wiebke
New Member
AW: Kindererziehung in deutsch-türkischer Beziehung
o je. also bei kindererziehung erscheinen mir worte wie "einfach den goldenen mittelweg finden" gelinde gesagt sehr naiv. im zusammenhang mit zwei kulturen und verschiedenen religionen erscheint es mir schlichtweg unrealistisch. zweisprachigkeit schön ung gut - wer will nicht, dass sein kleiner blonder engel im supermarkt fließend zwischen den sprachen switcht und umstehende anerkennend nicken und ihre hälse verdrehen: "oh wie süüüß!". zweisprachig aufzuwachsen kann ohne zweifel eine bereicherung in vielerlei hinsicht sein. es kann aber auch eine überforderung sein. es sollte dem kind entsprechen, das heißt seiner natürlichen entwicklung angepasst sein.
aber besonders das thema der religion - wenn es ein einfaches wäre, wären nachrichtensprecher und viele weitere berufsgruppen arbeistlos - ist für mich ganz persönlich solange verdammt schwer, wie sich religion und gläubigkeit an festen, umgrenzten ritualen und verhaltensweisen festmacht. wenn ich mit meinem partner die gleichen menschlichen werte hoch halte und unserem kind vermitteln will, heißt das noch lange nicht, dass wir es in der selben art und weise für richtig, für passend halten. wie sollte ich jemals im herzen nachvollziehen können, dass unser sohn beschnitten werden soll aus religiöser überzeugung, wenn ich selbst nicht als moslem aufgewachsen bin? wie könnte ich es gut heißen, dass unserem kind, egal zu welcher religion gehörend, beigebracht wird, dass es in die hölle kommt, wenn es bestimmten ritualen nicht folgt?
also ich will ja nicht sagen, dass es nicht möglich wäre, einen weg zu finden, aber ich halte es für eine sehr schwere aufgabe. in meinen augen ist die bereitschaft auf beiden seiten, ob mit oder ohne relgion, nötig, altgewohnte innere grenzen aufzubrechen, neue erfahrungen zuzulassen, sich selbst und seine herkunft in frage zu stellen, sich zu überwinden und so eine wahre annäherung zu schaffen, die auch nach mehreren jahren noch die basis für eine familie bilden kann.
o je. also bei kindererziehung erscheinen mir worte wie "einfach den goldenen mittelweg finden" gelinde gesagt sehr naiv. im zusammenhang mit zwei kulturen und verschiedenen religionen erscheint es mir schlichtweg unrealistisch. zweisprachigkeit schön ung gut - wer will nicht, dass sein kleiner blonder engel im supermarkt fließend zwischen den sprachen switcht und umstehende anerkennend nicken und ihre hälse verdrehen: "oh wie süüüß!". zweisprachig aufzuwachsen kann ohne zweifel eine bereicherung in vielerlei hinsicht sein. es kann aber auch eine überforderung sein. es sollte dem kind entsprechen, das heißt seiner natürlichen entwicklung angepasst sein.
aber besonders das thema der religion - wenn es ein einfaches wäre, wären nachrichtensprecher und viele weitere berufsgruppen arbeistlos - ist für mich ganz persönlich solange verdammt schwer, wie sich religion und gläubigkeit an festen, umgrenzten ritualen und verhaltensweisen festmacht. wenn ich mit meinem partner die gleichen menschlichen werte hoch halte und unserem kind vermitteln will, heißt das noch lange nicht, dass wir es in der selben art und weise für richtig, für passend halten. wie sollte ich jemals im herzen nachvollziehen können, dass unser sohn beschnitten werden soll aus religiöser überzeugung, wenn ich selbst nicht als moslem aufgewachsen bin? wie könnte ich es gut heißen, dass unserem kind, egal zu welcher religion gehörend, beigebracht wird, dass es in die hölle kommt, wenn es bestimmten ritualen nicht folgt?
also ich will ja nicht sagen, dass es nicht möglich wäre, einen weg zu finden, aber ich halte es für eine sehr schwere aufgabe. in meinen augen ist die bereitschaft auf beiden seiten, ob mit oder ohne relgion, nötig, altgewohnte innere grenzen aufzubrechen, neue erfahrungen zuzulassen, sich selbst und seine herkunft in frage zu stellen, sich zu überwinden und so eine wahre annäherung zu schaffen, die auch nach mehreren jahren noch die basis für eine familie bilden kann.