Selbständigkeit adé..?

MemoSan

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AW: Selbständigkeit adé..?

ich kann nicht glauben, was ich hier lese. Wenn das stimmen würde, was du schreibst, hieße das ja, dass praktisch niemand was dagegen unternehmen kann. Es liegt keinesfalls in der Natur der Frau, sich nach Hause zurück zu ziehen.

Liebe alteglucke,

Du wirst es doch nicht ernsthaft in Zweifel ziehen wollen, dass die Natur im Fortpflanzungsdrang und den entstehenden Elterngefühlen eine gewichtige Rolle spielt.

Auf nichts anderes bin ich in meinen einleitenden Worten eingegangen.

Ich habe nirgends etwas davon geschrieben, dass Frau sich nicht dagegen wehren oder eine andere Entscheidung treffen könne.
Natürlich kann frau sich bewußt
für die Ausbildung
für die eigene berufliche Entwicklung
entscheiden.

Ich habe Anouk so verstanden, dass sie sich fragt wie es dazu kommt, dass manche Frauen alles liegen und fallen lassen und später beruflich nicht mehr auf die Beine kommen.

Und diese Frage habe ich versucht von der natürlichen sprich biologischen Seite zu betrachten.
 
A

Anouk

Guest
AW: Selbständigkeit adé..?

ich kann nicht glauben, was ich hier lese. Wenn das stimmen würde, was du schreibst, hieße das ja, dass praktisch niemand was dagegen unternehmen kann. Es liegt keinesfalls in der Natur der Frau, sich nach Hause zurück zu ziehen. Und so, wie wir heute nun mal leben, ist es sogar extrem fahrlässig, das zu tun.
(...)
Und da finden sich dann auch kluge, begabte junge Frauen plötzlich in Putzjobs oder bei ähnlich angenehmen Dingen wieder, um die schlichte Existenz zu sichern. Und das nur, weil sie getan haben, was ihre Umwelt ihnen eingeflüstert hat: dass es für die Kinder dringend notwendig ist, dass die Mutter zu Hause bleibt. Nicht die Natur, Memo.


Es liegt mir fern, Dir in den Rücken zu fallen, Andrea. :) Aber ich glaube, das alles auf die Umwelt abzuwälzen, klappt nicht. Natürlich kann man auch nicht ausschließlich biologistisch argumentieren: aber wie viele Frauen gibt es, die insgeheim auch ganz froh sind, sich ins häusliche Idyll zurückzuziehen und nicht dem Stress des täglichen Broterwerbs auszusetzen? Dass es rational gesehen fahrlässig ist (solange man tatsächlich die Wahl hat..), ist klar - trotzdem kommen solche Entscheidungen keineswegs nur unter dem Druck der Familie oder des Mannes zustande. Und, ganz ehrlich: ich finde es auch nicht allzu dramatisch, solange eine Frau damit glücklich und zufrieden ist.
Nein, mich persönlich irritiert es eher, und manchmal mischt sich auch eine leise Traurigkeit rein, wenn ich sehe, wie viel Begabung, wie viel Talent und Vitalität darüber verkümmert... bzw. ausschließlich dafür eingesetzt wird, einen perfekten Haushalt zu führen... :icon_eyecrazy:
Aber vielleicht hat das auch mehr mit meinen eigenen Autonomievorstellungen als mit den Frauen zu tun, die sich dafür entscheiden.


ps Ich bekenne: Auch ich habe in einem Anfall geistiger Umnachtung eine Weile versucht, die perfekte Hausfrau zu mimen. Ging nicht. :lol:
 

alteglucke

Moderator
AW: Selbständigkeit adé..?

Ich gebe zu, dass ich den Anteil der eigenen Bequemlichkeit wegen der Durchgängigkeit meines Argumentationsstranges unter den Tisch fallen lassen habe.

Allerdings fällt es mir erheblich schwerer, das Zuhause-bleiben so hinzunehmen. Die Folgen dieser Fahrlässigkeit ("Bei uns ist alles ganz anders") zahlen wir schließlich in vielen Fällen. Die Väter sind in den wenigsten Fällen in der Lage, nach einer Scheidung neben den Kindern auch noch die ausrangierte Hausfrau zu finanzieren. Und zu denen, die ihre ganze Energie aufwenden, um sich selbst über die Runden zu bringen, gesellen sich viele, die vom Staat ernährt werden müssen - von uns also. Und warum? Nur, weil sie vor den Konsequenzen, die das Hausfrauen-Dasein haben kann, die Augen verschlossen haben.

