Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Ottoman

Well-Known Member
Ich nehme mal diesen Artikel als Enleitung:

Flachforscher:
Medizinische Doktorarbeiten haben in der Wissenschaft einen besonders schlechten Ruf – leider zu Recht. Jetzt reagieren die Universitäten.

Es gibt diverse Unterschiede, wie die durchschnittliche Dauer, die für die Doktorarbeit benötigt wird. Wenn ich mich nicht irre gelten Doktortitel aus den naturwissenschaftlichen Bereichen als die schwierigsten, wobei der Doktortitel eines Chemikers da eine Ausnahme bildet.

Dr. med. haben den Ruf "Auswendiglerner" zu sein.

Da gibt es doch diesen Witz, wo der Professor die Aufgabe gibt, das Telefonbuch auswendig zu lernen. Die Physiker fragen: Warum, die Ärzte: bis wann.

Hoffentlich ließt das Noppe nicht :lol:

Welche Doktortitel gelten als schwierig und welche als einfach?
 
P

pauline09

Guest
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

(..)
Welche Doktortitel gelten als schwierig und welche als einfach?

Ich dachte, es sei umgekehrt: gerade Chemiker müssten sich mehr in Zeug legen für ihre Dissertation als andere NaWis. Aber vielleicht verwechsele ich das auch. Bei Medizinern z.B. ist bekannt, dass die Arbeiten quasi im Schnellverfahren entstehen - und wenn sich an den Prüfungsordnungen im Vergleich zu früher nix geändert hat, läuft das grob gesagt so: entweder sie werten Statistiken aus und fassen die zusammen (der bequemste Weg) oder sie forschen experimentell an irgendwas herum, was zufällig den jeweiligen Doktorvater interessiert, der das später möglicherweise hemmungslos ausschlachtet. Klingt ketzerisch, ist aber so. ;) Einen medizinischen Doktortitel braucht im Grunde niemand, der nicht als Wissenschaftler arbeiten und eine Hochschulkarriere machen will, aber auf dem Praxisschild macht es sich halt gut.

Als relativ schwierig und anspruchsvoll gelten Promotionen bei Theologen und Juristen (es sei denn, man guttenbergt sich zum Dr. jur.), in einigen anderen Fächern auch noch. Es ist ja nicht damit getan, eine frühere Abschlussarbeit aufzubrezeln und einzureichen; zumindest darf man nicht ohne entsprechende Hinweise von sich selbst abkupfern: http://www.zeit.de/studium/hochschule/2011-04/abschlussarbeiten-doktor

Grundsätzlich hängt es wohl immer auch vom gewählten Thema und der jeweiligen Hochschule bzw. dem Doktorvater ab. Ich kenne Leute, die über ihren einstigen Promotionen schier verzweifelt sind - einer davon hat's dann aufgesteckt -, aber welche Qualitätsunterschiede es bei Hochschulen und deren Ansprüchen gibt, wurde mir neulich anhand einer angeblich abgabefertigen, geisteswissenschaftlichen M.A.-Arbeit völlig klar, die tatsächlich gut benotet wurde. Puuuh.. mit dem Ding hätte man vor 20 Jahren noch nicht mal ein Proseminar bestanden. :icon_eyecrazy:

P.S. O-man, wieso interessierst Du Dich dafür?, willst Du Dir den Quatsch etwa antun? :lol: Und übrigens: Dein Link funzt nicht. :wink:
 

Ottoman

Well-Known Member
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Ich dachte, es sei umgekehrt: gerade Chemiker müssten sich mehr in Zeug legen für ihre Dissertation als andere NaWis. Aber vielleicht verwechsele ich das auch. Bei Medizinern z.B. ist bekannt, dass die Arbeiten quasi im Schnellverfahren entstehen - und wenn sich an den Prüfungsordnungen im Vergleich zu früher nix geändert hat, läuft das grob gesagt so: entweder sie werten Statistiken aus und fassen die zusammen (der bequemste Weg) oder sie forschen experimentell an irgendwas herum, was zufällig den jeweiligen Doktorvater interessiert, der das später möglicherweise hemmungslos ausschlachtet. Klingt ketzerisch, ist aber so. ;) Ein medizinischen Doktortitel braucht im Grunde niemand, aber auf dem Praxisschild macht es sich halt gut.

