Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

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pauline09

Guest
Wild, unkontrolliert, ein bisschen anarchisch: Facebook-Partys sind für viele Jugendliche reizvoll, doch Ordnungshüter sehen sie als potentielle Gefahr. Wer auf "Teilnehmen" klickt, muss mit einem präventiven Hausbesuch rechnen.

Als er nach Hause kam, brüllte seine Mutter: "Was hast du wieder angestellt?" Völlig aufgelöst sei sie gewesen, erinnert sich Ferdi. Nichts, sagte er, und dachte nicht an diesen Klick bei Facebook. Jemand hatte ihn zur "Plattenwald Project X Party" eingeladen, Ferdi drückte auf "Teilnehmen", mehr als 3000 andere Facebook-User taten das gleiche. Mehr als 130 Jugendliche bekamen deswegen Besuch von der Polizei. (...)

http://www.spiegel.de/schulspiegel/...veranstalter-und-teilnehmer-vor-a-849393.html

Wohlgemerkt: die Polizei kam schon vor der Féte. Und der 20-jährige Matthias aus Konstanz, der Ende Juni eine Party bei Facebook organisiert hatte, könnte nach Schätzungen eines Behördensprechers sogar bis zu 200.000 Euro berappen - 283 Polizeibeamten standen 150 feiernden Jugendlichen gegenüber. Der Azubi soll für die Kosten des Einsatzes aufkommen. Inzwischen ist nur noch die Rede von 100.000 € und ein paar Zerquetschten.

Wie findet Ihr das? Angemessen oder heillos übertrieben?
 

blackcyclist

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AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

http://www.spiegel.de/schulspiegel/...veranstalter-und-teilnehmer-vor-a-849393.html

Wohlgemerkt: die Polizei kam schon vor der Féte. Und der 20-jährige Matthias aus Konstanz, der Ende Juni eine Party bei Facebook organisiert hatte, könnte nach Schätzungen eines Behördensprechers sogar bis zu 200.000 Euro berappen - 283 Polizeibeamten standen 150 feiernden Jugendlichen gegenüber. Der Azubi soll für die Kosten des Einsatzes aufkommen. Inzwischen ist nur noch die Rede von 100.000 € und ein paar Zerquetschten.

Wie findet Ihr das? Angemessen oder heillos übertrieben?

Wenn Fußballfans und Neonazis das Polizeiaufgebot auch bezahlen, dann ja. Ansonsten wird hier eine Existenz zerstört, weil 100 000 Euro hat auch nicht jeder.
 
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pauline09

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AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

Wenn Fußballfans und Neonazis das Polizeiaufgebot auch bezahlen, dann ja. Ansonsten wird hier eine Existenz zerstört, weil 100 000 Euro hat auch nicht jeder.

Klingt sehr einleuchtend, aber mal weitergedacht: Dann müssten im Zuge der Gleichbehandlung auch Fußballvereine und andere Anmelder politischer Demonstrationen als Veranstalter zur Kasse gebeten werden. Kann's das sein?
 

blackcyclist

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AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

Klingt sehr einleuchtend, aber mal weitergedacht: Dann müssten im Zuge der Gleichbehandlung auch Fußballvereine und andere Anmelder politischer Demonstrationen als Veranstalter zur Kasse gebeten werden. Kann's das sein?

In den geschilderten Fällen scheint doch das Polizeiaufgebot völlig überzogen zu sein. 300 Beamte gegen 150 Jugendliche, das gibts nirgendwo. Da hätten wahrscheinlich auch 10 Polizisten gereicht.

Hier soll wahrscheinlich einem neuen Jugendtrend der Garaus gemacht werden, bevor er richtig Formen annimmt.

Wir vermieten unseren Club auch ungern für Privatfeiern an Jugendliche, weil es immer ein paar Idioten gibt, die komplett durchdrehen und anfangen Scheiße zu bauen. Aber eine Hundertschaft Polizei war noch nie vor Ort, wenn es mal wilder wurde. Die Schäden durften die Jugendlichen im übrigen selbst bezahlen.
 
P

pauline09

Guest
AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

In den geschilderten Fällen scheint doch das Polizeiaufgebot völlig überzogen zu sein. 300 Beamte gegen 150 Jugendliche, das gibts nirgendwo. Da hätten wahrscheinlich auch 10 Polizisten gereicht.

Hier soll wahrscheinlich einem neuen Jugendtrend der Garaus gemacht werden, bevor er richtig Formen annimmt.(..)

Exakt, den Eindruck habe ich auch. Jedenfalls möchte ich heutzutage nicht Jugendliche sein - so richtig was losmachen kann man anscheinend nicht mehr, ohne gleich 'vorsorglich' ausgebremst zu werden. Stell dir vor, du planst 'ne Party, und dann rückt dir gleich von vornherein die Polizei auf die Bude. Früher kamen die eigentlich nur, wenn man zu laut war. :-?
 

feshak

Moderator
AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

Ich finde die Methoden, die in der Tat arg nach Einschüchterungstaktik klingen, recht zweifelhaft. Aber grundsätzliche Bedenken gegen diese FB-Partys verstehe ich.
Warum. Du hast für Fußballfans gewisse Regeln von Verantwortlichkeiten, normalerweise auch über Zahl erwarteter Besucher im Stadion, auch entsprechenden Zu- und Abgangsverkehr.

