Man ruft nicht während der Tagesschau an...

AW: Man ruft nicht während der Tagesschau an...

Zwischen Weihnachten und Neujahr durfte keine Wäsche gewaschen werden und an Feiertagen sowieso nicht!

Will ja keinem auf den Schlips treten aber nach der Grenzöffnung zogen unter mir Mieter "von drüben" ein. Die ganze Woche hing keine Wäsche auf der Leine aber grundsätzlich Sonntags und an sämtlichen Feiertagen !! War Gesprächsthema bei sämtlichen Nachbarn. Zumal da fast nur alte Leutchen drumrum wohnten.
Ach, hätten die doch das Sonntags-Wasch-Verbot auch gekannt...

Weiterhin erinnernswert: früher wollte einem einer alle naselang etwas an der Haustür aufschwatzen. Bürstenbinder, Eierverkäufer, Teppichhändler, Messerschleifer...wo sind eigentlich all die Hausierer hin? Haben die umgeschult und hocken jetzt im Callcenter, weil sie dir ein SKL- Los andrehen wollen?

Die hocken jetzt beim Tele-Shopping !!


Ja, das waren schon tolle Zeiten damals ;) !! An die weißen Kniestrümpfe kann ich mich ja so gut erinnern ! Und Übergangsjacken, jaaa, das war der Renner. Zum Glück wurde ich nie gezwungen Spinat zu essen, sonst hätte ich für nichts garantiert ***würgs***

Mein türkischer Mann kann gar nicht verstehen, warum wir nicht Abends um 22 Uhr noch meine Eltern anrufen, wenn´s was zu Berichten gibt !! Neeeeiiiinnn, bloß nicht. Die gehen zwar vor Mitternacht meist nicht ins Bett, schlafen garantiert aber schon vor dem Fernseher. Und wenn so spät noch das Telefon klingelt kriegen sie vielleicht ´nen Herzkasper weil sie denken es ist jemand gestorben !

Da müssen wir die diversen Neuigkeiten auf jeden Fall bis zum nächsten Tag aufheben !
 
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Will ja keinem auf den Schlips treten aber nach der Grenzöffnung zogen unter mir Mieter "von drüben" ein. Die ganze Woche hing keine Wäsche auf der Leine aber grundsätzlich Sonntags und an sämtlichen Feiertagen !! War Gesprächsthema bei sämtlichen Nachbarn. Zumal da fast nur alte Leutchen drumrum wohnten.
Ach, hätten die doch das Sonntags-Wasch-Verbot auch gekannt...

Warum? Wegen des Geredes? Ohne Deinen Nachbarn zu nahe treten zu wollen: Was meinst Du, wie oft ich schon am Wochenende gewaschen habe, weil ansonsten keine Zeit blieb und man nach der Arbeit nur noch komatös ins Bett plumpsen wollte.. ;)

Meine Nachbarn waschen übrigens auch am Wochenende. Soll angeblich sogar ökologischer sein, weil die Kläranlagen montags (noch immer offiziell "Waschtag"! :biggrin: ) auf Hochtouren laufen und bis zum Anschlag ausgelastet sind, las ich mal irgendwo..
 
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Genauso löse ich das auch.
Eine gute Freundin kann mich auch 3 Uhr Nachts anrufen, wenn sie z.B. Liebeskummer hat, krank ist oder eben dringend jemanden zum Reden braucht..

ich habe mein handy den halben tag auf leise stehen...und nachts sowieso! ich hab nämlich bemerkt, dass meine super freundinnen auch ab und an aus langeweile nachts oder so anrufen. da hab ich keinen nerv drauf...und vor allem wenn sie ganz genau wissen, ich bin mit meinem freund unterwegs (sorry da möcht ich halt ruhe haben) und mich dann anrufen und 1 std. quatschen..belanglose dinge vor allem Zizou
 
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Will ja keinem auf den Schlips treten aber nach der Grenzöffnung zogen unter mir Mieter "von drüben" ein. Die ganze Woche hing keine Wäsche auf der Leine aber grundsätzlich Sonntags und an sämtlichen Feiertagen !! War Gesprächsthema bei sämtlichen Nachbarn. Zumal da fast nur alte Leutchen drumrum wohnten.
Ach, hätten die doch das Sonntags-Wasch-Verbot auch gekannt...