Als relativ schwierig und anspruchsvoll gelten Promotionen bei Theologen und Juristen (es sei denn, man guttenbergt), in einigen anderen Fächern auch noch. Es ist ja nicht damit getan, eine frühere Abschlussarbeit aufzubrezeln und einzureichen; zumindest darf man nicht ohne entsprechende Hinweise von sich selbst abkupfern: http://www.zeit.de/studium/hochschule/2011-04/abschlussarbeiten-doktor

Grundsätzlich hängt es wohl immer auch vom gewählten Thema und der jeweiligen Hochschule bzw. dem Doktorvater ab. Ich kenne Leute, die über ihrer einstigen Promotion schier verzweifelt sind - einer davon hat's dann aufgesteckt -, aber welche Qualitätsunterschiede es bei Hochschulen und deren Ansprüchen gibt, wurde mir neulich anhand einer angeblich abgabefertigen, geisteswissenschaftlichen M.A.-Arbeit völlig klar, die tatsächlich gut benotet wurde. Puuuh.. mit dem Ding hätte man vor 20 Jahren noch nicht mal ein Proseminar bestanden. :icon_eyecrazy:

P.S. O-man, wieso interessierst Du Dich dafür?, willst Du Dir den Quatsch etwa antun? :lol: Und übrigens: Dein Link funzt nicht. :wink:

Theologen, echt... Das hätte ich nie gedacht. Juristen... ich schlaf schon beim Vorlesen lassen ein. Erst kürzlich beim Notar gewesen und fast die Krise bekommen. Es waren nur zwei Seiten + bla bla, war schrecklich.

Als "Kanake" fühlt man evtl. mehr den Bedarf sich durch einen Doktortitel vom Klischee Sonderschüler und Obstverkäufer etwas abzuheben. Daran hatte ich bereits gedacht, aber als Dipl-Ing. (FH) ist das schwierig, außer man hat einen Einser-Schnitt. Habe keine Lust da Zeit reinzustecken, zumal mein Häuschen abbezahlt werden muss. Außer mit einem 6'er, doch da habe ich wohl besseres zu tun als an einer Doktorarbeit zu arbeiten 8)
 
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pauline09

Guest
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Theologen, echt... Das hätte ich nie gedacht. Juristen... ich schlaf schon beim Vorlesen lassen ein. Erst kürzlich beim Notar gewesen und fast die Krise bekommen. Es waren nur zwei Seiten + bla bla, war schrecklich.

Glaub ich gern. ;) Trotzdem, bei Juristen sind die Voraussetzungen ziemlich anspruchsvoll, du brauchst im Staatsexamen einen relativ guten Notenschnitt, um überhaupt zur Promotion zugelassen zu werden (kann sich aber auch geändert haben, TheCore weiß bestimmt mehr). Bei Theologen besteht schon das ganze Studium aus böhmischen Dörfern abgesehen von Bibel, Quellentexten & Co.: ohne (Alt-) Griechisch, Latein und Hebräisch geht gar nix. Nee, danke. :)

Als "Kanake" fühlt man evtl. mehr den Bedarf sich durch einen Doktortitel vom Klischee Sonderschüler und Obstverkäufer etwas abzuheben. Daran hatte ich bereits gedacht, aber als Dipl-Ing. (FH) ist das schwierig, außer man hat einen Einser-Schnitt. Habe keine Lust da Zeit reinzustecken, zumal mein Häuschen abbezahlt werden muss. Außer mit einem 6'er, doch da habe ich wohl besseres zu tun als an einer Doktorarbeit zu arbeiten 8)

Na, wer weiß, wie's mal kommt? ;) Mit Lottogewinn hätte man ausreichend Zeit und Muße, sich so was zu widmen, aber mal ernstlich: wenn's auch so geht, ist doch alles fein. :wink: Es sei denn, man will es unbedingt für sich selbst durchziehen, ansonsten bringt es meiner Ansicht nach nicht so viel. Ein Doktortitel ist was für die Visitenkarte, bringt manchmal auch mehr Geld in der freien Wirtschaft, aber im Großen und Ganzen? Ich kenne wirklich genug Leute, die trotz Doktorhut als Zeitungsredakteure in Landredaktionen schuften und einfach nur dankbar sind, dass sie irgendwo unterkamen. Selbst mein inzwischen emeritierter Lieblingsonkel, ein leibhaftiger zerstreuter Professor (dem's wirklich noch gut ging an der Uni!), hat früher oft leise gejammert, dass die forschungsfreien Semester zu kurz seien, und was er alles täte, wenn er nicht.. und-hast-du-nicht-gesehen. The grass is always greener on the other side of the fence. ^^
 
