Unterricht in der Herkunftssprache

Ab Morgen notierst du so 7 Tage lang, wieviele deiner Ideen/ Gedanken gänzlich ohne Involvierung irgendeiner anderen Person sind und setzt dies den anderen gegenüber. Ist bestimmt eine interessante persönliche Auswertung im Ergebnis.

Vielmehr als das Ergebnis würde mich interessieren, wo hier die Grenzen dieser "Involvierung" gezogen werden, zumal wohl kaum einer auf einer einsamen Insel groß geworden ist. Es hat mich schon bei Kant interessiert, wie er sich wohl die Grenzziehung zwischen apriori und aposteriori Erkenntnissen vorstellt. Und so ganz eindeutig drückt er sich da mE auch nicht aus. Wo ziehst Du die Grenze?
 
Ich z. B. habe keinen meiner Beiträge nur aufs türkische bezogen, habe aber natürlich meine eigenen Erfahrungen nur mit dem Unterricht auf türkisch gemacht.


Eben!

Was ist falsch daran, wenn wir unsere eigenen Erfahrungen hier teilen?
Natürlich ist es naheliegender als über andere Sprachen oder Völker zu reden.
Warum soll ich da philosophieren und hypothetisches vorbringen?

Und ja, es ist klar, dass es lediglich ein Beispiel ist und völker- und sprachübergreifend zu verstehen ist.
 
Sprache lernen, da gibt es häufig ganz subjektive Motivationen:
Patchworkfamilien, Freunde, Verliebt sein. An der z.B. polnischen Grenze wohnen. etc.
Das sind jedenfalls mal gute Gründe.

Mit dem vergangenheitsbezogenen Blut- und Boden- Herkunfts- Identitäts- Gedöhns, dass sich hinter den sog. eigenen kulturellen Wurzeln inklusive Sprache verbirgt und letztlich nur zu gegenseitiger Ein- und Ausgrenzung führt, kann ich nichts anfangen. Konnte ich glücklicherweise noch nie.

Meine Vorfahren stammen aus den unterschiedlichsten Regionen, die heute zum Teil im Ausland liegen. Ich fands immer interessant und emotional bewegend, wenn davon erzählt wurde, habe wirklich gerne zugehört aber mehr halt auch nicht. Ich habe nicht daran gehangen, keine Sache draus gemacht. Dafür war mir mein Leben in der Gegenwart viel zu bunt, unterhaltsam und wichtig.
Vor allem brauchte ich so einen Identitätswahn nie, um kulturell offen und vielseitig interessiert zu sein- im Gegenteil, bei den meisten "Identitatsgestifteten" sind mE nach seelisch-geistigen Poren verstopft und sie merken es oft nicht einmal.
Folgerichtig ist es in meiner Wahrnehmung auch die grosse Mehrheit der kollektiven Identitätswahrer hüben wie drüben, für die ich Toleranz brauche und nicht die Menschen, denen die eigene Herkunft/Sprache oder die von anderen gleich-gültig ist.
 
Aber ich schließe mich dir an, irgendwann driftete der Thread in die Richtung, als würde es nur um türkisch gehen.
Ich möchte erwähnen, dass es mir persönlich nicht um türkisch ging, sondern um Muttersprache.
Ich bin einfach von mir ausgegangen...
Es wäre falsch, wenn ich jemanden anders in die Verantwortung ziehen würde, meinen Kindern die Sprache ihrer Eltern beizubringen.
Wobei die Betonung auf "die Sprache ihrer Eltern" liegt.
Denn, wie @Skeptiker sehr richtig bemerkte, ist die Sprache der hier geborenen Kinder wohl deutsch.
Und wenn jemand das Bedürfnis hat, die Sprache seiner Eltern zu lernen, bitte... Gibt ja genug Möglichkeiten.
 
Ich empfehle euch Frankreich oder Italien,beides sehr schönes Länder.
Leider wird nur France oder Italiano gesprochen,ein Glücksfall wenn jemand Englisch oder Lottotreffermäßig eben Deutsch spricht.
Soweit zur Weltsprachen,da lobe ich mir die Urlaubsgebiete in der Türkei,dort sprechen sie fast alle Sprachen der Welt.
Das ist ein Weltsprachen verständnis .
 
Die Uno sollte eine Weltsprache als Fremdsprache vereinbaren, die auf der Welt jeder Mensch lernen können müssen sollte. Das wäre eine vernünftige Massnahme.
Darüber hinaus soll es jeder linguistisch treiben, wie er Lust hat, nur sollte man aus der Identitätsnot keine sprachliche Tugend machen.
 
Vielmehr als das Ergebnis würde mich interessieren, wo hier die Grenzen dieser "Involvierung" gezogen werden, zumal wohl kaum einer auf einer einsamen Insel groß geworden ist. Es hat mich schon bei Kant interessiert, wie er sich wohl die Grenzziehung zwischen apriori und aposteriori Erkenntnissen vorstellt. Und so ganz eindeutig drückt er sich da mE auch nicht aus. Wo ziehst Du die Grenze?
Nun ja...deine Frage sitzt mir nun schon seit Tagen "im Nacken" und ich war schon kurz davor, mich mit der Thematik nochmals detaillierter zu beschäftigen und meine Gedankengänge/ Haltung aus seiner Zeit hierzu aufzufrischen, um eine Dir angemessene Art von Antwort zu Deiner Initialfrage geben zu können, leider kann ich damit bisweilen nicht dienen, ohne Gefahr zu laufen oberflächlich und damit unzufrieden zu sein.
Dies bitte ich zu entschuldigen.
Es ist schon sehr lange her, dass ich mich damit auch im Zusammenhang mit Kant beschäftigte.
Ich bin nun mal der Meinung, dass eine solche Frage bzw. die Antwort dazu in diesem Rahmen eines eigenen Themas/Threads wert wäre und zu einem regen und geistig bereichernden Austausch führen könnte und dazu bin ich aufgrund etwaiger Gründe persönlich nicht in Kondition.
Das soll allerdings Dich nicht davon abhalten hierzu eine Aussage zu machen - würde mich durchaus interessieren, wie Du darüber denkst.

Mein voriger Beitrag an "beren" war ja eher rethorischer Natur und sollte ein kleiner Denkanstoss sein.
 
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