Sterbehilfe?

AW: Sterbehilfe?

so denke ich:
-außer gott kann keiner entscheiden, wann einer sterben soll
-man weiß auch nicht, wie gott eintscheidet
-ein mensch soll so lange leben, wie es geht, vielleicht lernt er in dieser zeit dinge, die wichtig für das jenseits (leben nach dem tod) ist
-vielleicht will der betroffene garnicht sterben , kann es aber nicht sagen
-Leben ist ein geschenk gottes
-Artzt soll nicht über Leben oder tod entscheiden (Ketzerei)
-heutzutage kann man schmerzen erträglich machen
-vielleicht geschieht ein wunder und dem todkrankem geht es wieder gut
-es kann sein dass einer eine sehr große strafe im jenseits verdient. aber es ist möglich, dass gott vielleicht den todkranken, der die strafe nach dem tod verdient, schmerzen noch auf dieser welt gibt, damit er eben nicht im jenseits leidet. denn die schmerzen im jenseits sind viel viel schlimmer und größer als die schmerzen auf dieser erde; gott gibt immer das beste für uns

so glaube ich. bitte um respekt.
 
AW: Sterbehilfe?

ich hatte allerdings einen freund im studium, der dank seines jungen alters sich überhaupt keine gedanken um solcherlei dinge gemacht hatte und dass nennt man wohl den klassischen "disco"unfall, ganzkörper-gelähmt war. eine freundin von ihm war das auto gefahren, sie waren zu viert, und er war der einzige, der solch schlimme verletzungen hatte, dass er sich vom kinn abwärts nicht mehr bewegen konnte.... tja.... er hatte nach einem jahr klinik und reha dann in den niederlanden angefragt, wegen sterbehilfe... mit knapp über 20!

na ja. das ganze ist so geendet, dass er sich entschlossen hat, das hier zu machen und sich, allerdings in begleitung der familie und freunden sowie theologen, entschieden hat, keine flüssigkeit und kein essen mehr zu sich nehmen. so dass das ganze, dann in zwei wochen zum tod geführt hat. schrecklich für alle, für freunde, die familie, für seine freundin...

aber konnte sich ein leben unter diesen bedingungen nicht vorstellen.. und alle haben seinen wunsch, nach dieser zeit, dann auch respektiert.
 
AW: Sterbehilfe?

normalerweise wird von der natur bestimmt wann ein leben zu ende geht.

durch die modernen technischen geräte jedoch, wird es ärzten ermöglicht, leben zu verlängern.

nur... in vielen fällen hat dies keinen sinn mehr und bedeutet für den betreffenden nur qual.

wenn es nicht absehbar ist, wie lange maschinen eingesetzt werden und wenn es nicht nur zur überbrückung ist, dann bin ich auf alle fälle für abschalten.
 
AW: Sterbehilfe?

ich hatte allerdings einen freund im studium, der dank seines jungen alters sich überhaupt keine gedanken um solcherlei dinge gemacht hatte und dass nennt man wohl den klassischen "disco"unfall, ganzkörper-gelähmt war. eine freundin von ihm war das auto gefahren, sie waren zu viert, und er war der einzige, der solch schlimme verletzungen hatte, dass er sich vom kinn abwärts nicht mehr bewegen konnte.... tja.... er hatte nach einem jahr klinik und reha dann in den niederlanden angefragt, wegen sterbehilfe... mit knapp über 20!

na ja. das ganze ist so geendet, dass er sich entschlossen hat, das hier zu machen und sich, allerdings in begleitung der familie und freunden sowie theologen, entschieden hat, keine flüssigkeit und kein essen mehr zu sich nehmen. so dass das ganze, dann in zwei wochen zum tod geführt hat. schrecklich für alle, für freunde, die familie, für seine freundin...

aber konnte sich ein leben unter diesen bedingungen nicht vorstellen.. und alle haben seinen wunsch, nach dieser zeit, dann auch respektiert.

du meinst, das jemand "freiwillig" verdurstet? hört sich ein bißchen komisch an finde ich...?
 
AW: Sterbehilfe?

meine mutter hat ms, sie sagt, wenn sie irgendwann im rollstuhl sitzt und dann niemals wieder herauskommen würde, dann würde sie so etwas auch in erwägung ziehen, wenn die krankheit noch schlimmer verläuft. :(
 
AW: Sterbehilfe?

ja, war aber so. wir haben das respektiert, und abschied genommen. selbst die dozenten unserer fachhochschule waren vor ort, samt theologen... er wollte so nicht weiter leben und es war schwer für uns zu akzeptieren... aber wir haben auch gesehen, dass das für ihn kein leben war, umblättern von büchern mit einem pusten durch einen strohhalm etc...

seine freundin hatte ja auch gesagt, sie hält das durch und sie ziehen trotzdem in eine eigene wohnung, ... aber nach über einem jahr, ging es eben so nicht weiter.. er wollte nicht mehr.... und wir haben das dann akzeptieren MÜSSEN.

danke, fleur, ich lese, deine nächste antwort gerade erst... insofern, sollte es dir doch nicht so komisch vorkommen? ich habe lange eine frau mit ms zuhause gepflegt, sie war psychologin, brauchte aber jede menge hilfe, um eben aus dem bett zu kommen, geduscht zu werden etc... ich habe das als studentenjob gemacht... insofern kann ich diese situation gut nachvollziehen.... weil ich sie kenne... das ist echt schwierig... für die betroffenen, aber auch für diejenigen die helfen wollen... am ende kann das wahrscheinlich nur derjenige entscheiden, den es betrifft...

was ich noch sagen wollte! mir tut das leid für dich, in dieser situation, und für deine mama! ganz ehrlich! aber bis es soweit ist, also dass sie im rollstuhl sitzt, können noch viele und vor allem gute! jahre vergehen. und diese psychologin, wie gesagt, hat noch viele jahre super - wenn auch im rollstuhl - aber wie ich sagen kann, sehr gut gelebt. sie hat irgendwie den mut - trotz allem - nicht aufgegeben.... Kopf hoch. Das wollte ich noch sagen.
 