L

Laledevri

Guest
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

In der akademischen Karriere geht nichts ohne den Doktortitel. Ich würde gar nicht mal werten und sagen, diese oder jene Fachrichtung sei schwerer als eine andere. Ich bin keine Naturwissenschaftlerin und keine Ingenieurin, das sind Gebiete, von denen ich schlichtweg keine Ahnung habe, würde mir also niemals anmaßen zu sagen "Der Herr Ingenieur ist aber viel leichter zu seinem Titel gekommen als ich oder der Herr Dr. med hat den im Gegensatz zu mir geschenkt bekommen."
Innerhalb der Themenbereiche kommt es natürlich auch auf Quellenlage etc. an. Da gibt es leichter und schwerer zugängliche Bereiche. Nehmen wir also an, ich wähle ein Thema, das vor mir andere in zig Variationen schon irgendwie bearbeitet habe und ich greife mir einen Teilaspekt heraus, kann ich mich bezüglich benötigter Materialien schon einmal sehr gut bei der Sekundärliteratur bedienen, vorsondieren und dann gezielter suchen. Gehe ich in einen bis dato gar nicht oder nur marginal erforschten Bereich, habe ich zum Beispiel schon einmal sehr viel Quellenarbeit. Hatte neulich regen Mailkontakt mit einer gerade promovierenden Indologin, die eine alte Quelle ausgewertet hatte, übersetzt hatte, es aber Unklarheiten bezüglich gewisser Bezeichnungen gab (Klassische Frage: Weisst DU was das sein könnte?). Da die Angelegenheit so um drei Ecken meinen Bereich tangierte (Details würden zu weit führen und das Forum langweilen:lol:), konnte ich helfen. Wäre es eine andere Quelle, keine Indologin oder ein besser erforschtes Gebiet gewesen, hätte Sekundärliteratur die Frage vorab klären können, da irgend jemand anderes in diesem Bereich schon einmal geforscht hätte.

Ansonsten gilt bei mir die Devise: wo auch immer man forscht, wenn man nicht wirklich für das Thema brennt, ist alles Plag und Mühsal.
 

TheCore

Moderator
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Trotzdem, bei Juristen sind die Voraussetzungen ziemlich anspruchsvoll, du brauchst im Staatsexamen einen relativ guten Notenschnitt, um überhaupt zur Promotion zugelassen zu werden

Na ja, das steht so natürlich auf jeder Ausschreibung. Aber viele Wege führen nach Rom, auch ein paar schmuddelige. Juristen sind nur diskreter als andere akademische Lebensformen und sparen ihr Temperament für die Bestürzung gegenüber entdeckten Plagiatsfällen.
Das Schwierigste dürfte sein, dass einem der Kram nach fünf, sechs Jahren Pauken nicht zum Hals raus hängt.
 

Sithnoppe

Moderator
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Der übliche medizinische Doktor ist eigentlich eine Fleißarbeit :mrgreen:

Naturwissenschaften soll schwer sein, in Jura auch.
 

Msane

Well-Known Member
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Doktorarbeiten schreibt man nicht, sondern man lässt sie schreiben ... diverse Volksvertreter haben da Erfahrung :wink:
 

Faktotum

Gesperrt
AW: Schwierigkeitsgrade Doktortitel

Als "Kanake" fühlt man evtl. mehr den Bedarf sich durch einen Doktortitel vom Klischee Sonderschüler und Obstverkäufer etwas abzuheben. Daran hatte ich bereits gedacht, aber als Dipl-Ing. (FH) ist das schwierig, außer man hat einen Einser-Schnitt. Habe keine Lust da Zeit reinzustecken, zumal mein Häuschen abbezahlt werden muss. Außer mit einem 6'er, doch da habe ich wohl besseres zu tun als an einer Doktorarbeit zu arbeiten 8)

:lol:
Ja ja, ich kenne einen der einen kennt der will ja Professor werden.
Dummerweise hat er nie an einer Uni studiert und ausserdem macht er grad so richtig viel Kohle und wer will schon darauf verzichten, jedes Jahr in Urlaub zu fahren?

:lol:


Das ist wohl eher nicht der richtige Ansatz.
 
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