Bei jedem kleinen Dorffest brauchst du eine Anmeldung, normalerweise auch Sicherheitsregeln (Anzahl Sicherheitsausgänge für das Gelände, Toiletten und und und). Und hier hast du Parties von einem offenbar eigentlich nicht genau konkretisierbaren Verantwortlichen, einer unbestimmten, unbestimmbaren auch nur ungefähren Anzahl von vielleicht um die tausend Gäste, die man wohl kaum alle wirklich kennen und einschätzen kann. Und das alles im Gegensatz zu den Anforderungen an sonstige größere Ansammlungen, Feierlichkeiten unorganisiert, unvorherbestimmbar. Und üblicherweise hat man dann sowohl polizei- als auch zivil- und strafrechtlich Verantwortliche, die ggf. haften für schief laufende Dinge.

Wie gesagt, die Einschüchterungsmethoden von Hausbesuchen, massivster Polizeipräsenz und Androhung von Strafen, die Privatinsolvenz bedeuten würden, lehne ich ab. Aber dann soll wirklich eben einer sich richtiggehend als Veranstalter/Organisator melden mit allem, was größere Veranstaltungen üblicherweise an Sicherheits- und sonstigen Auflagen und Berücksichtigungen erfordern. Im Interesse schon der Teilnehmer selbst.
 

Lynx72

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AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

Ich finde die Methoden, die in der Tat arg nach Einschüchterungstaktik klingen, recht zweifelhaft. Aber grundsätzliche Bedenken gegen diese FB-Partys verstehe ich.
Warum. Du hast für Fußballfans gewisse Regeln von Verantwortlichkeiten, normalerweise auch über Zahl erwarteter Besucher im Stadion, auch entsprechenden Zu- und Abgangsverkehr.

Bei jedem kleinen Dorffest brauchst du eine Anmeldung, normalerweise auch Sicherheitsregeln (Anzahl Sicherheitsausgänge für das Gelände, Toiletten und und und). Und hier hast du Parties von einem offenbar eigentlich nicht genau konkretisierbaren Verantwortlichen, einer unbestimmten, unbestimmbaren auch nur ungefähren Anzahl von vielleicht um die tausend Gäste, die man wohl kaum alle wirklich kennen und einschätzen kann. Und das alles im Gegensatz zu den Anforderungen an sonstige größere Ansammlungen, Feierlichkeiten unorganisiert, unvorherbestimmbar. Und üblicherweise hat man dann sowohl polizei- als auch zivil- und strafrechtlich Verantwortliche, die ggf. haften für schief laufende Dinge.

Wie gesagt, die Einschüchterungsmethoden von Hausbesuchen, massivster Polizeipräsenz und Androhung von Strafen, die Privatinsolvenz bedeuten würden, lehne ich ab. Aber dann soll wirklich eben einer sich richtiggehend als Veranstalter/Organisator melden mit allem, was größere Veranstaltungen üblicherweise an Sicherheits- und sonstigen Auflagen und Berücksichtigungen erfordern. Im Interesse schon der Teilnehmer selbst.

Klar ist zu verstehen, dass Schäden begrenzt bzw. verhindert werden sollen. Aber nach Missbrauch stinken solche Overkill-Aktionen schon. Nach der Logik müsste man Weiberfastnacht in der Kölner Altstadt verbieten.
 

blackcyclist

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AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

Klar ist zu verstehen, dass Schäden begrenzt bzw. verhindert werden sollen. Aber nach Missbrauch stinken solche Overkill-Aktionen schon. Nach der Logik müsste man Weiberfastnacht in der Kölner Altstadt verbieten.

Das verhindern schon die Lobbyisten der Krawattenindustrie.

Aber generell verwundert das harte Auftreten der Polizei schon.
 

feshak

Moderator
AW: Feste feiern dank Facebook: Vor der Party droht Polizeibesuch

Klar ist zu verstehen, dass Schäden begrenzt bzw. verhindert werden sollen. Aber nach Missbrauch stinken solche Overkill-Aktionen schon. Nach der Logik müsste man Weiberfastnacht in der Kölner Altstadt verbieten.

Es geht ja nicht um das Verbieten an sich. Aber auch für Weiberfastnacht und ihre Organisatoren gelten gewisse gesetzliche Maßgaben. Und ausgerechnet Teenager oder knapp 20-jährige sollen nicht daran gebunden sein? Organisier solche Partys, aber mit denselben Maßgaben wie alle. Dass der Polizei solche unorganisierten Massenspontanversanstaltungen Probleme bereiten, verstehe ich generell.
 
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