quo vadis ...

alteglucke

Moderator
AW: quo vadis ...

jede/r Türke/in befürchtet eine Falschorientierung. Die Islamisten fürchten die zu starke Amerika- und Europa-Orientierung und sie haben Angst vor Identitätsverlust. Die "anderen" Türken fürchten eine Islamisierung, die eine ganze Gesellschaft um Jahrhunderte zurückwerfen und "demokratische" Ideale zu nichte machten wird. Zwischen diesen "Fronten" gibt es wenig.

Für mich, die ich das von "ganz außen" betrachte, ist das, was du beschreibst, für die Türkei Chance und Problem zugleich. Sie steht geografisch ebenso wie mental zwischen Europa und dem Nahen Osten. Sie trennt und verbindet gleichzeitig. Die Frage ist nur, ob sie sich von diesen beiden Polen zerreiben lässt oder ihre Position als Bindeglied findet und nutzt. Aus meiner Sicht brauchen wir dieses Bindeglied angesichts zunehmender Globalisierung heute dringender denn je.


Die "neuen" Islamisten, die ich als die Turban-Islamisten zum größten Teil kennengelernt habe, verhalten sich anders: sie plädieren für Demokratie, ihre Frauen lernen und lehren, ihre Frauen propagieren, das sie nicht unterdrückt werden. Bei Leuten wie mir bleibt folgende Frage: Ist dies nur ein Deckmantel?

Positiv betrachtet, könnte es auch ein Zeichen dafür sein, was alles möglich ist. Es gibt in der Türkei Unternehmerinnen, die sich zum Islam bekennen und ihr Unternehmen im Kopftuch führen. Wo gibt es die sonst?
 

ernamueller

New Member
AW: quo vadis ...

Nochmals sei angemerkt, das ich keinen ausreichenden geschichtlichen Hintergrund habe, politisch als Desinteressiert gelten kann und das hier Zusammengeschriebene einfach nur meine Gedanken widerspiegeln.

@Ottoman,

die arabische Prägung spiegelt sich für mich in der Art der Kleidung, der Wohnkultur, in dem Kalifatsystem, der Rechtsauslegung (Scheriat) der Osmanli-Zeit wider - nicht zu vergessen das Alphabet. Dies zu Deiner ersten Frage.

Die zweite kann ohne die Religion nicht beantwortet werden. Wenn ich Städte in Europa besuche, so finde ich überall historische Kirchen, jedoch keine Moscheen. Die Geschichte Europas ist durch den christlichen Glauben geprägt und die Geschichte der Türkei zum größten Teil über den muslimischen Glauben. Ganz einfach Europa ist christlich, die Türkei nicht.

@alteglucke,

es ist die Gradwanderung eines Werdungsprozeß von einem relativ neuen zusammengeschustertem Land, das egal von welcher Seite als Bollwerk gegen die andere Seite benutzt werden kann. Die Türkei braucht ein eigenes Selbstbewußtsein und ich hoffe, das es dies im demokratischen Sinne für sich finden kann - genauso wie Mustafa Kemal Atatürk einen Staat gegründet hatte, den es so nirgendwo gab.

LG Erna
 

TolgaSinan

Gelbe Karte
AW: quo vadis ...

Nochmals sei angemerkt, das ich keinen ausreichenden geschichtlichen Hintergrund habe, politisch als Desinteressiert gelten kann und das hier Zusammengeschriebene einfach nur meine Gedanken widerspiegeln.

@Ottoman,

die arabische Prägung spiegelt sich für mich in der Art der Kleidung, der Wohnkultur, in dem Kalifatsystem, der Rechtsauslegung (Scheriat) der Osmanli-Zeit wider - nicht zu vergessen das Alphabet. Dies zu Deiner ersten Frage.

Die zweite kann ohne die Religion nicht beantwortet werden. Wenn ich Städte in Europa besuche, so finde ich überall historische Kirchen, jedoch keine Moscheen. Die Geschichte Europas ist durch den christlichen Glauben geprägt und die Geschichte der Türkei zum größten Teil über den muslimischen Glauben. Ganz einfach Europa ist christlich, die Türkei nicht.

