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F.A.B
Guest
AW: Wie lange muss man Geduld haben?
Super Beitrag.
hallo alexa,
versteh mich nicht falsch - ich will dich nicht persönlich angehen, sondern mich nur auf zwei aussagen beziehen, die ich interessant finde, weil ich glaube, dass sie für das gesamte problem stehen.
was mir in diesem thread auffällt – es wird immer damit "abgetan", sinngemäß zu sagen, "das ist so tradition und wenn es dir nicht passt, musst du es eben lassen". das halte ich für völlig falsch und auch weltfremd. zumindest dann, wenn man endlose debatten über ein integriertes leben in deutschland führt und angeblich an einem wirklichen zusammenleben interessiert ist. wie in jeder anderen beziehung auch, müssen sich beide seiten aufeinander zubewegen, zugeständnisse machen und einen gesunden mittelweg finden. der beste antrieb dafür ist ein wirkliches interesse an der kultur des anderen und der wunsch danach, das beste aus beidem zu verbinden. wie wir hier aber alle so oft beschreiben und feststellen, ist dieser wunsch in türkischen familien, besonders bei den eltern, nicht vorhanden. dennoch kann man auch als deutscher partner sehr wohl erwarten, dass auch der türkische part ein maß an veränderungswillen zeigt, und ebenso ansprüche stellen wie es die türkische familie auch tut.
ansonsten könnten wir auch auf die in einem anderen thread zu recht angesprochene enttäuschung, nach jahren in deutschland noch als "ausländer" zu gelten, ebenfalls mit schulterzucken und "gewöhn dich dran, so ist es nunmal" antworten. sinn macht das aber keinen!
deshalb hinkt für mich auch der vergleich, dass deutsche eltern "auch nicht wegen des türkischen freundes aufhören würden, schweinefleisch zu essen". das entgegenkommen dabei wäre, dem freund nicht schweinefleisch vorzusetzen, weil man weiß, dass er es nicht essen darf und will. und dieser bitte würde glaube ich jeder nachkommen.
wie gesagt, ich habe meine eigene geschichte dazu und die bittere erfahrung gemacht, dass nur ich als deutscher ständig auf die "traditionen", gebräuche und wünsche der anderen eingehen sollte. ein einseitiges entgegenkommen, friss oder stirb. so wenig eltern angeblich bereit sind, ihre sichtweise zu ändern, so sehr wird es nötig sein, wenn wir tatsächlich einmal zusammen statt nebeneinander leben wollen. sollte das gar nicht das ziel sein, können wir uns auch jede debatte über integration sparen. sie fängt mit privaten beziehungen an und nicht damit, dass wir benachbarte tische im großraumbüro haben.
im übrigen haben sich auch deutsche eltern in den letzten jahrzehnten daran gewöhnt, dass ihre kinder partner aus anderen nationen nachhause bringen. in meiner familie sind es japaner, amerikaner, norweger und chinesen.
gleiches darf man inzwischen auch von türkischen eltern erwarten, die mal langsam aus dem dornröschenschlaf erwachen müssen. wir reden hier im forum an anderer stelle von reformierung des islams (denn ich sehe in dem fall religion in zusammenhang mit erziehung) - nur ändern möchte man am liebsten möglichst wenig.
entschuldigung, ich bin vom thema abgekommen. ich überlasse es mal lieber wieder der posterin, denn es ging ja um ihr problem.
alles gute und viele grüße
Super Beitrag.