Schwanger mit 50???

AW: Schwanger mit 50???

Und mir stößt das hier etwas sauer auf. Glaubst du, dass Frauen ab einem gewissen Alter (wo sollte da die Grenze liegen?) aus egoistischen Gründen Kinder bekommen und die anderen nicht?

Wenn ich jetzt Lust hätte, die Diskussion gleichzeitig zu vereinfachen und mich künstlich angreifbar zu machen, würde ich einfach mit "Ja" antworten. Vielleicht liegen die Unterschiede aber eher im Maß der Gründe und nicht in ihrer Art. Eine Grenze zu ziehen vermag ich nicht und muss ich auch nicht. Ich habe eine Einschätzung zu einem klar definierten Fall abgegeben, indem ich mich fragte, wie wohl eine Frau auf mich wirken würde, die mit 50 (vielleicht mit Hilfe von Hormonpräparaten) schwanger wird und bei der Feststellung, dass eine Behinderung vorliegt, abtreibt. Ganz spontan und emotional halte dies für moralisch verwerflich, hier ist zu denkbarem Schicksal eine Komponente menschlicher Schuld gekommen. Soweit mein zitierter Beitrag.
Wenn Du mich nun zwingst, diese Schuldkomponente ausfindig zu machen, behaupte ich, dass das Schaffen von Leben und besonders von menschlichem einer gewissen Sorgfaltspflicht unterliegt, die hier verletzt wurde. Ich stimme Dir zu, dass man hier noch weiter zwischen Gesellschaft und Betroffener differenzieren könnte. Allerdings steht ja noch die Abtreibung im Raum. Eine Frau nimmt in Kauf, dass ein sich in ihr entwickelnder Fötus mit einer definierten, erheblich erhöhten Wahrscheinlichkeit eine Behinderung trägt. Aber sie nimmt nicht in Kauf, mit eben dieser erheblich erhöhten Wahrscheinlichkeit ein behindertes Kind zu gebären. Aus welchen Gründen handelt sie? Aus Egoismus würde ich sagen.
Aus dem Widerspruch der beiden Entscheidungen folgt, dass die erste Entscheidung nicht im vollen Bewusstsein über die Bedeutung, die die Schaffung von möglicherweise beeinträchtigtem Leben und in der Konsequenz seine mögliche gerechtfertigte Tötung haben, getroffen wurde, sondern sich eher auf ein persönliches Aufwandsrisiko bezog.

Etwas verwirrt hat mich in diesem Zusammenhang auch dieser Satz. Mir war eigentlich klar, dass Du mir widersprechen wolltest, das konnte ich aber so noch nicht wahrnehmen:

Auf mich wirkt es wie die Aktion einer verzweifelten Frau, die nie den richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen erwischt hat.

Es ist also eine Frau, die zum "falschen" Zeitpunkt ein Kind bekommt. Entweder aus Verzweiflung oder sie ist über diese Tatsache verzweifelt. Da frage ich mich, muss man denn Kinder bekommen? Wo dieses Frage - zum falschen Zeitpunkt und aus Verzweiflung - bejaht wird, vermute ich Egoismus.
 
AW: Schwanger mit 50???

indem ich mich fragte, wie wohl eine Frau auf mich wirken würde, die mit 50 (vielleicht mit Hilfe von Hormonpräparaten) schwanger wird und bei der Feststellung, dass eine Behinderung vorliegt, abtreibt. .... Allerdings steht ja noch die Abtreibung im Raum.

Die ist während der Diskussion in den Raum gestellt worden. Im Eingangsposting ist noch keine Rede davon, dass die 50-Jährige abtreiben will, wenn der Fötus nicht gesund und munter ist.

Wenn Du mich nun zwingst, diese Schuldkomponente ausfindig zu machen, behaupte ich, dass das Schaffen von Leben und besonders von menschlichem einer gewissen Sorgfaltspflicht unterliegt, die hier verletzt wurde.