Ähnliches gilt meiner Ansicht nach im übrigen auch für das Verschwenden von Talenten und Begabungen. Allerdings bin ich schon zu müde, um das genauer auszuführen.

Fast vergessen: Ich bemühe mich immer noch, die perfekte Hausfrau zu sein. :-D Die Betonung liegt auf "ich bemühe mich".
 
A

Anouk

Guest
AW: Selbständigkeit adé..?

Allerdings fällt es mir erheblich schwerer, das Zuhause-bleiben so hinzunehmen. Die Folgen dieser Fahrlässigkeit ("Bei uns ist alles ganz anders") zahlen wir schließlich in vielen Fällen. Die Väter sind in den wenigsten Fällen in der Lage, nach einer Scheidung neben den Kindern auch noch die ausrangierte Hausfrau zu finanzieren. Und zu denen, die ihre ganze Energie aufwenden, um sich selbst über die Runden zu bringen, gesellen sich viele, die vom Staat ernährt werden müssen - von uns also. Und warum? Nur, weil sie vor den Konsequenzen, die das Hausfrauen-Dasein haben kann, die Augen verschlossen haben.

Verschließen sie wirklich die Augen? Ist es nur das? Das blendet aus, dass es auch Leute gibt, die beruflich nicht auf die Füße kommen (weil sie z.B. keinen Ausbildungsplatz finden) und die Warteschleife dann zum Beispiel für die Familiengründung nutzen. Aber danach ist oft noch viel schwerer, auf dem immer enger werdenden Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Trotzdem, mir ging's eher um die Beispiele, in denen das eher freiwillig so läuft. Ist das dann eine Frage der Prägung? Reine Erziehungssache? Spielen womöglich Hormone eine Rolle? Ist das eingebildete Torschlusspanik? Oder weil es angesichts unsicherer Arbeitsmarktchancen zunächst mal als "sicherste" Option erscheint? Oder wieso?

Um das keineswegs fiktive Beispiel von T. (siehe Eingangsposting) noch mal zu bemühen: Inzwischen hat sie die Kurve gekriegt. Aber dafür bedurfte es jahrelanger Depressionen, eines Fast-Liebhabers, einer markerschütternden Ehekrise und Therapie noch und nöcher. Und ihr Mann (Hut ab!, wie er felsenfest zu ihr stand und nicht gleich die Flucht ergriff) musste sich natürlich auch dran gewöhnen, dass nicht alles blieb, wie es war. Trotzdem glaube ich, sowohl ihr als auch ihm wäre manches erspart geblieben, wenn sie ihre beruflichen und künstlerischen Pläne schon eingangs weiterverfolgt und nicht einfach begraben hätte..
 

Saadet1988

New Member
AW: Selbständigkeit adé..?

Eine junge Türkin, nennen wir sie C., bildhübsch, intelligent, begabt und sportlich, findet ihren Traumprinzen und heiratet ihn. Damit beginnt die Verwandlung eines lebenslustigen, selbständigen Mädchens in eine brave Ehefrau. Als erstes hängt sie ihren zuvor hingebungsvoll betriebenen Leistungssport an den Nagel. Kurz darauf ist sie schwanger und bereitet sich auf das Leben als Hausfrau und Mutter vor. Mehr oder weniger parallel dazu entscheidet sie sich, ein Kopftuch zu tragen. Das entspricht auch dem Wunsch ihres Mannes. Was aus ihrer beruflichen Ausbildung wird, ist fraglich. Auch für kreative Hobbies, sagt C., habe sie keine Zeit mehr. Deutschland im Sommer 2007.

Hallo,
ich finde mich in diesem ext wieder bis auf die Eigenschaften zwei bis vier, dass sollen andere entscheiden:-D, aber ich sehe es nicht so, dass ich meine Selbstständigkeit aufgegeben hätte. Ich wurde so erzogen, dass das meine Zukunft sein würde und habe mich freiwillig und somit selbstständig dafür entschieden. Das bedeutet ja nicht, dass mich nicht weiterhin Frendinnen besuchen können oder dergleichen.
 

alteglucke

Moderator
AW: Selbständigkeit adé..?

