Neid

AW: Neid

Das schlimmste finde ich ist, wenn Männer nicht rational vorgehen. Bei Frauen kann ich es manchmal verstehen, wenn sie mich anzicken oder so, aber wenn Männer einem dann die Show machen, weil sie uns was nicht gönnen krieg ich echt immer wieder den Rappel.

Also, bei mir spielt sich das alles unter Frauen ab. Allerdings finde ich das aus meinen Erfahrungen eher untypisch. Diese Art von persönlicher Missgunst kenne ich eher von männlichen Kollegen.
 
AW: Neid

Also, bei mir spielt sich das alles unter Frauen ab. Allerdings finde ich das aus meinen Erfahrungen eher untypisch. Diese Art von persönlicher Missgunst kenne ich eher von männlichen Kollegen.

Echt? Ne, bei mir eher umgekehrt. Die Männer denken am Anfang ganz entspannt: "och ist die jung, die hat sicher nichts drauf" dann zeigt du ihnen die Zähne und danach sind sie handzahm;) Aber ich arbeite auch nur mit Männern bis auf zwei Sekretärinnen. Und die sind eher nicht neidisch, wobei ich es bei denen am ehesten verstehen könnte.
 
AW: Neid

Echt? Ne, bei mir eher umgekehrt. Die Männer denken am Anfang ganz entspannt: "och ist die jung, die hat sicher nichts drauf" dann zeigt du ihnen die Zähne und danach sind sie handzahm;)

Das ist meines Erachtens aber auch 'ne Altersfrage, Inada. Es ist keineswegs von oben herab gemeint, aber meine Erfahrungen waren sehr ähnlich, als ich so alt war wie Du. Da hielt ich Frauenquoten etc. auch überwiegend für gaga bis diskriminierend und glaubte, wenn man sich ausreichend ins Zeug legt, lassen die Jungs einen automatisch mitspielen. Das tun sie auch - anfangs. Sie tun's auch noch später.
Und dann kippt's irgendwann. Sei es, dass der "Welpenschutz", dessen man sich als Berufsanfängerin noch erfreuen mag, einfach aufgebraucht ist, oder sei es, dass sie einen plötzlich vor dem Hintergrund ihres eigenen Älterwerdens und damit einhergehender Verpflichtungen (Familienunterhalt, was auch immer) zunehmend als echte Konkurrenz einschätzen und aus dem Feld zu schlagen versuchen: Früher oder später geht's mit aller Macht zur Sache.
Dazu muss ich sagen, dass ich gern mit Männern arbeite. Aber Rumzicken können sie genau so effektiv wie Frauen. Und auch unter Frauen gibt es enorme Machtmenschen, die nichts und niemanden neben sich dulden. Wobei ich das immer für ein Zeichen von mangelnder Souveränität halte.
Wirklich lästig finde ich nur, dass irrationale Verhaltensweisen von Männern (rumbrüllen o.ä.) als Zeichen für deren virile Durchsetzungsfähigkeit gewertet wird, während exakt das gleiche Verhalten bei Frauen als Hysterie und mangelnde Professionalität gilt. Auch eine Methode, andere Menschen kleinzuhalten. Aber wenn man die Spielregeln und Rituale kennt, kann man sie ja auch für sich nutzen. Nur soll sich dann niemand beschweren, wenn frau bedarfsweise wie ein Kühlschrank auftritt. ;)

lg
anouk
 
AW: Neid

Ja, genau dieses Rumbrüllen der Männer meinte ich Anouk, was mir wenn dann auf den geist geht. Machtrangeleien mit Männern habe ich auch. Ich arbeite nun seit sechs Jahren und führe die Niederlassung hier. Das Problem: Ich bin 26 und die Männer im Durchschnitt 45. Sie müssen aber damit klarkommen und das kommen sie dann auch. Wobei es intern immer schwerer ist als bei Kunden. Meine Kunden sind Vorstände und Geschäftsführer, sprich, sie sind in einem Alter wo sie mind. meine Väter sein könnten. Aber sie akzeptieren einen ohne weiteres, wenn man Know How hat und sich durchbeisst. Die größten Probleme macht mir aber meine 52-jährige Sekretärin.;)
 
AW: Neid

Die größten Probleme macht mir aber meine 52-jährige Sekretärin.;)

Mit Sekretärinnen hatte ich auch schon bittere Lernprozesse. Meine Versuche, sie höflich und freundlich zu bitten, waren am Anfang völlig erfolglos. "Würden Sie bitte..." hieß übersetzt offenbar "Wenn du keine Lust hast, lass es." In verschiedenen Stufen bin ich dann irgendwann bei "Machen Sie das und das bis dann und dann" angekommen. Sie wollten´s offenbar nicht anders. Gelegentlich habe ich auch abends, wenn die Damen schon weg waren, einfach schriftliche Anweisungen für den nächsten Tag hinterlassen. Das erspart Diskussionen.
 
