AW: Freiheiten als Türkin (Tochter) in der Erziehung?
deine Eltern bzw. dein Vater war wohl ein bißchen strenger als manch einer...
und aufgrunddessen das du in Behandlung warst hat er seine Ansichten geändert... hast dir alles wohl zu sehr zur Herzen genommen...
und wie ist es jetzt?
Edit habs jetzt gesehen... ist doch super das sich vieles geändert hat... bist du den immer noch in Behandlung?
Jetzt mischt er sich nicht in mein Leben ein, oder zumindest nicht mehr allzu sehr.
Ich darf bis zum nächsten Morgen wegbleiben, wenn ich will. Ob in Discos, Kneipen, oder bei Freunden/Freundinnen.
Einen Partner darf ich auch haben, wäre auch ein wenig komisch, dies noch mit knapp 21 verboten zu kriegen.
Klamotten sind wie gesagt auch frei wählbar, solange es nicht gerade Klamotten sind, die eher dem Rotlichtmillieu zuzuordnen sind.
Habe vorhin vergessen zu erwähnen, dass ich früher nicht einmal bei Verwandten schlafen durfte, weil er meinte: "Wenn sie sich jetzt schon angewöhnt, nicht zu Hause zu schlafen, will ich nicht wissen was in ein paar Jahren aus ihr wird."
Deswegen war das jahrelang auch verboten..
Und wie soll ich sagen..
Jetzt habe ich zwar die Unabhängigkeit erlangt, doch froh kann ich eigentlich nicht sein, obwohl ich es eigentlich sein müsste.
Dieses ganze Jahr voller Terror geht mir nicht aus dem Kopf, ich muss sofort weinen wenn ich daran denke.. Wenn ich daran denke, was mein Vater alles zu mir gesagt hat.. Wie laut er mich angeschrieen hat.. Wie er immer ausgerastet ist.. Wie er immer Kleinigkeiten gesucht hat, um einen Streit anfangen zu können und mich dabei leiden zu sehen..Wie er mir mehrmals mit einem Rausschmiss gedroht hat und gesagt hat, ich solle doch in eine Obdachlosengegend ziehen und dort verrotten..
Ich glaube sowieso, dass ich eine weitere stationäre Therapie in Anspruch nehme(n muss).
Ich kann einfach seitdem nicht mehr klar denken und bekomme auch hin und wieder schreckliche Panikattacken seitdem..
Zweimal hat es mich sogar am Steuer erwischt und ich musste mich von meinen Eltern holen lassen, doch anstatt mich zu bemittleiden wurde ich beschimpft..
Ich denke manchmal, dass es unnötig war, zu kämpfen. Zu kämpfen und mir im Nachhinein mehr zu schaden, denn meine Psyche ist jetzt noch mehr im Eimer als vor der ganzen Sache.
Hätte ich mich doch damit zufrieden gegeben, fast 24 Stunden am Tag zwischen den alltäglichen vier Wänden zu sitzen und dafür meine Lebensfreude nicht zu verlieren. Ich bin einfach so sensibel, dass ich bei jeder Kleinigkeit schon anfange zu weinen, das braucht bloß eine nicht böse gemeinte kleine Bemerkung sein..
Deswegen frage ich mich, ob ich es je schaffen werde, das alles zu verarbeiten und zu vergessen.. Ansonsten gehe ich wirklich daran zugrunde..