AW: Klassenfahrt
Merken sie denn gar nicht, was sie ihrem Kind damit antun!?
Nein, das tun sie eben nicht.
Es ist schwierig von zürich aus eine ferndiagnose durchzuführen, aber wenn ich auf meinen bescheidenen Erfahrungsschatz zurückgreife, dann haben die Eltern für gewöhnlich eine andere Lebenswirklichkeit.
Sie leben in einer ihnen nicht vertrauten, fremden Kultur dernen Mechanismen sie nicht kennen und die sie lediglich partiell mit den in ihrer alten Umwelt (in diesem Fall Marokko) funktionierenden Modellen zu erklären versuchen.
Da aber die deutsche Gesellschaft nicht wie die marrokanische funktioniert, ist auch das Modell zum scheitern verurteil.
In den meisten Fällen sind es auch Familien aus niedrigen sozialen Schichten mit geringer Ausbildung - was die Sache nicht unbedingt leichter macht. Das hat selbstverständlich weitreichende Folgen. Wer nie als Kind auf Klassenfahrt war, bzw. gar nicht weiss was das sein soll, kann auch nicht verstehen, was ein Nichtmitfahrendürfen (ein ekelhaftes Wortkonstrukt meinerseits) für Konsequenzen hat.
Und dein Modell, liebe Chayenne, funktioniert eben nicht für die marrokanische Gesellschaft. Aber du kannst dein Modell, in Folge der höheren Bildung im Vergleich zu Durchschnittseinwanderern aus der arabischen Welt, schneller auf neue begebenheiten anpassen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Meiner Meinung nach ist die beste Möglichkeit sie doch noch mitzubekommen
1.) Einen arabischen Muslim bitten die eltern zu überzeugen (da vermutlich auch die Sprachbarriere eine geringere wäre)
oder wenn das nicht möglich ist
2.)einen muslim des vertrauens, müsste glaub ich gar nicht aus der Klasse sein, bitten kurz kontakt aufzunehmen
3.) Und wenn gegen die Sturheit des Vaters kein Kraut gewachsen ist trotzdem das Beste aus der Klassenfahrt machen!!!