Vorurteile

AW: Vorurteile

Zitat von marleen:
ja rasim du hast recht diese vorurteile sind wirklich dumm...aber solange es vorurteile auf beiden seiten gibt wird sich daran nichts ändern-alle parteien müssen lernen,den anderen zu akkzeptieren und zwar ohne vorurteile!leider gibt es nur wenige menschen,die wirklich allem und jedem offen gegenüber sind...ich möchte dich nicht angreifen aber diese vorurteile existieren genauso auf türkischer seite,wie z.B.:
-alle deutschen sind schl...
-alle deutschen saufen
-alle deutschen mädels wechseln männer wie unterhosen
-bei deutschen kann man sich nicht sicher sein,wer ihr vater ist
-deutsche wollen nur weggehen und spaß...

das alles musste ich mir von türkischen bekannten anhören,obwohl sie mich gut kennen....auslöser war die frage,warum viele deutsche türken doch wieder türkische mädchen heiraten.ja und das war die antwort in kurzform...schon erschreckend!ich glaube das liegt an der mangelnden kommunikation zwischen deutschen und immigranten!weil sich beide immer vom anderen zurückziehen bzw zurückgezogen haben.außer hier und in der türkei habe ich bisher in deutschland sehr konservative türken und deutsche türken kennengelernt...

ist zwar grad nicht der richtige platz dafür aber ich musste grade lachen:mrgreen:
 
AW: Vorurteile

@Zerd: Erstmal guten Morgen, :smile:
wie üblich geht es auch hier nur um Sichtweisen. Ich frage mich, ob eine "wertfreie" Beurteilung der Lage angebracht ist, wenn jemand, in diesem Fall Rasim, drei Episoden schildert, die ihn offenbar so bewegt oder auch verletzt haben, dass er's hier erzählt hat.
Unabhängig davon: Gibt es so etwas wie Wertfreiheit überhaupt? Nein. Und wenn man sich vorgaukelt, dem sei so, macht man sich etwas vor. Irgendeine "Brille" hat man immer auf (auch mit 0,0 Dioptrien), die einen solche Dinge empathisch, abwehrend, distanziert oder gleichgültig zur Kenntnis nehmen lässt.

Okay, und im Einzelnen: Wenn jemand sagt, er führe "grundsätzlich nicht in islamische Länder", unterstelle ich persönlich in der Tat wenig kulturelle Aufgeschlossenheit und keinerlei Bereitschaft, eine vorgefasste Haltung anhand (möglicherweise ja auch positiven) Erfahrungen zu überprüfen. Va bene, das bleibt jedem unbenommen, aber spontan finde ich's zunächst mal trotzdem ignorant. Vielleicht stecken einfach diffuse Ängste dahinter, kann sein, gut möglich, aber darum ging's hier ja nicht. Die Dozentin ist nicht hier, wir können uns nicht mit ihr unterhalten und etwaige Hintergründe eruieren, genau so wenig wie mit dem Kommilitonen oder dem iranischen Kunden, was denn nun im Einzelnen genau gemeint war oder gewesen sein könnte - oder ob überhaupt irgendwas gemeint war. Und wenn ja, was.

Jeder hat ein Recht auf seine (oder überhaupt eine) persönliche Haltung, schon klar, aber das gilt eben nicht nur für das jeweilige Gegenüber, sondern auch für einen selbst. Wenn Rasim sich verletzt fühlt, fühlt er sich verletzt. Punkt. Und ich persönlich kann nur sagen, dass ich in solchen Situationen (mal ganz unabhängig davon, dass ich keine Türkin bin) auch nicht grad überschwänglich erfreut gewesen wäre.

Natürlich kann man Dinge stets von allen möglichen Seiten betrachten, finde ich generell oft sinnvoll, aber hier ist der Punkt - zumindest aus meiner Sicht - ein anderer. Es mag Dir überspitzt vorkommen, aber ich sehe das ganz simpel. Wenn jemand sich beklagt, er habe eine Ohrfeige bekommen und die Handabdrücke noch sichtbar sind: Soll ich ihm dann beistehen und ihn trösten? Oder erst darüber diskutieren, ob er nicht vielleicht gerade nur eine ungewöhnliche Form der Kontaktaufnahme erlebt hat, die womöglich ganz anders gemeint war? First things first, meine ich. Auch wenn Dir das jetzt wahrscheinlich zu platt ist.

lg
anouk
 
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