Türkisch?

L

Laledevri

Guest
AW: Türkisch?

In Deutschland wird die Integration der Türken noch mehr scheitern als diejenige der Nordafrikaner in Frankreich, weil die Nordafrikaner heute dort sehr bildungsbegierig sind: Wenn man die Verweildauer im Lande im Bezug zur durch die Schul- und Ausbildungsabschlüssen vertretene Bildung setzen würde, würde man ganz gewiss feststellen, dass sich Nordafrikaner in Frankreich sich kaum von den restlichen Franzosen unterscheiden, sie sind nur seltener ganz oben, aber auch da sind sie zahlreich zu finden. Das kann man (noch) nicht von den türkischen Migranten in Deutschland behaupten...

Stimmt. In den ganzen nordafrikanisch dominierten Banlieus peilen alle sozusagen von der Wiege direkt die Promotion an. Und die Türken in Deutschland sind natürlich hoffnungslos verblödet. Haste mal ne neue Platte?
 

hilal74

Well-Known Member
AW: Türkisch?

doch, in der GRUNDschule schon!

denn, mit Gebrochen-türkisch-gebrochen-deutsch kommt man nirgendwo weiter...

man muss mindestens eine Sprache sauber kennen.

das Problem wäre natürlich, ob man hinterher noch in Deutschland mit Türkisch landesweit weitermacht! man will überall sparen, auch bei der Erziehung (es war eben den Deutschen nach der Wiedervereinigung zu teuer, ihre Kinder bis zum idealen Abi-Alter von 18..20 Jahren durchzufüttern, wo man in fast allen anderen Staaten Abi viel früher macht! Viel früher macht, bedeutet implizit, dass man die Kinder nicht so lange aushalten muss :idea: , zumindest nicht mit den gleichen Ansprüchen: Sie müssen entweder mehr lernen, oder früher anfangen zu arbeiten, und da sie heute später in Rente gehen, verlängert sich ihre Lebensarbeitszeit erheblich und dämpft die negativen Auswirkungen der Arbeitsverkürzungen der letzten Jahrzehnte... Oder sie werden eben viel früher mit H4 usw. konfrontiert!).

was macht man dann mit den Arbeiterkindern und Kindern von niedrig verdienenden Selbstständigen wie es so viele unter den Einwanderern gibt?

das ist ein Kernproblem der Einwanderungspolitik :idea: .

momentan kennt man keine andere Lösung, als sie in sogenannten weiterführenden Schulen, die man früher nicht brauchte, zu parken!

volkswirtschaftlich gesehen, ist es blanker Unsinn (auch wenn es sehr menschenwürdig ist, obwohl es selten so wahrgenommen wird: Die Betroffenen kapieren selten, dass sie da eine enormen Chance im Vergleich zu den Heimatgegenden ihrer Eltern erhalten, und sie so oft sinnlos vergeuden :-? )

Hm...ich habe das alles schonmal in einem anderen Thread geschrieben,aber den finde ich nicht. Viele Kinder mit türkischen Wurzeln, kommen erst in der Grundschule mit der deutschen Sprache in Berührung und das finde ich schon bedenklich. Türkisch wird zu Hause gesprochen und wenn nicht, dann besteht zumindest bei uns die Möglichkeit 2 mal in der Woche in den muttersprachlichen Unterricht zu gehen, der in vielen Sprachen angeboten wird.
Ansonsten MUSS auch in der Grundschule deutsch gesprochen und unterrichtet werden.Wie will man denn die weiterführende Schule besuchen,wenn man erst in der 5.Klasse deutsch unterrichtet wird?
Es ist schon schlimm genug, dass so viele Migrantenkinder ein grottenschlechtes deutsch sprechen. :-?
 

solresol

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AW: Türkisch?

Stimmt, aber in der Grundschule ist es schon lange zu spät, den Kindern die Muttersprache beizubringen. Dafür sind im Wesentlichen die Eltern zuständig, und wenn sie dazu nicht in der Lage sind, möglichst frühzeitig eine Kita. Auch das kann aber nicht die extrem schlechten Startchancen aufwiegen, die Kinder haben, die nicht richtig sprechen gelernt haben.