AW: Sterbehilfe?

@schöner beitrag, anouk.

und nun sitze ich und schreibe und lösche und schreibe und lösche...

es ist eine gratwanderung. auch hier in deutschland sind die grenzen zwischen behandlung und sterbehilfe fließend.
hohe morphiumgaben bei krebskranken im endstadium vermögen so zwar die schmerzen zu bekämpfen, wirken aber ab einem gewissen maß /stadium gleichzeitig lebensverkürzend.

wie würde ich persönlich entscheiden?
nehmen wir an, ich wäre unheilbar krank und wäre auf mein umfeld in punkto sterbehilfe angewiesen. hm, das hieße, sie müssten diese entscheidung mittragen und mitertragen und nach meinem ableben damit leben.

jetzt, wo ich hier sitze und es mir gut geht, kann ich mir nicht vorstellen, derartiges zu verlangen.

wie würde ich es machen, wenn ich für einen angehörigen entscheiden müsste? ich müsste für mich entscheiden: kann derjenige wirklich nicht mehr erleiden oder kann ich nicht mehr mit erleiden (ich finde ziemlich schlimm, hilflos anderer leute schmerz miterleben zu müssen und nicht helfen zu können).
ist die krankheit nicht heilbar/ keine besserung in sicht? habe ich das gefühl, die gewissheit, dass der betreffende wirklich gehen möchte? ich meine so eine art bauchgefühl, so eine art gewissheit: der weg ist richtig...

wenn ich diese fragen mit "ja" beantworten würde, würde ich diesen weg gehen. ich würde dafür kämpfen. bin ich mir ziemlich sicher.
 
AW: Sterbehilfe?

du meinst, das jemand "freiwillig" verdurstet? hört sich ein bißchen komisch an finde ich...?

Liebe Fleur,

kein Mensch verdurstet freiwillig, aber alte oder auch sehr kranke Menschen haben irgendwann kein gesundes, ausreichendes Durstgefühl mehr. Wenn ein Mensch nicht mehr will, zieht er sich zurück wie eine verblühende, mehr und mehr welkende Blume. Und dann kann man als Außenstehender nur noch wenig tun, außer: dabei sein. Nicht weglaufen, Händchen halten. Auf den letzten Metern begleiten und im entscheidenden Moment, oder irgendwann davor, wenn der Kranke es braucht, um gehen zu können: loslassen. Leise, aber unmissverständlich. Das kann helfen. Ich glaube, das hilft.

meine mutter hat ms, sie sagt, wenn sie irgendwann im rollstuhl sitzt und dann niemals wieder herauskommen würde, dann würde sie so etwas auch in erwägung ziehen, wenn die krankheit noch schlimmer verläuft. :(

Es ist die Entscheidung Deiner Mom, Mirja. Aber mit MS kann man jahrelang, sogar lange, einigermaßen leben. Auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein, hindert objektiv noch lange nicht an der Teilnahme am Leben. Das allein: mag für manche, vielleicht sogar viele Menschen ein Grund sein. Für mich selbst wäre es keiner. Blind und/oder taub zu werden: wäre keiner. Menschen können umlernen, solange sie dazu in der Lage sind.

Aber das ist nur meine persönliche Einstellung. Und ich liebe das Leben, man hat doch nur eines. Vielleicht ist die größte Herausforderung: nicht den Mut zu verlieren, egal was geschieht.

Solange es irgend geht, geht es - und wenn nicht mehr..

dann nicht.

lg
anouk
 
AW: Sterbehilfe?

ich hatte allerdings einen freund im studium, der dank seines jungen alters sich überhaupt keine gedanken um solcherlei dinge gemacht hatte und dass nennt man wohl den klassischen "disco"unfall, ganzkörper-gelähmt war. eine freundin von ihm war das auto gefahren, sie waren zu viert, und er war der einzige, der solch schlimme verletzungen hatte, dass er sich vom kinn abwärts nicht mehr bewegen konnte.... tja.... er hatte nach einem jahr klinik und reha dann in den niederlanden angefragt, wegen sterbehilfe... mit knapp über 20!

na ja. das ganze ist so geendet, dass er sich entschlossen hat, das hier zu machen und sich, allerdings in begleitung der familie und freunden sowie theologen, entschieden hat, keine flüssigkeit und kein essen mehr zu sich nehmen. so dass das ganze, dann in zwei wochen zum tod geführt hat. schrecklich für alle, für freunde, die familie, für seine freundin...

aber konnte sich ein leben unter diesen bedingungen nicht vorstellen.. und alle haben seinen wunsch, nach dieser zeit, dann auch respektiert.

So etwas macht mich wütend! Meine Mutter hatte mit 24 Jahren eine Hirnblutung, kann seither weder gehen noch reden (sie hat alles wieder erlernen müssen und mit Hilfe geht vieles wieder). Kurz; sie hat in diesem jungen Alter alles verloren. Aber sie hat gekämpft und lebt heute wieder ein glückliches Leben, trotz Behinderung.


Ich denke auch dass niemand über Tod und Leben entscheiden darf, ausser Gott. Aber genau deshalb bin ich auch dagegen, dass man Menschen mit Medizin und co künstlich am Leben erhält...



LG
Dine
 
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