@alteglucke,

es ist die Gradwanderung eines Werdungsprozeß von einem relativ neuen zusammengeschustertem Land, das egal von welcher Seite als Bollwerk gegen die andere Seite benutzt werden kann. Die Türkei braucht ein eigenes Selbstbewußtsein und ich hoffe, das es dies im demokratischen Sinne für sich finden kann - genauso wie Mustafa Kemal Atatürk einen Staat gegründet hatte, den es so nirgendwo gab.

LG Erna



sorry aber du hast Null Ahnung über Türken...
 
O

Ottoman

Guest
AW: quo vadis ...

Die zweite kann ohne die Religion nicht beantwortet werden. Wenn ich Städte in Europa besuche, so finde ich überall historische Kirchen, jedoch keine Moscheen. Die Geschichte Europas ist durch den christlichen Glauben geprägt und die Geschichte der Türkei zum größten Teil über den muslimischen Glauben. Ganz einfach Europa ist christlich, die Türkei nicht.

Die Frage, ob Türken in ihrer Geschichte Europäer waren oder nicht, kann doch nicht ausschließlich über die Religion definiert werden. Vielleicht warst Du nicht in den entsprechenden Ländern um Moscheen zu finden. Gibt es in Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien,... keine Moscheen?

Ob das damalige Alphabet unbedingt ein Indikator für die arabische Prägung sein soll, wage ich zu bezweifeln. Dann sind die christlichen Länder auch arabisch geprägt. Bestes Beispiel: Das arabische Zahlensystem.
 

TolgaSinan

Gelbe Karte
AW: quo vadis ...

Die Identität eines Volkes ausschlieslich über deren Religion zu bestimmen oder zu definieren.....


....Sorry, aber so etwas habe ich nicht mal vom Stoiber gehört....


...
 

ernamueller

New Member
AW: quo vadis ...

@Ottoman, von wem wurden diese Moscheen erbaut?

@TolgaSinan, so beweist Du keinem, das ich Null und Du mehr Ahnung über die Türken hast.

LG Erna
 

solresol

Gesperrt
AW: quo vadis ...

bonjour alteglucke

Positiv betrachtet, könnte es auch ein Zeichen dafür sein, was alles möglich ist. Es gibt in der Türkei Unternehmerinnen, die sich zum Islam bekennen und ihr Unternehmen im Kopftuch führen. Wo gibt es die sonst?

die welt ist in westafrika, und von heute islamisiert. die westafrikaner leben aber oft im matriarkat und gleichzeitig in der mehrehe.

der extremfall ist in togo, eine ehemalige deutsche kolonie, die also hier auch bekannt sein sollte?

der (meistens dünne) mann (guter gockel wird nicht fett) lebt sehr oft mit 4 ehefrauen zusammen

nein, falsch gesagt: wechselt täglich die behausung... er besitzt nämlich gar nichts, der arme! das vermögen wird an die frauen weitergegeben und der mann ist also nur ein begleit- und nutztierchen. er muss sich streng an die reihenfolge halten, sonst bekommt er kein essen noch frische wäsche. seine 4 frauen zu beehren ist seine aufgabe :mrgreen: , dieser besitzlosen armen kreatur.

wenn seine frauen vermögend sind, dann nennen sie sich oft "mama-benz"! woher dein? das auto pardi! brauchen diese oft tonnen schwere geschützen um mühelos voranzukommen, bei den gewichten (im flugzeug breiten sie die armlehnen der sitze mühelos auseinander: einfach reinpatzen...)

eine kopfbedeckung tragen sie ja auch oft, es sind musleminen in der mehrheit. aber nicht wie die türkinen: es sind adrette sehr grosse kopftücher, die derart geknottet werden, dass es einen kleinen schmuckstück ergibt (das äthetische problem sind dort nicht die kopftücher, sondern den allgemeinen "kaliber" der damen... woher kommt es? eine bekannte, die mit eine ghaneer verheiratet ist, wunderte sich in der schwiegerfamilie: "ihr seid immer am essen?" "ja natürlich, wenn man genug geld hat". die männer besitzen nichts, werden also nicht überfüttert :biggrin: ; die frauen, die alles besitzen, sind dafür rund, nein, zylindrisch!)

diese leute gehörten vor der islamisierung zu einer grossen macht, dem kaiserreich benin. heute ist er zersplittert. ein teilgebiet ist scharia-land und sorgt regelmässig für schlagzeilen...

das gibt es also in der tat auch anderswo :mrgreen: !

salut
 

ra-sim

New Member
AW: quo vadis ...

