemanden in Deutschland, der die Bürgschaft für einen übernimmt und die Verpflichtungserklärung abschließt (Bedingung: 1.900 € Nettoverdienst, ledig, keine unterhaltspflichtigen Kinder, genügend Wohnraum) ODER der Einreisende richtet ein Sperrkonto auf seinen Namen mit 7.656 € in Deutschland ein.
Die Möglichkeiten sind begrenzt, sobald man in einer EU – Nicht-EU Beziehung ist. Aber es gibt Möglichkeiten. Man muss sich nur von Anfang an darüber im Klaren sein, dass Vorstellungen schnell zunichte gemacht werden können, dass man viel Geduld haben muss, dass man viel Eigeninitiative entwickeln sollte und nicht aufgibt.
Wir haben uns am 6. Januar das letzte Mal gesehen … Die Gefühle sind nie weniger gewesen als sie es heute sind.