Präsidentschaftswahl - Türkei 2014

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pauline09

Guest
Ich dachte, dass Boris ein aus Istanbul schreiben würde.
Bei Boris hatte ich öfters schon den Eindruck, als wäre er etwas schizophren. Vielleicht auch nur nicht gefestigt in seiner Meinung.

Doch, natürlich, er schreibt aus Istanbul. ;) Dass er keine, wie Du es nennst, "gefestigte" Meinung hat, zeichnet ihn im übrigen aus, auch wenn Dich das wundern mag. Es gehört quasi zu den essentiellen Voraussetzungen seines Jobs, flexibel auf geänderte Entwicklungen und neue Erkenntnisse reagieren zu können, auch wenn sie ursprünglichen Hypothesen und eventuell auch eigenen inneren Überzeugungen zuwiderlaufen. Im Grunde eine journalistische Selbstverständlichkeit. Es geht ja nicht darum, die eigene Meinung herauszututen, sondern das, was ist, so realitätsnah wie möglich abzubilden. Auch wenn es auf begrenzter Zeilenzahl natürlich immer nur Schlaglichter sein können, Momentaufnahmen.
 

Ottoman

Well-Known Member
... ein was aus Istanbul schreiben würde? Da ist ein Wörtchen verloren gegangen, fürchte ich. ; )

Dass er keine "gefestigte" Meinung hat, zeichnet ihn im übrigen aus, auch wenn Dich das vielleicht wundert. Es gehört quasi zu den essentiellen Voraussetzungen seines Jobs, flexibel auf geänderte Entwicklungen und neue Erkenntnisse reagieren zu können, auch wenn sie ursprünglichen Hypothesen und eventuell auch eigenen inneren Überzeugungen zuwiderlaufen. Im Grunde eine journalistische Selbstverständlichkeit. Es geht ja nicht darum, die eigene Meinung herauszututen, sondern das, was ist, so realitätsnah wie möglich abzubilden.

Mittlerweile zur besseren Verständnis umgeschrieben ; )

Dann muss er in unterschiedlichen Realitäten leben, wenn es tatsächlich darum gehen soll die Realität möglichst nah abzubilden, wie Du schreibst. Ich habe schon all zu oft sehr kontroverses lesen dürfen. So schnell ändert sich die Realität nicht wirklich, zuminjdest nicht grundsätzliche Dinge. Daher teile ich Deine Auffassung hierbei nicht.
 

eruvaer

Well-Known Member
Das eine ist das Idealbild, wie Presse und Journalismus funktionieren sollte.
Das andere ist, wie es dann im wirklichen Leben durchsetzbar ist - wer bezahlt mich? wer druckt mich?

Das macht Journalismus mit dem guten Grundgedanken ja leider auch so gefährlich und den Druchblick zu dem was nun wie stark durch eine woher auch immer geprägte Meinung oder Sichtweise geprägt ist so schwierig.
Und das muss noch nicht mal an eingennützigen Absichten liegen.
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Ottoman

Well-Known Member
Doch, natürlich, er schreibt aus Istanbul. ;) ...

Von einem in Deutschland lebenden Wirtschaftsredakteur würde ich somit eher eine kritischere Analyse erwarten als von einem Auslandskorrespondent wie Boris. Dem war ja nicht so. Daher verstehe ich nicht weshalb Du das explizit hervorgeheben hast.

Ein in Deutschland lebender Wirtschaftsredakteur hat naturgemäß eine andere Sicht auf die Dinge als ein in Istanbul lebender Auslandskorrespondent. Er braucht sich nur ökonomischen Aspekten zu widmen und steht auch weniger unter Druck als ein Boris Kálnoky
 

alterali

Well-Known Member
Ihr seid ja hier wirklich mit viel Fantasie ausgestattet, in welch schlimme Zeiten Erdogan die Türkei führt.

Hat denn einer auch die Fantasie, sich vorzustellen, was Erdogan noch an positivem reißen kann?
 

aleynanaz1

Well-Known Member
Das einzige,was Anti-Erdoleute tun sollten ist, dieses Wahlergebnis zu respektieren,statt die Menschen die ihn gewaehlt haben zu beleidigen (hirnlos,dumm,daemlich usw..) Eure weitsichtigen,oder kurzsichtigen Anti-Erdomeinungen ,oder die Gruselgeschichten für die Zukunft sind für viele ziemlich übertrieben.So sehen ich es übrigens auch.

Er ist auch bei Mutti Merkel und co,oder Usa-Amca unbeliebt,wel der Mann DAS tut,was er für richtig haelt und nicht DAS,was andere wollen.Ein wichtiger +Punkt aus Sicht der vielen Menschen,die WIEDER ihn gewaehlt haben.
Seine Haltung gegenüber der EU finde ich auch Okay.So nach dem Motto'' wenn nicht,dann eben nicht''
EU sollte selbst zu sehen,wie sie sich übers Wasser haelt,mit den ganzen armen Laender,die sie aufgenommen haben und jetzt''ernaehren'' müssen.
Früher war man (Ausland) an Politiker der TR gewöhnt,die zu allem ja und Amen sagten.Er tut es nicht und es gibt sehr viele ,die diese Haltung gegenüber dem Westen sehr gut finden.

Hunde bellen,Karawane ziehen weiter. 3 Brücke wird im Mai eröffnet,Expresszug nach Izmir wird auch bald start geben.

Wie sagte doch ein Bürger in Istanbul (Taxifahrer) zu einem Journalisten;

''Die Freiheit brauchst du,für mich ist es an erster Stelle wichtig,dass ich meinen Unterhalt verdiene''.
 
P

pauline09

Guest
Dann muss er in unterschiedlichen Realitäten leben, wenn es tatsächlich darum gehen soll die Realität möglichst nah abzubilden, wie Du schreibst. Ich habe schon all zu oft sehr kontroverses lesen dürfen. So schnell ändert sich die Realität nicht wirklich, zuminjdest nicht grundsätzliche Dinge. Daher teile ich Deine Auffassung hierbei nicht.

Hättest Du Beispiele, könnten wir darüber diskutieren, aber ich nehme an, das würde diesen Thread sprengen. Mal ab davon, dass ich momentan eigentlich auch keine Lust dazu habe, zumal ich natürlich nicht sagen kann, unter welchen Bedingungen dieser oder jener Text zustande kam. Allgemein ist es nur so: manchmal steht und fällt beinahe alles mit Leuten, die einem vertraulich was stecken, was sich später bewahrheitet oder, je nachdem, als dünn bis substanzlos entpuppt; manchmal geht's nur darum, schnell-schnell irgendwelche Statements abzugreifen; manchmal ist es auch einfach eine Frage guter bzw möglichst besserer Kontakte, die nützlich und punktgenau abrufbar sind. Und so weiter. Jedenfalls müssen Leute wie Kálnoky gut, sehr gut vernetzt und ausgeschlafen sein - und natürlich in der Lage, notfalls aus dem Stand was zu liefern. Egal, ob sie in der Materie grad drinstecken oder nicht.

Dazu kommen Leser mit teilweise sehr klaren Erwartungshaltungen. Es gibt welche, die Redakteuren regelrecht übelnehmen, wenn sie zwischendrin mal Positives über ansonsten kritikwürdige Menschen/Entwicklungen/Bauwerke o.ä. schreiben und umgekehrt. Ich glaube, insbesondere die taz'lerInnen können einen laaaaanges Lied davon singen (man merkt's auch schon an häufiger mal recht galligen Leserkommentaren auf taz.de). ; )
 
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