Und ich frage mich, woher du die Sicherheit nimmst, dass sie verletzt wurde? Ich stelle dagegen die These, dass sich Frauen, die jenseits der 30 ein Kind bekommen, dieser Sorgfaltspflicht in aller Regel mehr nachkommen als jüngere.

Da frage ich mich, muss man denn Kinder bekommen?

Nein, das muss man nicht. Aber der Wunsch nach Kindern ist erst mal normal.

Und jetzt mache ich mal einen persönlichen Schlenker, damit´s nicht zu kompliziert wird:

In meinem Umfeld gibt es nur sehr wenige Frauen, die ihr erstes Kind bekommen haben, bevor sie 30 waren. Diejenigen, die früher schwanger wurden, wurden es aus Versehen. Die Gründe dafür muss ich wahrscheinlich nicht erklären: Mitten im Studium oder ganz am Anfang des Berufslebens lässt sich nur sehr schlecht ein Kind erziehen, weder finanziell noch was die Aufmerksamkeit angeht, die jedes Kind braucht. Dazu kommt noch, dass die dazu gehörenden potenziellen Väter sich oft noch mit 40 "nicht reif genug" fühlten.

Ich selbst wusste selbstverständlich auch mit 20 schon, dass ich Kinder haben will. Bekommen habe ich meinen Sohn aber mit 36, unter anderem im Hinblick auf die von dir erwähnte Sorgfaltspflicht. Für mich hatte dabei Priorität, dass ich ein Kind ohne weitere Hilfe ernähren kann.
 
AW: Schwanger mit 50???

Die ist während der Diskussion in den Raum gestellt worden. Im Eingangsposting ist noch keine Rede davon, dass die 50-Jährige abtreiben will, wenn der Fötus nicht gesund und munter ist.



Und ich frage mich, woher du die Sicherheit nimmst, dass sie verletzt wurde? Ich stelle dagegen die These, dass sich Frauen, die jenseits der 30 ein Kind bekommen, dieser Sorgfaltspflicht in aller Regel mehr nachkommen als jüngere.



Nein, das muss man nicht. Aber der Wunsch nach Kindern ist erst mal normal.

Und jetzt mache ich mal einen persönlichen Schlenker, damit´s nicht zu kompliziert wird:

In meinem Umfeld gibt es nur sehr wenige Frauen, die ihr erstes Kind bekommen haben, bevor sie 30 waren. Diejenigen, die früher schwanger wurden, wurden es aus Versehen. Die Gründe dafür muss ich wahrscheinlich nicht erklären: Mitten im Studium oder ganz am Anfang des Berufslebens lässt sich nur sehr schlecht ein Kind erziehen, weder finanziell noch was die Aufmerksamkeit angeht, die jedes Kind braucht. Dazu kommt noch, dass die dazu gehörenden potenziellen Väter sich oft noch mit 40 "nicht reif genug" fühlten.

Ich selbst wusste selbstverständlich auch mit 20 schon, dass ich Kinder haben will. Bekommen habe ich meinen Sohn aber mit 36, unter anderem im Hinblick auf die von dir erwähnte Sorgfaltspflicht. Für mich hatte dabei Priorität, dass ich ein Kind ohne weitere Hilfe ernähren kann.

die Frau von der hier die Rede ist, ist vor 2 jahren im alter von 50 Jahren schwanger geworden und hat gesunde Zwillinge bekommen.
 
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Sorry, aber wenn die Mutter heute 92 ist, hatte sie wenig bis gar keine Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern. Was daran ist also verantwortungslos? Dass sie im fortgeschrittenen Alter von über 40 noch Sex hatte?