Da wird es nur gehen, wenn die Kita so was wie ein englischer Kindergarten wird! Im englischen Kindergarten, der nur bis 4 1/2 Jahren geht, hat man einen echten Vorschulbetrieb. Ich kenne zwar nicht den echten englischen Kindergarten aus England, aber verkehrte 7 Jahre lang mit meinen Kindern im echten englischen Kindergarten aus englischen Garnisonen im Ausland, und stellte fest, dass die Kinder dort DIE GANZE Zeit NUR mit pädagogisch anspruchsvollen Beschäftigungen (Vorlesen, Lieder erlernen, Ladybird-Grundstufen-Bücher lesen lernen, pädagogische Spiele) ausgelastet werden, dafür nicht den ganzen Tag sondern nur 5 Stunden. Und im Semester wo sie 4 1/2 Jahren alt werden MÜSSEN sie zur englischen Grundschule überwechseln (unsere Tochter, die ganz brav war, hat eine Ausnahmegenehmigung gehabt, bis zur deutschen Einschulung mit 5 1/2 Jahren dort zu bleiben). Ausserdem bieten Engländer viele Tätigkeiten nachmittags an, die man auf dem WESEN DES KINDES zuschneiden kann, wohl ein unvernünftiger Anspruch in einer normalen Kita :lol: : Biber, Pfadfinder, Scouts (unser Sohn, 30 J., ist heute noch bei den englischen Scouts aus England angemeldet, auch wenn seine Teilnahme de facto ruht), Sport natürlich, da haben die Engländer mehr Auswahl immer gehabt, nicht nur Fussball, die Sportarten tragen nicht umsonst englische Namen, bzw. Namen, die aus England kamen. Musik, Malen usw. Und ich muss sagen: Es hat geklappt. Wenn alle Türken Deutsch sprechen würden, wie unsere Kinder Englisch, dann gäbe es bestimmt gar kein Problem! Aber sie hatten mit 7 Jahren noch andere Fertigkeiten als nur gut, zusätzlich zu Deutsch und Französisch, gut Englisch zu sprechen...

Die Kita ist der organisierte Tod dieser Traditionen der Nachmittagsbeschäftigungen! Ein enormes Verlustgeschäft für die deutsche Jugend!

Wenn dagegen Kinder ihre (echte) Muttersprache gut beherrschen, ob Deutsch, Französisch, oder auch Türkisch, marokkanische oder algerische Darija, haben sie weniger Mühe binnen kurzer Zeit eine zweite methodisch derart zu erlernen, dass sie damit ihren Schulweg weiterverfolgen können. Die Deutschen, die die französischen Gymnasien in Deutschland besuchen, schaffen es (ich weiss nicht, ob es auch für die französischen Gymnasien in der Türkei gilt, denn sie haben schon immer eine völlig eigene Dynamik gehabt! Ich hört allerdings nur Lob über die Französischkenntnisse der Abgänger!).

Ich arbeitete 25 J. mit einem Türken zusammen, der bis 10 1/2 J. in der (griechischen, und später asiatischen) Türkei lebte, ohne Sprachkenntnisse hierher kam, Hauptschule besuchte, dann Wechsel zum Gymnasium-Oberstufe schaffte und einen herausragenden Ingenieurschulen-Abschluss am Schluss bekam. Hat sich damals nicht getraut, weil Vater einfacher Bergarbeiter war, das lange Medizinstudium zu wählen, um schneller verdienen zu können.

Das geht auch! Auch wenn man bis 10 1/2 J. nur Türkisch, dafür vollkommen top, sprach!
 

solresol

Gesperrt
AW: Türkisch?

