Ostdeutsche/r....

Stammst du aus der ehem. DDR?

  • Ja, ich bin in der DDR aufgewachsen

    Votes: 5 33,3%
  • Ja, ich bin in der DDR geboren worden , war aber zu jung um mich zuerinnern.

    Votes: 0 0,0%
  • Nein.

    Votes: 10 66,7%

  • Total voters
    15

Asyali

Well-Known Member
...wie ist es einer zu sein? Ist es überhaupt noch relevant , ob man aus der DDR stammte? Hat man sich schon soweit integriert das es für die meisten keine Rolle mehr spielt?

Die Frage ist vllt. komisch aber mich würde wegen all der Integrationsdebatten über nicht deutschstämmige, jetzt doch mal interessieren ob es auch eine integratonsproblem gibt bei Ostdeutschen? Jetzt wo die Wiedervereinigung sich wider gejährt hat, kommt die Frage auf.

Ich schätze für die jüngeren ist das kein Problem mehr, die sind rein geboren aber vllt. können sie etwas über ihre Eltern erzählen. GIbtr es nocheine Sehnsucht nach der "Alten Heimat"?
 
AW: Ostdeutsche/r....

Ich lebe in Ostdeutschland, und die Stories die ich zu hören bekomme ist ungefaehr so unendlich wie die Türkischen Maenner mit ihren Soldatengeschichten:biggrin:
Ich liebe es aber zuzuhören...
 
AW: Ostdeutsche/r....

Ich bin auch in der DDR aufgewachsen und ein älteres Semester. Es war nicht alles schlecht, aber auch viel nicht in Ordnung. Aber manchmal glaube ich dass ich irgendwo anders gelebt haben muss. Denn so manche ehemalige DDR-Bürger übertreiben ihr "Leiden". Was sie damit bezwecken ist mir schleierhaft. Mitleid, Aufmerksamkeit? Das gilt natürlich nicht für Leute, die wirklich Probleme hatten. Davon gab es auch genug, darunter auch ich.
 
AW: Ostdeutsche/r....

Ich will mich dann auch mal als Ostdeutscher outen. Es ist für mich nicht so schwer gewesen, mich zu integrieren, kulturell habe ich mich immer am Westen orientiert. Die DDR konnte mich nie wirklich reizen, es war zwar nicht so schlimm, dass ich abhauen wollte oder mußte, aber angekotzt hat mich der ganze Laden schon. Ich habe versucht, mich so gut es ging aus der Politik rauszuhalten (habe mich nach der Wende um so mehr engagiert) und möglichst keine Deals mit den Offiziellen einzugehen. Am Ende bin ich vielleicht sogar ganz gut mit der Taktik gefahren. Und ich war wirklich froh, als dieser marode Scheißhaufen zusammengebrochen ist und diese selbstgefälligen SED-Kader auf den Knieen gerutscht sind. Ich will sie nicht wiederhaben und wer denkt, es hätte 20 JahreDDR weitergehen können lügt sich in die Tasche. Alle Parameter, ökologisch, ökonomisch, sozial und was weiß ich noch zeigten steil nach unten. Der Abstand zum Westen vergrößerte sich immer mehr. Wahrscheinlich wäre die DDR heute auf dem Niveau von Rumänien um 1980.

Einige haben den Systemwechsel natürlich nicht verkraftet, statt die Chancen zu sehen, sind sie in alten Denkmustern verharrt und schimpfen heute wie damals auf die da oben.

Mich hat noch kein Wessi von oben herab behandelt und es sollte auch keiner probieren.

Relevant ist es vielleicht doch noch, man hat Erfahrungen gemacht, die nicht viele machen können. Das Joch des Totalitarismus abzuschütteln und ein durchaus brutales Regime friedlich zu schlagen. Wer aber damals nur auf D-Mark, Marlboro und Flensburger Bier starrte, der schaut heute auf seinen "Lohnstreifen" von Harz IV.
 
AW: Ostdeutsche/r....

so, da bin ich....die nächste mit wurzeln aus dem osten, aber einen hehl habe ich ohnehin nicht draus gemacht. aufgewachsen bin ich in ost-berlin/prenzlauer berg 500m entfernt von der mauer. ich war ziemlich früh regimekritisch und bekam das auch zu spüren. in der schule wurde uns gelehrt, dass wir einen "antifaschistischen schutzwall" haben, um uns vor den imperialisten und faschisten zu schützen! wie dumm von mir zu fragen, warum dann der stacheldraht in unsere richtung zeigt und nicht in richtung der "bösen"!

zu dem zeitpunkt war mein abitur geknickt, obwohl ich zu den klassenbesten gehörte! anmerkung für nichtossis: zum abitur wurde man delegiert aufgrund der schulischen leistungen oder weil man besonders staatskonform war, also z.b. 25 jahre zur ostarmee ging. also ich war nicht staatskonform!!!

ich jedenfalls habe dieses system gehasst! es war nicht ehrlich, es war einfach nur verlogen. alles war mangelwirtschaft und nach aussen wurde die 100%-ige planerfüllung verkauft. am 7.3.1984 stellte ich mit meinem damaligen mann einen ausreiseantrag aus politischen gründen (der halbe fuß ist dann immer schon im knast). am 22.05.1987 um 17.50uhr konnten wir die ddr über den grenzübergang friedrichstr. verlassen. zu diesem zeitpun kt wusste ich nicht, wann ich meine familie wiedersehen kann, weil das eine art bestrafung der ddr war.......evtl. nie wieder oder für lange zeit nicht mehr einreisen zu dürfen. der mauerfall hat den kommus aber einen strich durch die rechnung gemacht. UND DAS IST AÄUCH GUT SOOO!!!

was soll ich sagen, nicht alles war schlecht im osten...gerade die bereitstellung von freizeitaktivitäten für junge menschen, die vorzüge für kinderreiche familien (ab 4 kindern) usw.! evtl. war das für die volkslenkung gut, keine ahnung?!

edit: alleine aus meiner schule sind zu diesem zeitpunkt 15 leute im westen gewesen. 8 von ihnen sind wegen republikflucht in den knast gegangen und haben sich freikaufen lassen vom westen! wir waren zwischen 22 und 25 jahren alt.
 
Top