@Erna, auch die Türkei ist voller Kirchen....und nach der frage WER hat die Moscheen gebaut, natürlich die osmanen die zu jender Zeit anscheinend mitten in Europa waren, also die Geschichte Europas genauso geprägt haben,
vielmehr kommt die Frage auf : WAS ist europa? Ist Griechenland womöglich garnicht mehr Europa weil es Jahrhunderte davon abgetrennt war?
 

solresol

Gesperrt
AW: quo vadis ...

bonjour erna

Die Türkei braucht ein eigenes Selbstbewußtsein und ich hoffe, das es dies im demokratischen Sinne für sich finden kann - genauso wie Mustafa Kemal Atatürk einen Staat gegründet hatte, den es so nirgendwo gab.

LG Erna

in den meisten punkten bin ich nicht mir dir einverstanden, aber diese schlussfolgerung stimmt.

die turkei hatte auch die ganze zeit unter dem kalifat eine sehr starkes selbsbewusstsein. dieses gefühl liegt ihr und ist ihr normal.

ich sehe die türkei aber nicht einer zwiespalt, wie du sie hinstellst.

exakt wie in frankreich

bringt die religion, es spielt da gar keine rolle, also, welche religion es ist :mrgreen: ,

teilweise in die vergangenheit zurück, ein prozess, das absolut nicht bis zur ende geführt werden kann...

beide länder erschöpfen sich, eine wischi-waschi-identität zu basteln: moslem aber modern, katholik aber fortschrittlich. beide waren grossmächte und haben diese position verloren, nein, von innen vertauscht, gegen eine neue noch selbstbewusstere position, die die menschheit insgesamt voranbringen sollte. in frankreich ist es nur eben 150 jahren früher gewesen. in frankreich vor 2 1/2 JH, in der türkei vor bald 1 JH (ja, die zeit vergeht, wir werden alle nicht jünger!)

die denkanstosse, die die neue identitäten gegeben hatten (französische revolution | atatürk und sein nachlass), verflachen. man weicht vom fortschrittlichen weg ab, und versinkt in die mittelmässigkeit!

weil man eins nicht wahr haben will:

man darf den religionen nichts antun
man darf der meinungsfreiheit nichts antun

aber die staatsraison hat in diesen beiden besonders modernen gesellschaften vorrang, es ist ihre neue identität, dass heisst, die religionen und viele meinung sind sachen für zwischen den 4 eigenen wänden.

es war übrigens immer so aber umgekehrt. vorher waren die fortschrittlichen menschen die leidtragende:

früher schickte man künstler nach cayenne (gelbfieber, moskito, malaria, extreme luftfeuchtigkeit und wärme, vor der zeit der arzneimittel, also, der sichere qualvolle tod), die in künstlerischen werken gegen die obrigkeit meuterten (so wurde Der Figaro von Mozart sehr entschärft gegenüber der Vorlage von Beaumarchais... Mozart hatte gelernt, besser aufzupassen - es traf nicht Beaumarchais selbst, aber vielleicht nur um ein Haar, dafür freunde von ihm!)

man dreht nicht die zeit zurück.

europa hat nur 1/2 milliard menschen und muss sich zwischen extrem zukunftsorientierten blöcke usa, china und russland behaupten. was aus indien wird ist noch unklar.

aber europa kann nicht ins mittelalter zurückwandeln!

die muslimen, die diesen weg gehen wollen, sollen, wie die europäer, die einen ähnlichen weg gehen wollten (sie sind nach lateinamerika etc. ausgewandert) nach ländern ziehen, wo man heute noch voll hinter dem islam steht, und es gibt genug davon

nur möchten sie die vorteile der zukunftorientierten welt voll geniessen :?:

das

das geht nicht!

schon gar nicht mit der koranischen religion: sie ist kontemplativ und wird in einer sehr modernen welt ungeheuerlich strapaziert. ja, die religion wird strapaziert, muss da unakzeptable zugeständnisse machen. diese religiösen menschen quällen sich unter uns :frown: !

diese ideale hochzeit gibt es nicht, kann es nicht geben!

erna,

das ist das problem der pursten geistern unter unseren muslimischen freunde.

salut
 
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