Wenn ich so was lese, bin ich immer heilfroh, nach Berlin gezogen zu sein.
Hier, wo ich wohne, interessiert so was niemanden.
"Leben und leben lassen." heisst hier die Devise.

In meinem Haus hat jeder seinen eigenen "Biorhytmus". Mein über mir wohnender Nachbar, ein etwas merkwürdiger, einzelgängerischer Single-Mann, wäscht z.B. öfter mal mitten in der Nacht Wäsche. Normalerweise höre ich das nur, wenn ich nachts um drei mal aufs Klo gehe und gerade der Schleudergang voll auf Tour ist. Es stört mich überhaupt nicht. Es ist einfach nicht so laut, dass ich davon aufwachen könnte. Und wenn es mich nicht stört, dann geht es mich auch nichts an. Ist jedenfalls meine Meinung.

Da ich ja auch in der Provinz aufgewachsen bin, kenne ich das Gerede der Nachbarn nur zu gut. Schon als Kind hielt ich diese verbohrten Regeln für totalen Schwachsinn. Für die meisten davon, gibt es überhaupt keine logische Begründung. "Es ist eben so."

In unserem Dorf putzten die älteren Frauen jeden zweiten Tag die Fenster! Gar nicht weil sie schmutzig waren, sondern damit die Nachbarinnen sehen, was für "gute Hausfrauen" sie sind. Mein Opa bohnerte jeden morgen um 5.30 Uhr den Flurfußboden blitzblank, bevor er mit dem Schichtbus zur Arbeit fuhr. Als Kind stellte ich immer fasziniert fest, dass man sich in den Fliessen spiegeln konnte!

Zum Glück waren meine Eltern ziemlich modern und machten vieles von dem einfach nicht mit. Wenn die anderen Kinder brav und gesittet in weissen Röckchen ihre obligatorischen Sonntagsspaziergänge machten, durfte ich in abwaschbarer Latzhose mit meinen Geschwistern und dem Hund herumtoben, auf Bäume klettern und auf dem Rasen Purzelbäume schlagen.
Dafür bin ich meinen Eltern heute noch sehr dankbar.

Meine Schwester wohnt inzwischen in einer Kleinstadt in Westfalen. Wenn sie mir immer erzählt, womit sich ihr Reihenhausnachbar (ein pensionierter Beamter) so alles beschäftigt, kann ich es gar nicht glauben. Er achtet z.B. peinlich genau darauf, ob der Rasen regelmässig gemäht wird. (Der Rasen im Vorgärtchen meiner Schwester !) Ich hatte ihr anfangs mal vorgeschlagen, für ihre kleine Tochter dort eine Wiesenblumenmischung auszusäen. Mit ein paar schönen Sommerblumen. Das geht aber natürlich nicht. Denn für den Nachbarn ist das ja "Unkraut" - und das könnte sich ja auf seinen kurz gemähten Rasen ausbreiten. Eine Horrorvorstellung ! Er kontrolliert auch, ob die Hecken auf den Nachbargrundstücken regelmässig geschnitten werden, ob die Nachbarn ihre privaten Kellerräume gut genug aufgeräumt haben usw.

Da lob ich mir doch das Berliner Chaos ! (Hängt sicher auch hier vom Stadtteil ab...) Auch wenn ich hier von manchen Dingen zeitweise mal genervt bin. Sei es nun, dass man hier andauernd in Hundehaufen tritt oder in den Sommermonaten die nächtlichen Partys der Nachbarn gar kein Ende mehr nehmen wollen. Aber lieber nehme ich das alles zähneknirschend in Kauf, als wieder in einer Diktatur des deutschen Kleinbürgertums zu leben.
Da bin ich schon zu lange raus. Ich glaub, das könnt ich nicht mehr...
 