überhaupt gar nichts andrea! ich kenne eine ehepaar die sind beide über 80 und haben noch immer sex, super sag ich da.
aber wahrscheinlich hast du sogar recht, daß sie keine möglichkeiten hatte zu verhüten.
aber in der heutigen zeit hat man halt die möglichkeit und wenn ich bedenke, wie sehr meine cousine immer darunter gelitten hat so eine "alte" mutter zu haben, dann ist es verantwortungslos oder glaubst du cindy fand es lustig, als ihrer mutter in der schule gesagt wurde, das nächste mal soll bitte die mutter des kindes und nicht die oma mitkommen?


und ob jemand sich an Schulfesten oder anderen Aktivitäten beteiligt, hat wenig bis gar nichts mit dem Alter zu tun.

das beispiel mit den schulfesten fiel mir gerade so ein und es hatte sehr wohl mit dem alter zu tun, denn meine tante hat sich geschämt doppelt so alt wie die anderen mütter zu sein.

aber auch viele andere dinge wie

partys bei freunden, in den tanzkurs zu gehen, geburtstag mit freunden zu feiern, einen freund mit nach hause zu bringen, abends weg gehen, mit freunden in urlaub fahren, sich modisch zu kleiden...und so weiter, die liste würde ellenlang

dinge, die bei anderen kindern selbstverständlich waren hat meine cousine vermißt, weil ihrer mutter dafür einfach das verständnis gefehlt hat.
 
AW: Schwanger mit 50???

Also wenn man schon Kinder hat, kann ich es auch nicht ganz verstehen, warum man dann mit 50 unbedingt noch eins haben muss.
Hat man allerdings keine Kinder, dann sieht es doch anders aus. Oder wenn es einfacher wäre zu adoptieren.
Selbst bin ich jetzt 34 und ich hätt in der Zukunft schon gern Kinder. Nur ob das noch was wird, ist eine andere Frage. Da muss erst mal ein Mann her.
Wenn ich über 40 wäre, würde ich statt eines eigenen Kindes auch ein Kind adoptieren. Nur, das kostet ja imense Summen. Dann dauert es Jahre um die ganze Prozedere zu durchlaufen. Für eine alleinstehende Frau sind die Chancen sowieso gleich null.
Da kann ich dann wiederum Frauen verstehen, die doch noch alles versuchen um schwanger zu werden. Ich würde wohl auch eher 10 000€ in IVF investieren und wüsste dann, das ich ein Kind bekomme statt mich um eine Adoption zu bemühen, wo ich von vorneherein weiss, das es Jahre dauert und die Chancen gleich null sind.

Ausserdem, das junge Frauen mit dem Kinderkriegen warten kann ich nachvollziehen. Auch heute bist du als Frau immer noch die Verliererin wenn es um das Kinderkriegen geht. Spätestens wenn man in Rente geht, merkt man, dass sich Kinderkriegen nicht auszahlt.
Ich wohne ja jetzt in der Türkei, da gestaltet sich alles noch schwieriger. Aber ich weiss eins, hätte ich ein gutes Betreuungsangebot (was man sich finanziell auch leisten kann) und genügend Unterstützung vom Kindsvater und vom Staat, dann würde ich mich schon ans Kinderkriegen wagen.

Da dies nicht der Fall ist, warte ich bis ich wirklich eine gute Stelle habe und finanziell abgesichert bin. Das kann noch ein paar Jahre dauern und so werde ich wohl auch zu den alten Müttern gehören. Oder zu den gut ausgebildeten, gut verdienenden die keine Kinder haben.
 
AW: Schwanger mit 50???

Die ist während der Diskussion in den Raum gestellt worden. Im Eingangsposting ist noch keine Rede davon, dass die 50-Jährige abtreiben will, wenn der Fötus nicht gesund und munter ist.

Das ist richtig, aber mein Satz, der Dir nicht gefiel, ist im Zusammenhang mit der Abtreibung gefallen. In dieser Konstellation entlarvt die Abtreibung, dass das Kind aus egoistischen Gründen und ohne ausreichenden Badacht auf die Belange des ungeborenen Lebens erwünscht war.
Ich sage nicht, dass das prinzipiell bei einer 50-Jährigen so sein muss. Ich wollte nur feststellen, dass ich die Antwort der Abtreibung auf das erhöhte Risiko erstens für moralisch falsch halte und zweitens die Tatsache, dass diese Lösung leichtfertiger als sonst in Betracht gezogen werden könnte (so schien es mir im Verlauf der Diskussion), ein Hinweis auf die Motive der Frau in diesem konkreten, imaginären Fall wäre.
 
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