AW: Neid

Die größten Probleme macht mir aber meine 52-jährige Sekretärin.;)

Wer weiß, was sie schon für Erfahrungen hinter sich hat, Inada. Du kannst getrost davon ausgehen, dass die Dame mit 52 einiges miterlebt hat, was inzwischen undenkbar wäre. Schau, Du bist halb so alt wie sie und relativ schnell nach oben gekommen. Sie hat sich vielleicht langsam, aber stetig in immergleichen Gewässern bewegt, womöglich jede Menge doofer Sprüche kassiert und denkt sich jetzt vielleicht manches Mal: "Ach, den jungen Hühnern fällt doch heutzutage alles in den Schoß, wofür ich selbst hart habe kämpfen müssen". Und das bezieht sich ja keineswegs nur auf Berufliches. ;)

Jedenfalls hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm viel geändert, zu Gunsten der Frauen. Nicht, dass schon alles erreicht wäre, so ist es bei weitem nicht. Aber die lässige Selbstverständlichkeit, mit der Frauen inzwischen auch zunehmend Führungspositionen zugestanden werden - die gibt es noch nicht so lange. Ich glaub, ich hab's schon mal erzählt, aber als ich nach dem Studium mit der Ausbildung anfing, gab's bei dem Blatt, bei dem ich gelernt hab, gerade mal eine Ressortleiterin unter 14 ansonsten männlichen Ressortchefs. Und die war "natürlich" auch nicht für die harten, sprich interessanten Themen wie Politik, Wirtschaft usw. zuständig. Das alles hat sich bis heute in keiner Weise geändert. Und das liegt nicht an überalterten Strukturen, nein, die ganze Mannschaft hat sich seitdem ordentlich verjüngt - aber es ist und bleibt halt 'n Männerladen. Und da kann es dann auch mal vorkommen, dass eine so kompetente wie streitbare Kollegin, die durchaus das Zeug gehabt hätte, ein politisches Ressort zu führen, unter hämischem Verweis männlicher Vorgesetzter auf ihre "Wechseljahre" sturmreif geschossen und ins dritte Glied auf ein Abstellgleis geschoben wird, während ein weitaus weniger qualifizierter, gleichaltriger Kollege, der immer zum rechten Augenblick die Klappe zu halten und sein Fähnchen nach dem Wind zu hängen versteht, prompt befördert wird. Aber so läuft's halt - bzw.: so kann es laufen..

Weswegen Du vielleicht mal versuchen solltest, die Dinge durch die Brille Deiner Sekretärin zu sehen. Aus Deiner Sicht mag sie gar keinen Grund dazu haben - aber vielleicht beneidet sie Dich allein darum, dass Dir solche und ähnliche Sachen generationsbedingt (hoffentlich..) erspart bleiben.

lg
anouk
 
AW: Neid

Mit Sekretärinnen hatte ich auch schon bittere Lernprozesse. Meine Versuche, sie höflich und freundlich zu bitten, waren am Anfang völlig erfolglos. "Würden Sie bitte..." hieß übersetzt offenbar "Wenn du keine Lust hast, lass es." In verschiedenen Stufen bin ich dann irgendwann bei "Machen Sie das und das bis dann und dann" angekommen.

Stimmt! :lol: Solche Aufträge in höflicher Frageform vorzutragen, rächt sich bitterlich. Übrigens nicht nur bei Sekretärinnen.
 
AW: Neid

Stimmt! :lol: Solche Aufträge in höflicher Frageform vorzutragen, rächt sich bitterlich. Übrigens nicht nur bei Sekretärinnen.

Ich bin etwas erstaunt..

Ich hatte einmal das Glück, eine sehr nette Sekretärin kennengelernt zu haben. Tierfreundlich. Herzlich.
Nun, ihr ehemaliger Arbeitgeber pflegte, seine Anweisung für den nächsten Tag schriftlich zu erteilen in der Form:

Nachname der Sekretärin: Das Gutachten xy eintippen.

Daran hatte sie sehr zu knabbern.
 
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