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Bei mir hat sich niemand zu melden, wenn Fenerbahce spielt.
Und schon gar nicht, wenn sie verloren haben.
 
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Will ja keinem auf den Schlips treten aber nach der Grenzöffnung zogen unter mir Mieter "von drüben" ein. Die ganze Woche hing keine Wäsche auf der Leine aber grundsätzlich Sonntags und an sämtlichen Feiertagen !! War Gesprächsthema bei sämtlichen Nachbarn. Zumal da fast nur alte Leutchen drumrum wohnten.
Ach, hätten die doch das Sonntags-Wasch-Verbot auch gekannt...

mir kräuseln sich gerade die fingernägel... so etwas belastet tatsächlich des menschen geist?
also ich wasche , wenns ansteht und da kann es auch sonntag sein. ich bekomme da gänsehaut von so viel kleingeist. das erinnert mich an eine szene in süddeutschland, wo eine frau auf den knien den bürgersteig langgerutscht ist, um die grashalme zwischen den pflastersteinen mit einer alten gabel rauszukratzen...
seliges berlin! jeder nach seiner fasson .... die geräusche einer waschmaschine sind alltagsmusik und die flatternde saubere wäsche auf den balkonen zaubern mir anheimelige stimmung aus der kindheit ins gedächtnis.
an waschtagen im waschhaus war das letzte warmgemachte wasser im kessel das badewasser ...


MAR
 
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Absolute Tabus sind auch wenn man in der TÜrkei ist, irgendwo zu Besuch, und Du isst nicht WENIGSTENS ein Bißchen von dem Angebotenen Essen/Süßem/Obst etc....Dann ist der Gastgeber zutiefst gekränkt.
Wenn Du dann an einem Tag zu 6-7 Tanten / Onkels gehst, hast Du am Ende einen resistenten Darm und einen Magen den nichts mehr abschreckt :lol:

Das kenne ich auch von meinen Besuchen bei einer ungarischen Familie. Das ganze Dorf kannte das "deutsche Mädchen" und alle Omas und Tanten winkten mir vom Gartentor aus freundlich zu, wenn ich die Dorfstraße entlang ging.
Dann wurde ich in ihr Haus gebeten und mit allen erdenklichen Leckereien vollgestopft. Mit meinen paar Brocken Ungarisch konnte ich mich auch nicht tiefgründig unterhalten. Also drückten sie ihr Wohlwollen und ihre Gastfreundschaft aus, indem sie mir immer neue Speisen anboten. Und ablehnen war ein absolutes Tabu. Damit hätte ich sie tödlich gekränkt. War ja auch alles sehr lecker. Aber nach dem dritten oder vierten Besuch war ich dann wirklich dem Platzen nah.

Ich weiss noch, dass ich von dem vielen (leckeren!) Weissbrot einmal zwei Wochen lang nicht aufs Klo konnte. Beziehungsweise brachte ich täglich sehr lange dort zu, aber eben erfolglos. Es war ein kleines Holzhäuschen umgeben von einem eingezäunten Stück Land, wo Hühner und anderes Federvieh lustig herumliefen. Das Plumpsklo war immer sehr sauber. Klopapier gabs allerdings nicht. Nur alte Zeitungen. Das war natürlich auch abschreckend.

Nach ca 14 Tagen machte ich meiner sehr beleibten "Omama" dann mit Wörterbuch und eindeutigen Gesten klar, dass ich nun kein Weißbrot mehr essen dürfe, weil sonst absolut gar nichts mehr ginge. Omama, die von Diäten überhaupt nichts hielt und auch eine ausgezeichnete Köchin war, kam dann eine schnellere, wenn auch etwas radikalere Lösung in den Sinn. Sie gab mir ein zwei Tabletten und einen Schluck Wasser...

