Es geht auch anders zu auf Strandtoiletten:
Siggi, Klein-Erna, Dunja und ich hatten uns von den Eltern abgeseilt, die an der Poolbar hockten und streiften durch die Anlage und dann runter zum Strand, als wir aufs Klo mussten. Ich war noch in der Kabine, als Dunja kreischte: "Mach die Tür auf, sie kommen! Maaaaach aufffff". Ich kapierte es erst nicht, liess sie dann aber rein. In den Nachbarkabinen waren Siggi und Klein-Erna. Da hörte ich auch schon Ömers Stimme. Er rüttelte wie blöd an der Klinke, die abfiel. Scheisse, ich war mit Dunja eingesperrt. "Los, kommen", rief er. Wie denn, Idiot? "Was hast du für ein Problem?" Siggi. Aus der Nachbarkabine. "Ich habt gelacht. Lachen ist Versprechen für türkische Mann!". An den Stimmen erkannte ich noch Hasan und Mehmet, die Schmalzlocke. "Man wird ja wohl noch freundlich sein dürfen", empörte sich Klein-Erna. Dunja hatte sich auf die Schüssel gestellt und lugte über die Kabine. "Scheisse, der schlägt die Tür ein!" "Die werden uns schon wieder raus lassen", meinte ich. "Hier ist kein Mensch am Strand", heulte Klein-Erna. "Du hast meine Herz gebrochen", jaulte Ömer und es war eigentlich gar nicht klar, wer von uns vier dieses Verbrechen begangen hatte. Na ja, egal, Hauptsache irgendeine von uns. "Kommen!" jaulte Ömer wieder. Ich versuchte es diplomatisch: "Ich kann nicht rauskommen, die Klinke ist abgefallen." "Klettert über die Kabine zu mir rein", gab Siggi Anweisungen und Dunja machte sich tatsächlich dran, während ich mit Mehmet zugange war, der sich gerade auf Englisch in das Gespräch eingeklinkt hatte. "Come on, baby, you know what we want!" "Yes, I know. And we dont want!" bockte ich aus dem Klo heraus. "I love you!" schmalzte Mehmet. Dunja flatschte gerade in die Nachbarkabine und ich machte mich ebenfalls dran. Die Kellner hatten allerdings geschnallt, was wir vorhatten und so packten mich Ömer und ein anderer gerade in dem Moment an den Füssen, als ich auf der Kabinenwand war. Die Mädels in der Nachbarkabine kreischten wie blöd. Ich überlegte, mich totzustellen, verwarf dann aber den Plan. Stattdessen biss ich einem, dessen Namen ich nicht kannte, der aber auch im Restaurant arbeitete, in die Hand. Der brüllte jetzt mit den Mädels zusammen. Mehmet hatte mich wie einen nassen Sack über seine Schulter gehängt. Auf einmal hörte ich, wie meine Mutter mit Gebrüll abstob, im Schlepptau den Kellner von der Poolbar und Oberkellner Kotzi. "Was ist denn hier los? Sofort meine Tochter hergeben!" Der Typ von der Poolbar, der mich ja heiraten will, knallte Mehmet eine. Kotzi brüllte seine Mannschaft zusammen, Siggi hatte die Klotür aufgemacht, die ja im Gegensatz zu meiner nicht kaputt war und kloppte auf Ömer ein. Kotzi schrie auf Türkisch, aber ich verstand logischerweise nicht was. Dann war der Spuk plötzlich vorbei und meine Mutter sagte nur: "Wenn man deinen Vater einmal braucht, besäuft der sich gerade an der Bar."
Ich liege schreiend auf dem Boden. Die Askims haben ja nix ausgelassen, gar nix