Verschiedene Sprachen zu beherrschen ist nie ein Schaden. Aber es geht ja auch um den Austausch untereinander . Wäre vllt sinnvoll mal über den Tellerrand hinauszuschauen , um so Vorurteile abzubauen .

es dreht sich absolut nicht darum, die Mehrsprachigkeit zu fördern!

es dreht sich darum, die Kinder in der Sprache zu erziehen, bis sie perfekte Kenntnisse haben, die ihre Muttersprache ist, das ist ein Riesenunterschied.

bei den herkömmlichen Minderheiten achtet man traditionell darauf:

die deutschsprachigen Juden, die aus Kaschastan, aus der chinesischen Grenze praktisch, hierher kamen, sprachen meistens gut Jiddisch und hatten keine Mühe in Deutsch. sie verloren ein Anpassungs-Jahr beim Eintreffen in D aber nachher konnten sie oft Klassenbester werden!

leider ist das türkische Problem ganz anders:

es gibt diese Tradition des korrekten Vermitteln der eigenen Muttersprache nebenbei an den Kindern (in den Nachmittagsstunden, am Abend, an Sonn- und Feiertag) NICHT :idea: .

das ist der ganze Trick!

die kleinen Türken lernen weder

noch!

deshalb ist 2. Sprache

sinnlos:

die erste Sprache (= Grundschulsprache)

wird kein Haar besser,

weil man erst 4 Jahrs später Türkisch als bevorzugte Fremdsprache nimmt :idea: :!:
 

solresol

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AW: Türkisch?

Wie will man denn die weiterführende Schule besuchen,wenn man erst in der 5.Klasse deutsch unterrichtet wird?
Es ist schon schlimm genug, dass so viele Migrantenkinder ein grottenschlechtes deutsch sprechen. :-?

Leute die eine neue Landessprache, das ist nämlich, was dann passiert, später erlernen, schaffen es, wenn sie ihre Muttersprache wirklich auch schriftlich beherrschen (nicht die Landeskultur, Literatur, nur die Sprache, Vokabular und Grammatik, wobei da auch ein "Kernanspruch" also Stamm-Wissen notwendig ist: Die ganze Grammatik, nicht unbedingt das ganze Vokabular; verglch. mit japanischer Erziehung! Die Japaner meiden in der Erziehung die Wörter mit chinesischen Zeichen, 2000 gibt es, bis sie dran kommen, und die letzten kommen im Abiturjahr dran!)

innerhalb von 1 .. 2 Jahren

oder sogar schneller

(meine älteste Tochter, ursprünglich deutschsprachig, als sie in Abidjan in der frz. Schule eingeschult wurde, nach 3 Monaten mühelos folgen)

die Sprache ihres neuen Schulsystems nach zu erlernen!

sie verlieren meistens nur ein Jahr, um am Schluss zwei perfekten Standbeine zu haben!
 

hilal74

Well-Known Member
AW: Türkisch?

Leute die eine neue Landessprache, das ist nämlich, was dann passiert, später erlernen, schaffen es, wenn sie ihre Muttersprache wirklich auch schriftlich beherrschen (nicht die Landeskultur, Literatur, nur die Sprache, Vokabular und Grammatik, wobei da auch ein "Kernanspruch" also Stamm-Wissen notwendig ist: Die ganze Grammatik, nicht unbedingt das ganze Vokabular; verglch. mit japanischer Erziehung! Die Japaner meiden in der Erziehung die Wörter mit chinesischen Zeichen, 2000 gibt es, bis sie dran kommen, und die letzten kommen im Abiturjahr dran!)

innerhalb von 1 .. 2 Jahren

oder sogar schneller

(meine älteste Tochter, ursprünglich deutschsprachig, als sie in Abidjan in der frz. Schule eingeschult wurde, nach 3 Monaten mühelos folgen)

die Sprache ihres neuen Schulsystems nach zu erlernen!

sie verlieren meistens nur ein Jahr, um am Schluss zwei perfekten Standbeine zu haben!

Ganz unrecht hast du nicht solresol. Ich habe es auch schon oft erlebt, dass Kinder aus einem anderen Land im Alter von 10 Jahren eingeschult wurden und die deutsche Sprache schneller lernten, als Kinder mit Migrationshintergrund, die hier geboren sind.
Umsetzbar wirds trotzdem nicht sein. Da werden viele auf die Barrikaden gehen, um das zu verhindern.
 
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