Die Nacht darauf rannte ich etwa halbstündig panisch hinaus in den Garten zum Hühnerhof. Eine zusätzliche Hürde war der aggressive Truthahn, der mich bei jedem Betreten seines Reviers erst einmal wütend attackierte. Wahrscheinlich auch, weil ich das Türchen in meiner Not mit etwas zu grosser Wucht aufstiess und diese Hektik ihm Angst einjagte. Wir hatten wohl beide genauso viel Angst voreinander....
Wenn ich dann nach einer halben Ewigkeit und mit vom Zeitungspapier aufgerauhtem Hintern wieder das Häuschen verlassen wollte, wartete er schon aufgeplustert vor der Tür und gab bedrohlich klingende Geräusche von sich. Ich verharrte dann erst mal ein Weilchen in der Hoffnung, er könne es vielleicht doch noch von alleine aufgeben. Meist erwies sich das sowieso als klüger, da ich schon bald feststellte, dass ich mir den Rückweg zum Haus auch hätte sparen können...

Naja, die ungarischen Omas kennen da nichts. Was rein muss, muss rein.
Das scheint ja in der Türkei ganz ähnlich zu sein ? :grin:
 
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mir kräuseln sich gerade die fingernägel... so etwas belastet tatsächlich des menschen geist?
also ich wasche , wenns ansteht und da kann es auch sonntag sein. ich bekomme da gänsehaut von so viel kleingeist. das erinnert mich an eine szene in süddeutschland, wo eine frau auf den knien den bürgersteig langgerutscht ist, um die grashalme zwischen den pflastersteinen mit einer alten gabel rauszukratzen... MAR

Oh Gott, mar, du kannst dir gar nicht vorstellen, was für einen Lachkrampf dieses Bild gerade in mir ausgelöst hat ! Ich glaube, das wird mich jetzt noch ein Weilchen verfolgen...
Wenn also heute irgendjemand von euch eine ca 40-jährige Frau in der Berliner U-Bahn spontan und offensichtlich grundlos loslachen sieht, dann könnte es sich um mich handeln. :mrgreen: Und mar ist daran Schuld, dass mich dann alle für eine arme Irre halten.
 
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also solche ungarischen omas müssen sich allesamt mit meiner indischen schwiegermutter abgesprochen haben.... als ich das erste mal mit meinem ex-mann nach bombay flog, und der erste besuch anstand , war das gesammte wohnhaus in aufruhr. als wir die topiwala lane entlangfuhren, dachte ich fast, das haus stürzt auf uns herab wegen schlagseite, weil alle aus dem fenster zur strassenseite hingen , um die "weisse " schwiegertochter zu sehen. indische alte häuser sind nicht so stabil...
alle wohnungstüren waren offen ( "wohltuende" 34 grad...) und aus jeder tür schaute ein lachendes gesicht mit vorgestreckten tabletts mit allerlei süssigkeiten darauf... ich musste meine runde machen im haus, jedem namastee sagen, einen tschai trinken, ladus essen, hausgemachte kekse, sesamhoniggebäck, ladyfingers... nach einer halben stunde war ich vollgestopft wie eine mastgans. meine schwiegermutter stand auf dem flur, verzweifelt die hände in die hüften gestemmt und rief verzweifelt: gebt ihr nichts zu essen , gebt ihr nichts zu essen- bei mir muss sie essen....

nach hause gekommen bin ich nach 8 wochen indien mit 4 kilo mehr auf der hüfte...

aber es wäre ein tabu gewesen, abzulehnen.
MAR
 
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Oh Gott, mar, du kannst dir gar nicht vorstellen, was für einen Lachkrampf dieses Bild gerade in mir ausgelöst hat ! Ich glaube, das wird mich jetzt noch ein Weilchen verfolgen...
Wenn also heute irgendjemand von euch eine ca 40-jährige Frau in der Berliner U-Bahn spontan und offensichtlich grundlos loslachen sieht, dann könnte es sich um mich handeln. :mrgreen: Und mar ist daran Schuld, dass mich dann alle für eine arme Irre halten.


ich musste auch so lachen als ich diese frau sah! ich dachte , sie wird mich gleich erdolchen, als ich losprustete
....solche menschen sind wirklich so unglaublich kleingeistig, die würden nicht einmal zulassen, das du, wenn du erkältet bist mitten in der nacht hustest...du könntest die nachbarn in ihrem wohlverdienten schlaf stören...:redface:
 
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