Verschließen sie wirklich die Augen? Ist es nur das? Das blendet aus, dass es auch Leute gibt, die beruflich nicht auf die Füße kommen (weil sie z.B. keinen Ausbildungsplatz finden) und die Warteschleife dann zum Beispiel für die Familiengründung nutzen. Aber danach ist oft noch viel schwerer, auf dem immer enger werdenden Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Genau das ist doch "die Augen verschließen". Und fahrlässig ist es noch dazu. Ich habe jetzt ein Problem, mich selbst zu ernähren. Und anstatt dieses Problem erst mal zu lösen und dann weiter zu sehen, lade ich mir noch ein paar zusätzliche Schwierigkeiten auf, die es irgendwann so gut wie unmöglich machen, unabhängig zu leben. Wenn ich dazu noch sehe, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ich irgendwann gezwungen sein werde, mich selbst zu ernähren, fällt mir dazu fast nichts mehr ein.

Trotzdem, mir ging's eher um die Beispiele, in denen das eher freiwillig so läuft.

Aber die Frage, ob das freiwillig oder unfreiwillig passiert, lässt sich doch oft von außen gar nicht wirklich beurteilen. Ich denke, die Hormone können wir dafür am wenigsten verantwortlich machen. Die Natur sagt einem schließlich auch: Das Kind muss ernährt werden. Es ist sicher ein Mix aus allen möglichen Faktoren, ich denke nur, dass der Verstand dabei eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Um das keineswegs fiktive Beispiel von T. (siehe Eingangsposting) noch mal zu bemühen:

Ich kenne auch eine ganze Reihe von Beispielen aus meinem Umfeld, wo der Plan, bei den Kindern zu Hause zu bleiben und glücklich bis ans Lebensende zu bleiben, gescheitert ist. In aller Regel ist das verbunden mit finanziellen Schwierigkeiten (und das ist noch milde ausgedrückt), gerichtlichen Auseinandersetzungen, Streitereien und weiteren unangenehmen Dingen. Ich kenne auch Fälle, in denen dieser Plan schmerzfrei und geräuschlos wieder aufgegeben und durch etwas anderes ersetzt wurde. Ich kenne nicht einen Fall, in dem dieser Plan mit Happy End verfolgt wurde.

Ich wurde so erzogen, dass das meine Zukunft sein würde und habe mich freiwillig und somit selbstständig dafür entschieden.

Das ist natürlich ein Widerspruch in sich: Freiwillig bedeutet, dass du die Wahl hast, auch etwas ganz anderes zu machen.
 

Dine

Well-Known Member
AW: Selbständigkeit adé..?

....also ich habe es erlebt, zwischen 18 und 21 Jahren (erste Ehe)!Damals war es für mich das Selbstverständlichste auf der Welt und ich habe es nie in Frage gestellt. Würde es heute anders machen, weil ich bemerkt habe es holt einen ein.:roll:

Ich glaube meine heutige Unzufriedenheit hat viel damit zu tun, dass ich mich heute frage was wäre gewesen wenn ich damals......die das oder jenes so oder so gemacht hätte. Wenn dann vor dem inneren Auge Ergebnisse erscheinen die einem auch noch gefallen wird man sehr sehr traurig......man gesteht sich dann ein Jahre verplempert zu haben und schlimmstenfalls ist es so dass man glaubt man muss sich mit der jetzigen Situation abfinden weil man zu alt ist etwas zu ändern........also ihr jungen Mädels, überlegt euch gut wieviel ihr von euren Träumen bereit seid aufzugeben....8)


Sehr schöne Worte!

Meine Träume sind auch wieder zurück, denn viel hatte ich aufgegeben - nicht weil ich "musste", sondern weil ich wollte... aber jetzt? Jetzt möchte ich wieder; ich möchte die Welt bereisen, möchte doch noch im Tourismus einsteigen, möchte mir mein Piercing endlich machen lassen, möchte möchte möchte.... Möchte vielleicht fast zu viel, aber ein Teil wird sich erfüllen, unabhängig von den Männern.

:redface:
 

gelidonya

New Member
AW: Selbständigkeit adé..?

Ein interessantes Thema. Trifft wirklich so einiges auf mich zu.

Ich habe damals nach meiner Heirat auch meinen guten Job an den Nagel gehangen. Es kamen nach und nach 4 Kinder, die ich mit viel Liebe groß gezogen habe. Ich war "Nur" Hausfrau und Mutter. Nach einiger Zeit fiel mir allerdings die Decke auf den Kopf und ich arbeitete dann, wenn meine Kinder in der Schule waren(aber leider nicht mehr in meinem Beruf, denn es gab PC's, da hatte ich keine Ahnung von:cry: ). Alles eine Sache der Organisation.

Nach 20 Jahren war es dann mit der Ehe vorbei. Aber die Kinder waren schon aus dem gröbsten raus. Ich musste aber nochmal von vorne anfangen. Aber auch das klappte. Meine Kinder sind jetzt alle aus dem Haus - und alle haben einen Beruf und einen Job.
Sicherlich haben es heute die jungen Frauen einfacher, es gibt Erziehungsgeld, der Job wird für einige Zeit freigehalten. Das gab es alles zu meiner Zeit nicht.

Aber ich habe keine Sekunde bisher bereut, denn dass, was meine Kinder mir zurückgeben, kann man mit Geld nicht bezahlen.

Und jetzt lebe ich mein Leben. Ich gehe zu einem Mann in die Türkei, den ich von Herzen liebe (ist für meine Kinder nicht einfach, aber sie haben es akzeptiert), aber jetzt denke ich mal nur an mich. Denn irgendwann hört das Muttersein auch mal auf.
 

Dini2020

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AW: Selbständigkeit adé..?

Meine Freundin hat im November letzten Jahres ihr Baby auf die Welt gebracht, war nicht geplant, sie mitten im Studium....aber sie studiert seit dem Frühjahr weiter und lasst sich ihren Traum nicht verbauen! Zudem kommen leider noch sehr große Hürden auf sie zu, wahrscheinlich Trennung vom Freund...naja sie hat es nicht leicht und trotzdem denkt sie an ersten Linie an sich und ihren Sohn! Denn wenn es IHR gut geht (sie mit sich zufrieden ist), geht es auch dem Kleinen gut...
Ich bewundere Sie und finde es toll, dass sie Ihr Ziel weiterverfolgt, und zeigt wie sie trotzdem eine tolle Mutter sein kann :wink:
 

Ceykan

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AW: Selbständigkeit adé..?

Eigentlich bekomme ich nur noch das große Gähnen, wenn ich so etwas lese, aber ein bisschen staune ich doch darüber, wie lange sich so ein Unfug in den Köpfen hält. Kinder, die früh mit anderen Kindern zu tun haben, sind selbständiger und sozialer als andere Kinder.

Es geht nicht darum, dass kinder früh mit anderen kindern kontakt haben, sondern darum, dass eltern innerhalb der woche ein 3 jähriges kind um 7uhr morgens zur tagesstätte bringen, es um 17 uhr abholen und um 19 uhr ins bett bringen! da ist mir nicht zum gähnen nach zumute. sorry !





Früher gab es nicht so viele Scheidungen, weil die Frauen abhängiger von den Männern waren. Zufriedener waren sie deshalb noch lange nicht.

klar waren sie zufrieden, weil so eine kritikgesellschaft wie heute, existierte damals nicht. vom tv, von zeitschriften, vom internet wurde keinem das ideal leben vorgespielt.



Das ist der Punkt, an dem du gefragt bist. Oder geht es dir nur um dein Glück und deine Bequemlichkeit?
mein glück? mein glück besteht nicht darin mein kind ganztags abzugeben!



Das ist eine Mär, die sich von Generation zu Generation weiter vererbt: Früher war alles besser.
das mag für manche eine mär sein....aber nicht für mich und ich denke es gibt auch noch andere, die meiner meinung sind. zumal viele ihre grosseltern erlebt haben und nicht nur vom hörensagen!



frauen die ihre karriere machen möchten sollen es tun, haben sie den partner dazu, warum nicht..... man kann sich in einer solchen beziehung/ehe immer arrangieren.
nur wer seine kinder abgibt und von anderen erziehen lässt, der karriere wegen, .......da habe ich kein verständnis für.
 
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